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Getriebe Mehr Flexibilität durch Getriebe mit Motoreingangskupplung

| Autor/ Redakteur: Mara Eggenweiler / Sandra Häuslein

Eine kostenintensive Lagerhaltung sowie lästiges Schrauben bei der Verbindung von Motor und Getriebe gehören mit dem Einsatz von Kupplungsgetrieben der Vergangenheit an.

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Mit Hilfe der Motoreingangskupplung können Motoren verschiedener Baugrößen schnell und einfach an ein Getriebe angebaut werden.
Mit Hilfe der Motoreingangskupplung können Motoren verschiedener Baugrößen schnell und einfach an ein Getriebe angebaut werden.
(Bild: Gemoteg)

Bisher ist die Verbindung einzelner Komponenten eines Getriebemotors aufwendig und setzt den Einsatz von Werkzeug voraus. Das Getriebe wird mit Hilfe von Schrauben und Schraubenzieher am Flansch eines Motors befestigt. Diese Verbindung herzustellen nimmt einige Zeit in Anspruch und lässt sich nur realisieren, wenn entsprechendes Werkmaterial vorhanden ist. Je nach Größe des Getriebes variiert nicht nur die Größe der Schrauben und des Werkzeugs sondern ebenfalls die Größe des Motors. An eine bestimmte Getriebegröße können nur wenige Motoren verschiedener Baugrößen angebracht werden.

Der größte Nachteil dieser Anbringungsmethode ist die Bevorratung der unterschiedlichen benötigten Baugrößen am Lager. Anwender müssen sich hier letztendlich zwischen erhöhten Kosten für die Lagerhaltung oder geringer Flexibilität im kundenspezifischen Umbau entscheiden.

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Um diese alltäglichen Probleme zu lösen entstand bei dem italienischen Getriebehersteller Hydro-Mec die Idee, das Portfolio um ein entsprechendes Produkt zu erweitern. Ziel war es, noch besser auf kundenspezifische Wünsche reagieren zu können, ohne selbst höhere Kosten tragen zu müssen. Das Ergebnis der monatelangen Entwicklungs- und Testphase war eine Motoreingangskupplung passend für die gängigsten Getriebetypen im Produktportfolio.

Motor und Getriebe einfach verbinden

Mit Hilfe der Motoreingangskupplung können Motoren verschiedener Baugrößen an ein Getriebe schnell und einfach angebaut werden. Der Einsatz dieser Kupplung ermöglicht es, aus einem Getriebe am Lager bis zu vier verschiedene Kundengetriebe zu erzeugen. Darüber hinaus entscheidet der Anwender flexibel welches Motorfabrikat er anbaut.

Es gibt fünf verschiedene Grundgrößen der Kupplungen. Diese Grundgrößen, KA – KE, sind wiederum unterteilt in Kupplungen mit unterschiedlichen Motorwellendurchmessern. Beginnend mit einem Motorwellendurchmesser von 9 mm für das kleinste Getriebe 030 bis hin zu einem Durchmesser von 28 mm für die größtmöglichen Getriebe, an die eine Kupplung angebracht werden kann. Der Einsatz der Motoreingangskupplungen erfolgt momentan für Getriebe im Leistungsbereich 10 Nm bis 1000 Nm Abtriebsdrehmoment. In wenigen Monaten sollen die Kupplungen auch für Getriebe mit höheren Leistungen erhältlich sein.

Mit allen Getriebetypen kompatibel

Eine Kupplung kann für alle Getriebetypen aus dem Lieferprogramm eingesetzt werden. Dazu gehören Schneckengetriebe, Stirnradgetriebe, Aufsteck- bzw. Flachgetriebe sowie Kegelstirnradgetriebe und Parallelwellengetriebe. Dies hat den Vorteil, dass mit wenigen verschiedenen Kupplungen am Lager viele Kundenvarianten aufgebaut werden können, was die Lagerhaltung minimiert und die Lieferfähigkeit sichert.

Die Motoreingangskupplungen sind in unterschiedlichen Materialien erhältlich. Sie werden sowohl in einem GFK-Polymer als auch in Zamak hergestellt. Die Motoreingangskupplungen für die INOX-Getriebe sind ebenfalls in GFK oder Zamak erhältlich. Außerdem sind die Getriebe mit Motoreingangskupplung auch in Edelstahl erhältlich. Sowohl für Schneckengetriebe als auch für Stirnradgetriebe und Kegelstirnradgetriebe, welche komplett aus Edelstahl gefertigt sind, gibt es eine Kupplungsversion. Alle Typen haben eine ATEX-Zulassung. Das bedeutet, dass sie für den Einsatz in explosionsgeschützten Antrieben zertifiziert sind.

Passungsrost vermeiden

Die Kupplungen können ohne den Einsatz von Werkzeug direkt am Getriebe montiert bzw. aufgesteckt werden. Dies erleichtert gegenüber der bisherigen Anbringungsmethode sowohl dem Lieferanten als auch dem Kunden die Handhabung bei einer Eigenmontage. Zudem soll durch den Einsatz von Getrieben mit Motoreingangskupplung Passungsrost vermieden werden, was Demontageprobleme reduziert. Die Demontage eines Motors war bisher nach einer Laufzeit von ca. ein bis zwei Jahren durch den entstehenden Passungsrost nur sehr schwer möglich. Die Folge waren zumeist beschädigte Anbauteile.

Zukünftig sollen die Motoreingangskupplungen auch als Klemmnabenversion erhältlich sein. Durch diese Erweiterung des Produktportfolios können auch Motoren ohne Passfeder, wie beispielsweise Servomotoren und bürstenlose Gleichstrommotoren verwendet werden. (sh)

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* Mara Eggenweiler M.A. ist Marketingleiterin und Unternehmensnachfolgerin der Gemoteg GmbH & Co. KG

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