Wie findet man die passende Linearachse für Formatverstellung, Handling oder weite Verfahrwege? Key-Account-Manager Jörg Töhte und Konstruktionsleiter Fynn Witte von RK Rose+Krieger zeigen anhand realer Applikationen, worauf es bei der Antriebsauswahl ankommt.
Auch schwere Lasten über weite Strecken zu transportieren, gehört zu den Paradedisziplinen der Lineartechnik, vor allem mit Zahnriementrieb.
(Bild: RK Rose+Krieger)
Jörg Töhte und Fynn Witte vergleichen lineartechnische Anwendungen mit einer „Bewegungsaufgabe“ aus dem Alltag: Eine typische Fragestellung sei nicht, ob ein Auto die Geschwindigkeit von 200 km/h erreichen kann. „Die Frage, die wir stellen, lautet doch: Ich will innerhalb von fünf Stunden von Hamburg nach München – wie krieg' ich das hin? Mit dem Flugzeug, dem Zug oder dem Auto?“ Im Industriealltag verhält es sich ähnlich. Hier löst die Lineartechnik ein Gros der Bewegungsaufgaben. Dafür stehen mehrere Antriebstechnologien zur Verfügung.
Die beiden Lineartechnikexperten Töhte und Witte unterstützen Anwender dabei, die richtige Antriebstechnologie auszuwählen und Applikationen auf die jeweiligen Anforderungen zuzuschneiden. Als Key-Account-Manager und Konstruktionsleiter sind sie Ansprechpartner für das Lineartechnik-Programm von RK Rose+Krieger. Der Mindener Hersteller ist spezialisiert auf Komponenten und Systemlösungen für die industrielle Produktion und Automatisierung. Anhand typischer Anforderungen schildern Töhte und Witte, welche Linearachstypen wofür am besten geeignet sind und welche Rolle die Antriebsvariante dabei spielt.
Einfach Formate verstellen für häufige Produktwechsel
Linearachsen mit Spindeltrieb machen manuelle sowie automatische Formatverstellungen für häufige Produktwechsel schnell und einfach.
(Bild: RK Rose+Krieger)
Linearkomponenten werden in Produktionsanlagen typischerweise für die Formatverstellung verwendet. Wechselt das Produkt häufig, sollte die Verstellung einfach gestaltet sein, sodass das Bedienpersonal wenig Zeit zum Umrüsten braucht. Verstellt wird manuell über das klassische Handrad mit numerischer oder farbcodierter Positionsanzeige oder automatisiert über elektronische Positionierantriebe.
Die Formatanpassung selbst wird von Linearachsen mit Spindelantrieb übernommen. Sie zeichnen sich durch hohe Kraftübertragung aus, was die Verstellung erleichtert, und arbeiten millimetergenau. „Linearachsen mit Spindelantrieb werden vorzugsweise eingesetzt, wenn hohe axiale Schubkräfte anliegen und eine hohe Genauigkeit gefordert ist“, sagt Töhte. Linearachsen mit Spindelantrieb gibt es in vielen Varianten: von der „leichten“ Einrohr-Linearachse mit Trapezgewinde für einfache Handverstellungen bis hin zur robusten Profil-Linearachse mit Kugelwinde für dynamische Verstellungen.
Die Einrohr-Linearachse E-II eignet sich für leichte bis schwere Verstellaufgaben.
(Bild: RK Rose+Krieger)
Exemplarisch lässt sich dies an einer Verpackungsanlage zeigen, bei der Lineartechnik von RK Rose+Krieger die Formatverstellung automatisiert durchführt. Als Linearachse setzte der Anwender die Einrohr-Achse Lineareinheit E-II ein. Sie ist wahlweise mit einem Rechts-, mit einem Links- oder mit einem Rechts- und Linksgewinde erhältlich. Dadurch lässt sie sich variabel einbauen. Mit ihr ist sowohl eine manuelle als auch eine motorische Verstellung möglich. In dieser Verpackungsanlage wird sie über einen Stellantrieb von Lenord+Bauer mit einem Nenndrehmoment von 3,5 Newtonmeter bewegt.
Der Positionierantrieb wird mit montierter Drehmomentstütze auf die Achse gesetzt und in seine Position geschoben. Ein Klemmring fixiert den Antrieb dabei fest auf der Antriebswelle der Lineareinheit. Neben der kraftschlüssigen Wellenverbindung wird mit einer flexiblen Motoraufnahme an der Drehmomentstütze zugleich das erforderliche Loslager abgebildet. Mit dem integrierten Feldbus-Interface werden die Antriebe direkt über Stecker an die Maschinensteuerung angeschlossen. Die Linearachsen werden dann über eine 24-Volt-Spannungsversorgung und einen Anschluss zur Bus-Kommunikation in Betrieb genommen.
Dynamisch be- und entladen
Die jüngste Lineareinheit von RK Rose+Krieger: RK Ecoline. Sie kombiniert hohe Belastbarkeitswerte mit einer vereinfachten Konstruktion.
(Bild: RK Rose+Krieger)
Das Verfahren von Lasten in Anwendungen zum Be- und Entladen oder für das Pick-and-Place gilt ebenfalls als Domäne der Lineartechnik. „Für solche dynamischen Handlingaufgaben sind vor allem Lineareinheiten mit Zahnriemen geeignet“, stellt Fynn Witte fest. Der Zahnriemen wird über eine motorbetriebene Zahnscheibe geführt und treibt dadurch einen an ihm befestigten Führungsschlitten an. Die Elastizität des Riemens fängt dabei Vibrationen und Lastspitzen ab, wodurch hohe Geschwindigkeiten möglich sind. „Wir sind mit unseren Zahnriemen-Lineareinheiten wie RK Ecoline, RK Monoline, RK Duoline und den Schwerlastachsen RK D-Line in der Lage, bis zu 14 Meter Verfahrweg zu realisieren“, zählt Jörg Töhte auf. „Auf solchen Fahrtstrecken sind dann Geschwindigkeiten von bis zu zehn Meter pro Sekunde erreichbar.“
Vergleichbares zeigt sich auch in einer Leergutsortieranlage, die das Unternehmen mit seiner Lineartechnik ausgestattet hat: Um im Dauerbetrieb Flaschen aus 10.000 Kisten je Schicht zu be- und entladen, bewegen Lineareinheiten Lasten von rund 200 Kilogramm in kurzen Taktraten mit konstanter Positioniergenauigkeit. Diese Aufgabe übernehmen zahnriemengetriebene Linearachsen mit Kugelschienenführungen vom Typ RK Duoline Z 160. Ihre Wiederholgenauigkeit liegt bei ±0,05 mm. Ein optional integrierbares Wegmess-System kann die Positioniergenauigkeit auf der gesamten Achslänge zusätzlich erhöhen.
Bis zu 30 Meter weit verfahren
Die Schwerlastachsen der D-Line mit Zahnstangenantrieb ermöglichen die Umsetzung besonders langer Verfahrwege.
(Bild: RK Rose+Krieger)
Geht es um besonders lange Verfahrwege, gelten den Entwicklern zufolge Linearachsen mit Zahnstangenantrieb als erste Wahl. „Bis zu 30 Meter sind problemlos möglich, um beispielsweise mit einem Shuttle Bauteile von A nach B zu fördern“, so Töhte. RK Rose+Krieger hat dafür unter anderem seine Schwerlastprofile der D-Line im Portfolio. Die Lineareinheiten aus Aluminium-Profilen sind in Abmessungen von 80 x 240 bis 160 x 320 Millimeter lieferbar. Spezielle Geometrieanordnungen sorgen für extra biegesteife Profile. Damit lässt sich durch den Einsatz einer D-Line-Achse gegenüber einer herkömmlichen Stahleinheit rund 35 Prozent des Gewichts einsparen. Dank des geringen spezifischen Gewichts können die Lineareinheiten vergleichsweise klein ausgelegt werden.
Mit hoher Präzision im Raum bewegen
Die flexibel einsetzbaren Linearachsreihen RK Monoline und RK Duoline sind mit verschiedenen Antrieben erhältlich.
(Bild: RK Rose+Krieger)
Für Anwendungen, die eine noch höhere Präzision erfordern, empfehlen die beiden Berater Linearachsen mit Kugelgewindetrieben. Sie übertragen die Kraft mit geringer Reibung und verfügen über eine hohe Steifigkeit, wodurch sich Lasten präzise positionieren lassen. Solche Linearachsen, wie das Unternehmen sie mit der RK Duoline S im Programm hätte, böten besonders viel Leistung und Präzision, erklärt Witte.
Damit lassen sich Roboter oder Handlinggeräte über mehrere Achsen in einem Raum zu bewegen. RK Rose+Krieger erweitert auf diese Weise beispielsweise den Aktionsradius eines Cobots. RK-Duoline-Lineareinheiten verfahren dabei den Cobot auf der x- und z-Achse. So werden mehrere Arbeits- oder Ablageplätze miteinander verknüpft. Diese Lösungen werden vor allem in der Halbleiterindustrie immer stärker nachgefragt. Das Unternehmen bietet daher seine Duoline-Reihe auch als RK Duoline Clean für Reinraumanwendungen an.
Anforderungen im Umfeld der Lineartechnik
Vielseitige Bewegungsaufgaben fordern passende lineare Lösungen – von der kompakten Formatverstellung bis zum 30-Meter-Verfahrweg.
(Bild: RK Rose+Krieger)
„Die Anforderungen an lineare Bewegungsabläufe sind so vielfältig wie die möglichen Lösungen“, resümiert Jörg Töhte. Er sieht es daher als Vorteil an, wenn auf Basis eines breiten Portfolios das Gros dieser Möglichkeiten in die Planung einfließen kann. Anwender haben in diesem Fall neben der Lineartechnik auch auf Komponenten der Profil-, Verbindungs- und Modultechnik Zugriff. Dadurch ließen sich auch Anforderungen, die sich „rechts und links der Linearachsen“ ergeben, über einen zentralen Ansprechpartner abdecken, so Töhte.
Als Beispiel schildert er ein Projekt, bei dem im Rahmen der Qualitätssicherung eine Kamera zu positionieren war. Da großformatige Objekte zu erfassen waren, musste die Kamera vertikal über eine gewisse Länge verfahren. Es entstand eine Art freistehender Turm mit einem robusten, auf dem Boden verschraubten Gestell aus Aluminiumprofilen, an dem die Lineareinheit die Kamera auf- und abfährt. Durch diesen freistehenden Aufbau wurde neben dem Verfahren und dem Positionieren ein drittes Thema relevant: die Arbeitssicherheit.
RK Rose+Krieger entwickelte mit dem Anwender ein redundantes Zahnriemensystem: Der Führungsschlitten mit der Kamera wird über einen Zahnriemen mit einem Motor angetrieben und zugleich durch einen zweiten Zahnriemen mit einem Gegengewicht gesichert. Bei einem Stromausfall verbleibt die Last dadurch in ihrer Position und stürzt nicht ab. Zusätzlich schützt eine Verkleidung des Gestells mit Flächenelementen vor unbeabsichtigten Eingriffen in den Verfahrvorgang.
6.500 Katalogartikel hat RK Rose+Krieger in seinem Portfolio; wie in einem Baukasten lassen sie sich auch über die verschiedenen Produktbereiche hinweg miteinander kombinieren. Ob ein Anwender eine Katalogkomponente, eine modifizierte Komponente oder eine kundenspezifische Entwicklung benötigt, hängt letztlich davon ab, welche Anforderungen seine Bewegungsaufgabe bestimmt, wie Jörg Töhte sagt: „Die Anwendung steht immer im Mittelpunkt.“
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.