Prototypen

Mit 3D-Druck schnell verchromte Prototypen herstellen

| Redakteur: Dorothee Quitter

Die additiv gefertigten Muster von Proto Labs sind außerlich kaum vom Original zu unterscheiden.
Die additiv gefertigten Muster von Proto Labs sind außerlich kaum vom Original zu unterscheiden. (Bild: Proto Labs / Hansgrohe)

Um stets die Gunst des Verbrauchers zu gewinnen, steckt Hansgrohe viel Aufwand in das Design und den Musterbau seiner Armaturen. Proto Labs hilft bei der schnellen Umsetzung mit verchromten Prototypen.

Den Mischer öffnen und sich am sprudelnden Nass erfreuen! Hinter diesem scheinbar simplen Vergnügen steckt eine gehörige Portion Know-how. Den Strahl nicht zu hart, nicht zu weich, nicht zu sparsam, nicht zu verschwenderisch, zig Mal am Tag, jahrein, jahraus, von ganz kalt bis ganz heiß – so lassen Armaturen von Hansgrohe das Wasser aus der Wand kommen.

Schon zu Beginn 1901 zeigte sich Gründervater Hans Grohe mutig und innovativ. Er setzte alles auf den gerade aufkeimenden Sanitärbereich im Eigenheim. Mit seinen Blechbrausen begann eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Die Erfindung der Brausenstange, mit deren Hilfe sich Brausen stufenlos höhenverstellen ließen, ermöglichte effizientes Waschen im Stehen – das moderne Duschen war geboren. Heute zeichnen exklusive Designerkollektionen und außergewöhnliche Bad- und Raumkonzepte die Luxusmarke Axor aus.

30.000 Prototypen jährlich

In Schiltach, mitten im Schwarzwald, befindet sich die Firmenzentrale von Hansgrohe. Hier ist die gesamte Konstruktionsabteilung, die Forschung und Entwicklung sowie der umfangreiche Musterbau mit einem Pool an CNC-Maschinen, diversen Rapid-Prototyping-Verfahren und 3D-Druckern untergebracht. Darüber hinaus bestehen enge Verbindungen zu umliegenden Fertigungswerkstätten im Bereich Spritzguss, Formen-, Werkzeug- und Prototypenbau.

Jochen Armbruster gehört zur F & E Abteilung und leitet den Bereich CA-Tools und Prototyping. Er erklärt: „Wir stellen im Jahr zirka 30.000 Prototypen her – von Grundkörpern über Handgriffe bis hin zu Innen- und Ventilbauteilen. Bedingt durch den Schwerpunkt Sanitär hat der Großteil der Musterteile den typischen Chrom- oder Edelstahllook.“

Design auf höchstem Niveau

Die große Anzahl an Prototypen erklärt sich durch die Designorientiertheit des Unternehmens. Armbruster beschreibt es so: „Wir vertreten einen hohen Anspruch an Form und Funktion. Physische Prototypen helfen bei der Entscheidung, welche Produkte kommerzialisiert werden und welche nicht. Wir haben den Anspruch, dem Markt weltweit neue Impulse zu geben. Unsere Innovationen und Neuheiten werden in der Regel auch begeistert aufgenommen, was man an zahlreichen Versuchen, unsere Produkte zu fälschen, ablesen kann. Wer marktbestimmend sein will, setzt Trends. Das bedingt eine schnelle Folge von neuen Produkten; knapp 30 % unserer Produkte am Markt sind weniger als drei Jahre alt. Wir halten aktuell 17.000 Schutzrechte und gehen Verletzungen konsequent nach. Unsere Kunden erkennen die Marken Axor und Hansgrohe an der Qualität.“

Die glänzende Chromoberfläche der Originalprodukte von Hansgrohe zeugt von der hohen Qualität der mehrfachen Beschichtung. Diesen typischen Chromlook jedoch auf den Prototypen zu erzeugen, ist für den hauseigenen Prototypenbau aufwändig. Armbruster zählt die Stationen auf: „Zuerst erfolgt die Bearbeitung des Messingblocks auf den CNC-Maschinen, darauf folgt das manuelle Schleifen und Polieren, schließlich gehen die Rohlinge ins Werk 2 in die Galvanik, bevor sie wieder in den Musterbau zurückkehren für den Zusammenbau. Erst jetzt können die Prototypen vorgelegt werden damit entschieden werden kann, welches Design den Weg in das Angebot nimmt. Früher haben wir mit chromoptischen Verfahren gearbeitet, um diesen Prozess zu beschleunigen. Dazu wurden Lackierverfahren angewandt. Leider erhält man so keine Oberfläche, wie sie im Galvanikverfahren entsteht. Insbesondere scharfe Kanten sind damit nicht zu generieren. Dann sind wir auf Proto Labs gestoßen. Dort wird sehr schnell mit additiven Verfahren der Grundkörper erstellt, der dann mit einer Chromoberfläche überzogen wird, die der des Galvanikverfahrens entspricht.“

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44519671 / 3D-Druck)