Türantrieb Mit Pneumatikantrieben von Aventics Sicherheit in Zügen erhöhen

Mit neuen Pneumatikmodulen will Aventics Konstrukteuren von Schienenfahrzeugen die Arbeit erleichtern: Denn die pneumatischen Türantriebe RTC-TD sind dem Unternehmen zufolge extrem langlebig und wartungsarm. Dadurch sollen sich die Lebenzykluskosten von Zügen senken lassen. Zudem sollen die Module ein einfaches Öffnen im Notfall ermöglichen und so die Sicherheit in den Fahrzeugen erhöhen.

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Thomas Alm, Director Railway bei Aventics, zeigt einen RTC-Zylinder.
Thomas Alm, Director Railway bei Aventics, zeigt einen RTC-Zylinder.
(Bild: Aventics)

Die pneumatischen Türantriebe RTC-TD bestehen aus Systemkomponenten des Standard-Pneumatikbaukastens von Aventics. In die Enddeckel des kolbenstangenlosen Zylinders haben die Pneumatikspezialisten eine Patronenlösung für die Ventile integriert. Anders als bei auf Profilen montierten Ventilen können sich dem Hersteller zufolge keine Rohre und Rohranschlüsse lösen, was sie robust und vibrationsfest macht. Mit Ausnahme der Auf-/Zu-Steuerung sind alle notwendigen pneumatischen Funktionen über die Ventile integriert. Dadurch soll der kolbenstangenlose Antrieb der Serie RTC-TD kompakter und leichter bauen als elektromechanische und andere pneumatische Lösungen. Das Einstellen der Schließgeschwindigkeit soll ebenso möglich sein wie eine pneumatische Dämpung und ein sicheres Entlüften.

Pneumatische Dämpfung in Hardware verankert

Beim Öffnen und Schließen der Türen dämpft RTC-TD die Bewegung 80 mm vor Erreichen der Endposition ab. Möglich ist dies durch die spezielle Konstruktionsweise. Das frühzeitige Abbremsen soll die Mechanik schonen und das Risiko reduzieren, dass Passagiere sich oder ihr Gepäck einklemmen.

Im Gegensatz zu elektromechanischen Antrieben ist der Aufbau von pneumatischen Antrieben weniger komplex. Weil weniger Komponenten enthalten sind, soll das Risiko sinken, dass Teile ausfallen. Eine zweistufige Drosselung mit festen Drosselquerschnitten übernimmt das Abbremsen der Bewegung ohne Elektronik und mechanische Verschleißteile. Im Labor stimmt Aventics das Antriebsmodul auf die jeweiligen Anforderungen des Türenherstellers ab. Die einmal definierte Einstellung soll die Montage und Inbetriebnahme der Türantriebe beim Zughersteller vereinfachen. Auch beim Verschleiß der Türmechanik bleibt der gesteuerte Bewegungsablauf die gesamte Lebensdauer über ohne Wartungsarbeiten erhalten, da die Türgeschwindigkeit fluidmechanisch geregelt ist.

Leicht manuell zu öffnen

Mit RTC-TD ausgerüstete Türen sollen sich in Notsituationen schnell und einfach per Hand öffnen lassen. Tritt ein Spannungsausfall ein und wird das Notöffnungsventil betätigt, öffnet sich das Entlüftungsventil automatisch und der Druck im kolbenstangenlosen Zylinder sinkt auf das Niveau der umgebenden Atmosphäre. Anders als bei elektromechanischen Lösungen muss der Passagier nicht zusätzlich die Kräfte der Mechanik überwinden. Vielmehr entweicht die Restluft direkt nach außen. Dadurch ist der notwendige Kraftaufwand bei RTC-TD geringer als bei anderen Pneumatiklösungen.

Lebensdauer: 30 bis 40 Jahre prognostiziert

Die Wartung und Reparatur der Einheiten sind laut Aventics unkompliziert, denn sie bestehen aus einer geringen Anzahl von Standardkomponenten. Die Wartungstechniker müssen nach dem Austausch keinerlei Einstellungsarbeiten für die Geschwindigkeit oder Dämpfung vornehmen. Die Lebensdauer erreicht – je nach Luftqualität – voraussichtlich 30 bis 40 Jahre. Der RTC-TD soll die in Deutschland vorgeschriebene Mindestlebensdauer von Türantrieben von 2 Millionen Kilometern Laufleistung sicher erreichen. Die bauähnlichen RTC-BV halten nachgewiesen mindestens 5 Millionen Kilometer. Das entspricht gut 2,5 Millionen Zyklen ohne Einstellarbeiten. Die Baugruppe soll auf den bahntypischen Einsatz-Temperaturbereich von –40 °C bis 60 °C ausgelegt sein und die einschlägigen Normen für Vibrations- und Schlagfestigkeit sowie Brandschutz erfüllen. (sh)

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