Getriebe

LuK Zweimassen-Schwungrad feiert seinen 25. Geburtstag

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Ursprünglich für Spitzenmotorisierung entwickelt - jetzt in der Kompaktklasse standard

Mit Beginn der ZMS-Fertigung vor 25 Jahren läutete LuK eine neue Ära in der Antriebstechnik ein. Durch den Trend zu immer höheren Motordrehmomenten erfreut sich das ZMS auch weiterhin wachsender Beliebtheit. Durch fortwährende Weiterentwicklungen entwickelt es sich mit der Antriebstechnik mit. Längst hat sich das ursprünglich für Spitzenmotorisierungen entwickelte ZMS auch als Standard in der Kompaktklasse etabliert.

Weltweit setzen führende Fahrzeughersteller auf die effektive Schwingungsdämpfung durch das Zweimassen-Schwungrad. In Europa ist bereits etwa jeder dritte PKW mit dieser Technik ausgestattet. Und auch in kleinen Nutzfahrzeugen trägt das ZMS zu der heute geforderten Reduzierung von Verbrauch und CO2-Emissionen sowie Komfortsteigerung bei.

Fliehkraftpendel im Zweimassen-Schwungrad macht Innendämpfer überflüssig

Einen weiteren wichtige Schritt gelang LuK mit der Integration eines Fliehkraftpendels in das Zweimassen-Schwungrad. Damit kann der herkömmliche ZMS-Innendämpfer entfallen. Der drehzahladaptive Tilger ohne feste Eigenfrequenz wird dabei am Flansch des ZMS montiert. Die effektive Steifigkeit des Pendels wird im Betrieb durch Fliehkraft erzeugt. Die effiziente Tilgung der ausgewählten Anregungsordnung kann somit durch entsprechende Abstimmung erfolgen. Dabei genügt bereits eine Pendelmasse von lediglich einem Kilogramm, um Schwingungen am Getriebe um mehr als 60 Prozent zu reduzieren. Die Grundisolation der Schwingungen wird weiterhin durch das ZMS mit Feder-Masse-System ausgeführt, die Restschwingung beseitigt das Fliehkraftpendel durch Tilgung der Zündfrequenz.

Die Idee des Fliehkraftpendels ist dabei nicht neu. Sie ist bereits seit Jahrzehnten im Flugzeugbau bekannt. Aufgrund der hohen erforderlichen Pendelmasse von rund fünf Kilogramm sowie der Komplexität der Motoranwendung blieben diese in der Luftfahrt erworbenen Kenntnisse bis vor rund fünf Jahren der Automobiltechnik vorenthalten. Erst das Zusammenspiel mit einem modernen Zweimassen-Schwungrad machte die praktikable Anwendung des Fliehkraftpendels im Antriebsstrang möglich.

Geschichte geht weiter: vielfältige Möglichkeiten der Weiterentwicklung

Seine Premiere feierte das ZMS mit Fliehkraftpendel übrigens 2008 mit Markteinführung des BMW 330 d und BMW 320 d Efficient Dynamics Edition, der mit einem hohen Laufkomfort auch beim Fahren auf niedrigstem Drehzahlniveau aufwartet.

Der Einsatz eines ZMS ist auch im Bereich drehmomentschwächerer Motoren und in Fahrzeugen mit geringerer technischer Komplexität durchaus sinnvoll. Bislang dominieren gedämpfte Kupplungsscheiben diesen Markt. Mit dem ZMartDamp, einer kostenoptimierten Weiterentwicklung des ZMS für die Anwendung in Kleinfahrzeugen, wird zukünftig auch in diesem Fahrzeugsegment der Fahrkomfort signifikant steigen.

Ein Vierteljahrhundert Geschichte – für ein Produkt im kurzlebigen und sich schnell wandelnden Automobilmarkt ist dies eine lange Zeit. Dennoch ist bis heute kein Ende der ZMS-Geschichte in Sicht, denn die Möglichkeiten der Weiterentwicklung und stetigen Anpassungen an die kommenden Anforderungen sind vielfältig.

(mi)

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