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Industrie 4.0 Leitfaden beschreibt Methodik der Produktbeschreibung bis hin zur eindeutigen Identifizierung

| Autor/ Redakteur: Meinolf Gröpper / Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Der Leitfaden "Interoperabilität durch standardisierte Merkmale" leitet den Leser durch den Dschungel der Produktbenennung bis hin zur Katalog- und Internetpräsenz. Außerdem gibt er Hilfestellung zur Einschätzung der eigenen Situation und bringt entsprechende Normen exemplarisch zur Anwendung – und dies immer mit dem Ziel Industrie 4.0.

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Der neue Leitfaden
Der neue Leitfaden "Interoperabilität durch standardisierte Merkmale" des VDMA ist ab sofort kostenfrei verfügbar. Der Leitfaden „Interoperabilität durch standardisierte Merkmale“
(Bild: VDMA)

Der neue VDMA-Leitfaden "Interoperabilität durch standardisierte Merkmale" beschreibt, wie Signale und Werte zwischen Fertigungseinheiten ausgetauscht werden und folgt so der Industrie 4.0-Idee. Das Schlüsselwort ist "Standardisierung". Produkte, Einzelteile Baugruppen oder Anlagenelemente sind durch Merkmale beschrieben, die in einem Format übertragen werden. Beides, die Merkmalbeschreibung sowie das Übertragungsformat liegen in standardisierter Form vor und bilden eine gemeinsame "Sprache". Diese stellt die Basis dafür dar, dass empfangende Systeme die Daten korrekt verstehen, um diese für Folgeprozesse, wie Bestellungen, Fertigungsaufträge oder Wartungshinweise weiter zu verwenden.

Nummerierungssysteme ermöglichen Rückverfolgung

Die Maschinenbau-Unternehmen haben für diesen Schritt auf dem Wege zu Industrie 4.0 eine erhebliche Vorarbeit geleistet. Seit vielen Jahren verwendet der deutsche Maschinen- und Anlagenbau Nummerierungssysteme zur eindeutigen Identifizierung seiner Produkte. Auf diese Weise kann er nachvollziehen was von wem angeliefert wurde, welche Fertigungsprozesse durchlaufen wurden und welche Produktversion bei welchem Kunden im Einsatz ist.

Leitfaden beschreibt an einem Beispiel die nötige Anpassung

Natürlich ist ein Anpassungsprozess erforderlich. Diesen Vorgang beschreibt der Leitfaden sehr ausführlich und exemplarisch. Es wurde aus der Wertschöpfungskette unter der Einbindung einer Lieferantenbeziehung mit drei Partnern und einem Endkunden ein Beispiel gefunden, das sich durch den gesamten Leitfaden zieht. Nach Abschluss eines wesentlichen Prozessschrittes oder einer grundlegenden Erkenntnis ist stets eine Zusammenfassung eingeblendet, die dem Leser den Sachverhalt augenscheinlich vorstellt oder vertieft. So werden den Begriffen "Identifikation", "Referenzkennzeichnung" und "Klasse/Merkmale" Leben eingehaucht und in diesem Leitfaden nicht nur "gelebt", sondern in ihren Beziehungen zur Gesamtmaschine oder in der Systematik einer Klassenstruktur aufgezeigt.

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Leitfaden ist kostenfrei erhältlich

Der Leitfaden „Interoperabilität durch standardisierte Merkmale“ beschreibt, wie Signale und Werte zwischen Fertigungseinheiten ausgetauscht werden und folgt so der Industrie 4.0-Idee. Das Schlüsselwort ist "Standardisierung". Der Leitfaden ist kostenfrei und kann bestellt werden bei vanessa.neumann@vdma.org.

Anleitung zur Produktstrukturierung

Wer sich schon einmal Gedanken gemacht hat, nach welcher Struktur sein Produkt zu gliedern ist, damit Suchende es finden, der findet in diesem Leitfaden eine Anleitung. Besonders deshalb, weil hier die möglichen Kategorisierungen und Klassifizierungen näher gebracht werden, ohne dass er sich völlig unvorbelastet mit Normen befassen muss, in die er sich erst "hineinfinden" muss, ohne deren wirklichen Ziele und Ausrichtungen zu kennen. Diese sind in dem vorliegenden Buch für die wesentlichen Anwendungen skizziert.

Eindeutige Spezifikationen für Bauteile

In diesem Zusammenhang müssen die Nummerierungssysteme, die der Maschinenbau pflegt und z.T. wie seinen Augapfel hütet, noch einmal aufgegriffen werden. Diesem Aspekt widmet der Leitfaden das Kapitel "Referenzkennzeichen". In diesem Abschnitt setzt sich das Beispiel fort, indem das gelieferte Bauteil eine "eineindeutige" Spezifikation erfährt. Es ist entsprechend der Sichtweise des Betrachters nach Funktion, Produkthierarchie oder dem Einbauort in der Maschine oder Anlage lokalisierbar.

Unterscheidung Klassifikation und Kennzeichnung

Darüber hinaus liefert dieses Kapitel Antworten auf die Unterscheidung von Klassifikation und Kennzeichnung sowie die Begrifflichkeiten vom Produkt bis zur Instanz, wenn das Produkt als Betriebsmittel Betriebsdaten liefert. Diese Daten geben dann Aufschluss über einen Prozess bzw. ein Werkzeug, dass in diesem Prozess im Einsatz ist. Bei der Aufzeichnung über eine zeitliche Dauer in Form einer Zeitreihe tragen diese Informationen zum Wissen über den Zustand der Maschine bei und liefern Erkenntnisse über Effizienz, Produktivität oder unterstützen die Entscheidung für eine vorsorgliche Wartung.

Kodifizierung für Produkte

Die logische Folge dieser Anstrengung und bisher geleisteten Aufwände ist natürlich der Schritt, das Produkt so zu benennen, dass es eindeutig zugeordnet werden kann. Abermals bezugnehmend auf Normen ist anhand des Beispiels beschrieben, wie ein Produkt zu benennen ist, damit es auch am globalen Markt einzigartig ist. Die bis zu diesem Zeitpunkt verwendeten Systematiken zur Produktbeschreibung werden nun um eine Kodifizierung ergänzt. Damit ist das Produkt mit einer eindeutigen Identifikation versehen. Dies unterstützt das Bestellwesen bei Geschäften und Kooperationen im nationalen wie im internationalen Umfeld sowie die Wahrnehmung des gesamten Unternehmens weltweit. Die Voraussetzungen für das IIot (Industrial Internet of Things) sind ebenso erreicht, wie die Fähigkeit in einem Industrie 4.0-Umfeld wahrgenommen zu werden.

Selbsteinschätzung und Handlungsempfehlungn

Mit den Handlungsempfehlungen rundet der Leitfaden seine Anleitungen und Hilfestellungen ab. Dieses Kapitel zum Abschluss verdient große Aufmerksamkeit. Auf Basis der vorhergehenden Darstellungen und Beschreibungen begleitet es den Leser bei einer Selbsteinschätzung seines Unternehmens und den daraus einzuleitenden Maßnahmen. Für die Selbsteinschätzung wurde ein Reifegradmodell gewählt, bei dem fünf Qualitätsstufen definiert sind, in denen sich ein Unternehmen befinden kann. Um von der eingeschätzten IST-Stufe zur nächstbesseren Stufe zu gelangen, sind pro Stufe Maßnahmen beschrieben, die das Unternehmen schrittweise auf dem Weg zu Industrie 4.0 und die digitale Ausrichtung führt.

* Meinolf Gröpper, VDMA Informatik

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