Recycling in der Industrie

Mehr Nachhaltigkeit durch besondere Schutzelemente

| Redakteur: Bernhard Richter

Nach der Demontage werden die Kapsto Schutzelemente gesammelt und an Pöppelmann zum Recycling zurückgeführt.
Nach der Demontage werden die Kapsto Schutzelemente gesammelt und an Pöppelmann zum Recycling zurückgeführt. (Bild: Pöppelmann)

Ein geschlossener Materialkreislauf für Schutzelemente aus Kunststoff – das strebt Kunststoffexperte Pöppelmann an. Erste Projekte stehen kurz vor dem Start.

Das Ziel von Pöppelmann Kapsto soll ein geschlossener Materialkreislauf sein. Dieser soll gewährleisten, dass die Kapsto-Kunststoffprodukte nach Gebrauch nicht im Abfall landen, sondern aufbereitet und wieder zu gleichwertigen Neuprodukten werden. Dies will das Unternehmen auf verschiedenen Wegen des Kunststoff-Recyclings erreichen. Eine Variante ist der Einsatz von Post-Industrial Regrind (PIR), also Rezyklaten, die auf Kunststoffteilen basieren, die in der Industrie abfallen. Durch eine Compoun­dierung werden diese zu Regranulat verarbeitet. Darüber hi­naus setzt Pöppelmann auf die Verwendung von Mahlgut, ebenfalls aus gesammelten Kunststoffteilen aus der Indus­trie, die von Fachbetrieben sortenrein gemahlen werden.

Eine weitere Option ist die Verwendung von Post-Consumer Regrind (PCR), also Material, das z. B. aus den Wertstoffsammlungen von Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH (DSD) stammt. Diese Abfälle werden selektiert, sortenrein sortiert und wiederaufbereitet. Das fachgerechte Recycling auf verschiedenen Wegen bringt saubere und gleichwertige Sekundär-Kunststoffe hervor. „Wir setzen uns mit allen denkbaren Varianten auseinander. Welche wir im Einzelfall wählen, hängt von den jeweils spezifischen Anforderungen unserer Anwender ab“, erklärt Thorsten Koldehoff, Verkaufsleiter bei Pöppelmann Kapsto.

Projekte mit namhaften Anwendern

Die Produktfamilie aus Schutzkappen und -stopfen sowie Griff- und Schraubkappen schützt Außengewinde, Bolzen, Leitungen und vieles mehr vor mechanischer Beschädigung und verhindert das Eindringen von Schmutz in sensible, sicherheitsrelevante und funktionsentscheidende Bauteile. Nach der Demontage werden die Kapsto-Produkte regelgerecht entsorgt – und sind als Einwegartikel prädestiniert für das Thema Recycling.

Erste Projekte laufen bereits an, z.B. mit einem langjährigen Pöppelmann-Kunden, der mit den Kunststoffelementen seine Hydraulikleitungen vor Verunreinigungen schützt, bevor diese verbaut werden. Vor der Montage der Leitungen werden die Schutzkappen entfernt und dann zukünftig gesammelt, statt sie in den Restmüll zu werfen. Letztendlich werden sie gesammelt an Pöppelmann Kapsto zum Recycling zurückgebracht.

Geschlossener Materialkreislauf: Schutzelement wird wieder zu Schutzelement.
Geschlossener Materialkreislauf: Schutzelement wird wieder zu Schutzelement. (Bild: Pöppelmann)

Unternehmensweite Initiative

Das Engagement für mehr Nachhaltigkeit von Kapsto ist Teil der Initiative Pöppelmann Blue. Darunter bündelt der Kunststoffspezialist unternehmensweit Projekte, die sich für eine durchgängige Kreislaufwirtschaft engagieren. Wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie der Pöppelmann-Gruppe sei die Verwendung von Recyclingmaterial – seit Jahren eine Kernkompetenz, so das Unternehmen. Mit der breit angelegten Initiative arbeitet die Unternehmensgruppe an neuen Materialien und Technologien und strebt eine Vorreiterrolle im nachhaltigen Handeln der kunststoffverarbeitenden Industrie an.

Gerade in Zeiten steigender Entwicklungsgeschwindigkeit sei Schnelligkeit ein Wettbewerbsvorteil, so das Unternehmen. Denn für Kunden aus sämtlichen Branchen ist die Time-to-Market eine der wichtigsten Größen in der Produktentwicklung. Dafür hat Pöppelmann ein ganzes Maßnahmenpaket entwickelt, das Prozesse beschleunigt und Kunden mit kürzesten Reaktionszeiten unterstützt.

Verfügbar und universell einsetzbar

Die Entwicklung von Neuprodukten für das Kapsto-Schutzelemente-Programm sowie der dazugehörigen Werkzeuge erfolgt unter dem Aspekt einer schnelleren Verfügbarkeit und zeitsparenden Anwendung. Das Unternehmen hält ein umfangreiches Sortiment an Standard-Schutzelementen der Normreihen bereit, die sofort ausgeliefert werden können. Mit durchdachtem Design zur Zeitersparnis: Unter dieser Prämisse wurde GPN 608 entwickelt, ein universell als Stopfen oder als Kappe einsetzbarer Kegelverschluss mit bedienerfreundlicher Grifflasche.

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Der Verschluss soll sich sich nach Gebrauch schnell entfernen lassen. Montagewerkzeuge wie das Tool BIT-73X tragen ebenfalls zur Prozessbeschleunigung bei: Das Werkzeug ist für die verschiedenen Normreihen GPN 730 und GPN 735 bis 738 universell einsetzbar – und montiert oder demontiert 82 verschiedene Schraubstopfen.

Fast-Lane heißt ein weiteres Angebot von Pöppelmann Kapsto, mit dem Sonderteile, laut Aussage des Unternehmens, in Rekordzeit entwickelt werden und Kunden von schneller Reaktionszeit profitieren. Bei Anfrage an diesen Service erhält der Auftraggeber bei positiv beschiedener Prüfung der Machbarkeit binnen 24 Stunden ein Angebot inklusive Artikelkonzept. Innerhalb von einer Woche ist der Prototyp im 3D-Print- oder Rapid-Tooling-Verfahren erstellt.

Sonderteile schnell entwickelt

Etwa einen Monat nach erfolgreicher Abstimmung sollen die gefertigten Serienteile ausgeliefert werden können. Mit dem Next Day Delivery-Service erfolgt die Auslieferung vorrätiger Artikel innerhalb Deutschlands bei Bestellung bis zu einer festgelegten Uhrzeit am folgenden Werktag. Das Leistungsangebot umfasst auch die Herstellung gewünschter Sonderteile, nach positiver Überprüfung der Umsetzbarkeit, innerhalb von einem Tag.

Um einen möglichst reibungslosen Ablauf zu ermöglichen hat das Unternehmen die internen Prozessketten für noch mehr Beschleunigung auf allen Ebenen optimiert. Die Serviceleistungen von Pöppelmann Kapsto werden von einem speziell zusammengestellten Team ermöglicht, das für eine schnelle Abwicklung in sämtlichen Prozessschritten sorgen soll. Nutzer können durch Ansprechpartner und ausgewiesenen Spezialisten auf der Prozesskette profitieren können.

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