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Neun von zehn Fehlern lassen sich schon vermeiden
„Dank unserer Null-Fehler-Strategie in der Montage sank die Fehlerquote in nur drei Jahren auf ein Zehntel“, berichtet Marco Maaß nicht ohne Stolz. Nicht zuletzt deswegen könne ZF auf immer höhere Qualitätsanforderungen der Kunden eingehen. Um noch besser zu werden, hat ZF Qualitätsworkshops eingeführt, an denen zum Beispiel auch Vertreter der Konstruktion teilnehmen. „Denn in vielen Fällen lässt sich eine fehlerhafte Montage eines Bauteils schon konstruktiv verhindern, etwa dadurch, dass es nur in einer definierten Position einbaubar ist“, sagt Maaß. Auch die Schraubtechnik in Verbindung mit zahlreichen Poka-Yoke-Einrichtungen leistet in der Serienmontage ihren Beitrag. „Durch den Einsatz von Power-Focus-Steuerungen mit den zugehörigen Tensor-S-Werkzeugen konnten wir die Schraubqualität deutlich verbessern“, fährt Maaß fort. Damit liege man sogar über den Erwartungen der Kunden. Künftig wollen die Friedrichshafener prinzipiell nur noch die Tensoren verwenden, die sich durch die integrierte direkte Drehmomentmessung für die beiden höchsten Stufen der Prozesssicherheit eignen - also speziell für sicherheitskritische, dokumentationspflichtige Schraubfälle.
Jeder Tensorschrauber liefert ein Quality Gate
„Obwohl wir die meisten unserer Verschraubungen nicht dokumentieren müssen, investieren wir in diese High-End-Technik“, fährt Maaß fort, denn letzlich stelle jeder Tensorschrauber ein Quality Gate dar. „Und die Power-Focus-Steuerungen liefern uns genau die Daten, die wir im zweiten Schritt der Rückmontage benötigen - welche Verschraubungen an welchem Getriebe also nicht korrekt verschraubt werden konnten.“ Daher sollen weitere Tool-Center für andere Rückmontagebereiche eingeführt werden. „Das Tool-Center ist ein zukunftsfähiges System“, ist Techniker Daniel Kebig überzeugt. „Wir können es auch in anderen Bereichen einsetzen, zum Beispiel für Notfallstrategien in der Serienmontage.“ Da alle Daten getriebespezifisch abspeicherbar sind und die komplette Schraubtechnik an Bord ist, kann das System beim Ausfall einer Serienstation deren Aufgabe übernehmen. Bezogen auf den Einsatz im Bereich der Rückmontage, wünscht sich Daniel Kebig zukünftig noch die Integration von Messprozessen: „Das würde den Einsatz abrunden.“ Momentan decke man die Prozesse Schrauben und visuelles Prüfen ab, doch das Messen gehöre letztlich dazu, etwa bei der Ausgleichsscheibenbestimmung.
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