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Schraube Mobiles Montagesystem sichert die Qualität in der Rückmontage

| Redakteur: Juliana Schulze

Um dem Ziel der Null-Fehler-Montage noch näher zu kommen, bindet ZF Friedrichshafen auch die Rückmontage in das Montageleitsystem mit ein. Dabei bildet das mobile Montagesystem Tool-Center von Atlas Copco Tools das Bindeglied mit der kompletten Schraubtechnik an Bord.

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Intelligentes Tool-Center: Über die Selektorbox im Vordergrund und die entsprechende Nuss „weiß“ das Tool-Center, welche Verbindung anzuziehen ist und stellt automatisch das richtige Drehmoment ein. Bild: Atlas Copco Tools
Intelligentes Tool-Center: Über die Selektorbox im Vordergrund und die entsprechende Nuss „weiß“ das Tool-Center, welche Verbindung anzuziehen ist und stellt automatisch das richtige Drehmoment ein. Bild: Atlas Copco Tools
( Archiv: Vogel Business Media )

Bei ZF Friedrichshafen erhält der Kunde stets ein einwandfreies Getriebe. „Ob ein Getriebe als Direktläufer aus der Serienfertigung oder aus der Rückmontage kommt, ist für unsere Kunden ohne Bedeutung“, betont Marco Maaß, bei ZF Friedrichshafen verantwortlich für die Montageplanung der automatisierten Schaltgetriebe des Typs AS Tronic für schwere LKW. Die Rückmontage wurde beim Unternehmen so in das Montagesystem integriert, dass selbst bei einem Rückbau Schritt für Schritt nachvollziehbar ist, mit welchem Drehmoment Verschraubungen anschließend wieder angezogen werden müssen. „In den letzten Jahren ist es uns gelungen, unsere Fehlerquote deutlich in Richtung null zu bewegen“, so Maaß.

Tool-Center liefert komplette Schraubtechnik

Ein zentrales Element in der Rückmontage ist das mobile Montagesystem Tool-Center von Atlas Copco Tools. Ursprünglich für den Prototypenbau entwickelt, liefert das Montagesystem die komplette Schraubtechnik für Drehmomente zwischen 8 und maximal 150 Newtonmetern, um die Rückmontage prozesssicher abzubilden. IT-Element ist der CAA-Server der Friedrichshafener. Per Computer Aided Assembly (CAA) erhalten sämtliche Montagesituationen in der Serienfertigung die jeweiligen getriebespezifischen Parameter, umgekehrt bekommt der CAA-Server alle Statusmeldungen. Dies ist nun auch in der Rückmontage möglich. „Informationen können zwischen dem Montageleitrechner, also dem CAA-Server, und dem Tool-Center in der Rückmontage ausgetauscht werden“, erklärt Maaß.

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Getriebespezifische Anweisungen für die Werker

Durch die Verbindung mit dem Leitrechner verfügt das Tool-Center über alle stücklistenbezogenen Informationen für das jeweilige Getriebe. „Daneben werden die Schraubenparameter übergeben, also Drehmomentwerte oder die Randbedingungen, etwa die Schraubfallhärte“, erklärt Techniker Bernd Christ. Erst wenn alle Arbeiten fehlerfrei durchgeführt worden sind, kann das Getriebe weiter bearbeitet und an den Kunden ausgeliefert werden. So genannte Quality Gates ermöglichen in der Serienmontage erst dann eine Weiterleitung eines Getriebe ermöglichen, wenn alle Arbeiten der entsprechenden Station vollständig ausgeführt sind. Das Tool-Center wird dabei über den Montageleitrechner bei Bedarf mit den Statusmeldungen der Power-Focus-Schraubensteuerung aus der Serienmontage versorgt. „Im Falle der Rückmontage lässt sich so eindeutig bestimmen, welche Verschraubungen an welcher Baugruppe nicht in Ordnung sind“, streicht Marco Maaß heraus. Genau an dieser Steller werde dann nachgearbeitet, und erst dann liefere das Quality Gate den Status „Freigabe zur Weiterverarbeitung“. Somit lasse sich im Sinne der Null-Fehler-Strategie eine durchgängige Qualität in der Serie wie in der Rückmontage sicherstellen. Die Identifikation des jeweiligen Getriebes in der Rückmontage erfolgt über seinen Barcode. Sobald dessen Daten auf dem CAA-Server angefordert werden, setzt dieser vordefinierte Statusmeldungen auf „N.i.O.“ („nicht in Ordnung“). „So verhindern wir, dass aufgrund der Demontage eine Prüfung bei der folgenden Montage übersehen wird, weil fälschlicherweise eine I.O.-Meldung signalisiert, dass die Prüfung bereits zuvor durchlaufen wurde“, so Techniker Bernd Christ. „Da diese aber vor der Demontage erfolgte, ist sie nun ohne Belang.“

Teil 2: Konstrukteure werden in Qualitätsprozess mit eingebunden

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