Druckmessung

Mit Magnetstift kalibrieren

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Druckmessung in der Isolierglasproduktion

Die Funktion für den digitalen Abgleich von Nullpunkt und Spanne ist auch bei anderen Gefran-Modellen verfügbar – so beispielsweise bei den Sensoren der TPFADA-Serie. Diese Druckmessumformer verfügen über eine sehr robuste frontbündige Messmembran aus Edelstahl. Damit eignen sie sich besonders zur Druckmessung nieder- und hochviskoser Flüssigkeiten. Diese Eigenschaft macht sich ein anderes Unternehmen der Conzzeta AG zunutze. Bystronic glass, ein weltweit agierender Anbieter von Maschinen, Systemen und Dienstleistungen für die Glasbearbeitung, verbaut den Sensor in Dosieranlagen zum automatischen Dichtstoffauftrag bei der Herstellung von Isolierglas. Der Dichtstoff ist je nach Verfahren ein Ein- oder Zweikomponentenkleber aus Polysulfiden, Polyurethanen oder Silikonen, der in einem vorgegebenen Mischungsverhältnis und mit Druck in die Fensterfuge gespritzt werden muss. „Die Höhe des Drucks ist entscheidend für die Qualität des Verklebens. Daher ist eine genaue Druckmessung der A- und der B-Komponente zwingend erforderlich “, erklärt Martin Mitschele, Gruppenleiter in der mechanischen Konstruktion am Bystronic glass Standort in Neuhausen-Hamberg. Abhängig vom jeweils eingesetzten Dichtstoff ist ein bestimmter Vordruck erforderlich, um die eigentliche Funktion zu gewährleisten. Die Höhe des Drucks nach der Dosiereinheit entscheidet dann über die Qualität der Verklebung.

Da die ursprünglich zur Druckmessung verbauten Druckmessumformer ausgesprochen umständlich zu kalibrieren und justieren waren, suchte man bei Bystronic glass nach einer anwenderfreundlicheren Lösung. „Bei den alten Sensoren mussten zur Nullpunkteinstellung zwei winzige Schräubchen eingestellt werden. Die Beschriftung war schlecht lesbar und die Justierung bei schwer zugänglichen Sensoren kaum machbar“, so Mitschele. Als Konsequenz mussten die verstellten Druckmessumformer im günstigsten Fall gegen neue ausgetauscht werden, im schlimmsten Fall sorgte die Fehleinstellung für eine Fehlfunktion der Maschine und damit für einen Produktionsausfall. Eine einfacher und vor allem sicher zu bedienende Alternative musste her. Dabei sollten die Sensoren über ein schnelles und sehr präzises Messsignal im Nieder- und Hochdruckbereich verfügen – gefordert waren unter zwei Millisekunden – und einem Arbeitsdruck bis 400 bar schadlos standhalten können. Überdies waren eine geringe Baugröße und eine gewisse Robustheit gefragt. „Schließlich sind die Maschinenbediener keine Feinmechaniker. Wenn sie an den Anlagen arbeiten, muss der Sensor das aushalten können ohne Schaden zu nehmen“, erläutert Martin Mitschele seine Vorstellungen, nach denen Gefran ein entsprechendes Gerät entwickelte – den Druckmessumformer TPFADA. Er basiert wie der TPHADA auf dem Dehnungsmessverfahren (DMS auf Stahl) und eignet sich dank seiner Edelstahlmessmembran besonders für die Druckmessung bei sehr zähen und dünnflüssigen Medien mit teilweise abrasiven Füllstoffen wie den bei Bystronic glass eingesetzten Klebern. Herkömmliche Messaufnehmer mit zurückversetzter Membran können hier nur schwer genutzt werden. Darüber hinaus sorgt die große Dicke der TPFADA-Membran für eine hohe Zuverlässigkeit des Sensors und erlaubt seine Verwendung auch unter ungünstigsten industriellen Bedingungen. Auch bestehende Maschinen lassen sich problemlos mit den neuen Drucksensoren nachrüsten.

Nullpunkteinstellung per Magnetstift

Der Clou des Druckmessumformers und für Martin Mitschele das ausschlaggebende Entscheidungskriterium ist jedoch die simple, effektive Kalibrierung und Justierung mithilfe des Magnetstifts. Damit lässt sich der Druckmessumformer jetzt auch an schwer zugänglichen Stellen kalibrieren. „Unsere Monteure und Kunden mussten sich zwar erst an die neue Art der Nullpunkteinstellung gewöhnen, doch sie erkannten die Vorteile schnell und sind heute sehr zufrieden damit“, sagt Mitschele, der nicht nur von der einfachen Justierung selbst, sondern auch von der klaren und verständlichen Betriebsanleitung begeistert ist: „Jetzt können wir die Kalibrierung auch Kunden überlassen, die dies noch nie zuvor gemacht haben. Die neue Methode ist so simpel, dass sie sich sogar verständlich am Telefon erklären lässt.“ (qui)

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