WIG-Schweißen Mit Doppelpuls wird das WIG-Schweißen doch noch produktiver

Redakteur: Peter Königsreuther

Der wachsende Ruf nach mehr Produktivität lässt laut Kemppi daran zweifeln, ob das WIG-Schweißen die Antwort sein kann. Doch, es kann, sagt das Unternehmen.

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WIG-Doppelpuls von Kemppi: Herkömmliches langsames WIG-Pulsen (links) und Hochgeschwindigkeitspulsen (rechts) mit einer Schweißgeschwindigkeit von 450 Millimeter pro Minute und einem Schweißstrom von 30 A.
WIG-Doppelpuls von Kemppi: Herkömmliches langsames WIG-Pulsen (links) und Hochgeschwindigkeitspulsen (rechts) mit einer Schweißgeschwindigkeit von 450 Millimeter pro Minute und einem Schweißstrom von 30 A.
(Bild: Kemppi)

In den letzten Jahren wurde versucht, das WIG-Schweißen durch MIG/MAG-Wurzelschweißverfahren (siehe auch Kemppis Wiseroot+) zu ersetzen. Bis zu einem gewissen Grad seien diese Bemühungen erfolgreich. Jedoch sind die Ersatzmethoden nicht für alle Anwendungen geeignet, merkt Kemppi an. Mit der neu entwickelten Mastertig-Familie bringt das Unternehmen aber nun ein neues WIG-Doppelpuls-Schweißverfahren ins Geschehen, das die Eigenschaften und Vorteile zweier unterschiedlicher Gleichstrom-Pulsverfahren kombiniert. Dabei werden gleichzeitig langsame (0,2 … 30 Hz) und schnelle (100 … 400 Hz) negative Gleichstromimpulse verwendet. Ein recht schmaler und gut zu fokussierender Schweißlichtbogen entsteht dabei, durch dessen intensiv gebündelte Energie die Schweißgeschwindigkeit deutlich erhöht werden kann.

Schweißbadviskosität kann anwendungsbezogen beeinflusst werden

Der Effekt: der Wärmeeintrag reduziert sich und der Bauteilverzug wird minimiert. Das Doppelpulsverfahren funktionert laut Kemppi bei den meisten Gleichstrom-WIG-Schweißanwendungen. Es eigne sich aber besonders gut, wenn es um Fügearbeiten an dünnen Blechen, um Kehl- und Ecknahtschweißungen, um Bauteile mit optisch hohen Qualitätsanforderungen und Edelstähle, gehe. Weil das neue Verfahren zwei Pulsarten kombiniert, deckt es ein größeres Spektrum an Schweißanwendungen ab, als das herkömmliches WIG-Pulsverfahren, führt Kemppi weiter aus.

Der schmale und stabile Lichtbogen von Kemppis WIG-Doppelpulsverfahrens hat sich bei der hohen Schweißgeschwindigkeit gut bewährt. Hier noch am Beispiel einer horizontale Kehlnaht (PB-Position) aus 2,5 Millimeter dickem, säurebeständigem Stahl (316L).
Der schmale und stabile Lichtbogen von Kemppis WIG-Doppelpulsverfahrens hat sich bei der hohen Schweißgeschwindigkeit gut bewährt. Hier noch am Beispiel einer horizontale Kehlnaht (PB-Position) aus 2,5 Millimeter dickem, säurebeständigem Stahl (316L).
(Bild: Kemppi)

Ein besonderes Merkmal für dieses Verfahren ist, dass man durch die unterschiedlichen „Energiepotenziale“ die Viskosität des Schweißbades in Richtung „zäher“ oder „füssiger“ beeinflussen kann. Im Falle „zäher“ könne dann etwa das Schweißen in Zwangslagen vereinfacht werden. Das Doppelpulsverfahren sei außerdem einfach zu handhaben, weil für den Prozess keine große Anzahl von Parametern eingestellt werden muss.

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