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Anschlusstechnik

Kontaktlose Energieübertragung in Reinräumen

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Weidmüllers Freecon Contactless ist eine kontaktlose, wartungsfreie Energieübertragung bis 240 W. Geringe Übertragungsverluste sorgen laut Hersteller für einen Wirkungsgrad bis 90 %. Das System soll sich vor allem für Reinraumanwendungen in der Medizintechnik, Lebensmittel- oder Elektroindustrie, etc. eignen.

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Freecon Contactless überträgt laut Hersteller eine Leistung von 240 W – 24 Volt DC / 10 Ampere – über einen Luftspalt bis 5 mm kontaktlos.
Freecon Contactless überträgt laut Hersteller eine Leistung von 240 W – 24 Volt DC / 10 Ampere – über einen Luftspalt bis 5 mm kontaktlos.
(Bild: Weidmüller)

Freecon Contactless von Weidmüller ist als kontaktlose, wartungsfreie Energieübertragung ausgelegt, die für Anwendungen im industriellen Umfeld entwickelt wurde. Auch die Medizintechnik, Lebensmittel- und Elektroindustrie oder die Luft- und Raumfahrttechnik, die Optik-/ Laser- oder Nanotechnologie und Pharmazeutik sollen ideale Einsatzgebiete für das System sein.

Kontamination vermeiden

Energieübertragung findet in der industriellen Automatisierung in der Regel mit Steckverbindern statt. Bei dieser konventionellen Lösung können abgebrannte, verbogene oder verschmutzte Kontakte oftmals zu zeit- und kostenintensiven Produktionsausfällen führen. Dies gilt insbesondere für Applikationen, in denen häufige Steckzyklen erforderlich sind oder wo besondere Herausforderungen an ein Produkt oder an Prozesse gestellt werden, wie etwa in der Medizintechnik, Lebensmittel- und Elektroindustrie oder in radioaktiven Umgebungen. Sogenannte Reinraumanwendungen stellen höchste Anforderungen: Die weitestgehende Reinhaltung von Produkten und Prozessen sowie die Vermeidung von Kontaminationen sind dort entscheidende Faktoren. Anwendungen sollten möglichst komplett abzukapseln sein, um den Eintrag und die Konzentration von luftgetragenen Partikeln sehr gering halten zu können.

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Steckverbindungen können in Reinraumanwendungen jedoch zu einer Partikelbelastung führen. Eine elegante, effiziente und technisch ausgereifte Lösung soll nun Freecon Contactless bieten: Die kontaktlose Energieübertragung auf Basis der induktiven Resonanzkopplung soll verschleißlose Verbindungen leisten, die sich sogar durch eine Glaswand führen lassen sollen. Diese Technologie ist laut Weidmüller fast überall einsetzbar, etwa auch in festem und flüssigem Material. Die dient aus physikalischen Gründen aber nicht für das Durchdringen von Metall. In Reinräumen soll die kontaktlose Energieübertragung via Freecon Contactless problemlos erfolgen, das heißt die elektrische Versorgung von Sensoren und Aktoren ist stets sicher gestellt.

Via SPS-Steuerung direkt schaltbar

Freecon Contactless ist laut Weidmüller derzeit das einzige System am Markt, das via SPS-Steuerung direkt schaltbar ist, ohne ein zusätzliches Schütz zu benötigen. Die wartungsfreie Energieübertragung ist mit einer Breite von 100 mm, einer Länge von 100 mm und einer Höhe von 47 mm sehr kompakt. Freecon Contactless überträgt eine Leistung von 240 W – 24 Volt DC / 10 Ampere – über einen Luftspalt bis 5 mm kontaktlos, bei einem Wirkungsgrad bis 90 %. Ausgeführt in Schutzart IP65 verfügt Freecon Contactless zudem über flexible Montageoptionen wie Direktmontage oder Befestigungswinkel. Das System arbeitet laut Hersteller verschleiß- und wartungsfrei, erhöht also die Anlagenverfügbarkeit, reduziert Serviceeinsätze und minimiert Wartungskosten. Die Sekundärseite lässt sich, im Gegensatz zum Steckverbinder, aus beliebigen Richtungen zur Primärseite heranführen und zusätzlich auch rotieren. Die zielgenaue Kopplung des Systems erfolgt durch eine präzise Positionskontrolle, genannt „voreilendes Pairing“. Eine automatische Verbindung kann direkt via SPS-Steuerung erfolgen. (sh)

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