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Insight Kleiner Motor rammt Sonde in Mars-Boden

| Redakteur: Lilli Bähr

Vor kurzem landete die Insight-Sonde auf dem Mars, die Erkenntnisse zur Entstehung von Felsplaneten liefern soll. Dafür wird u.a. eine Messsonde fünf Meter in den Marsboden gerammt, die mit Motoren von Maxon angetrieben wird.

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An Bord der Robotersonde Insight befinden sich zahlreiche wissenschaftliche Instrumente, u.a. ein, vom DLR entwickeltes und gebautes Messgerät namens „HP3
An Bord der Robotersonde Insight befinden sich zahlreiche wissenschaftliche Instrumente, u.a. ein, vom DLR entwickeltes und gebautes Messgerät namens „HP3". Es soll den Wärmefluss im Marsboden messen und wird von Maxon-Motoren angetrieben.
(Bild: ASA/JPL-Caltech)

Vor wenigen Tagen landete die Robotersonde Insight auf dem Mars. Der stationäre Lander wird während zwei Jahren verschiedene Messungen durchführen und wichtige Erkenntnisse über den Mars und die Entstehung der Erde liefern. Durchgeführt wird die Mission vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA.

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Motor rammt „Maulwurf“ 5 Meter tief in den Boden

An Bord sind auch Gleichstrommotoren des Antriebsherstellers Maxon Motor. Eine kompakte Motor-Getriebe-Kombination mit einem Durchmesser von 22 mm kommt im Messgerät HP3 zum Einsatz, welches von der deutschen Raumfahrtorganisation DLR entwickelt worden ist und das Temperaturprofil des Planeten ermitteln soll. Konkret befindet sich der Antrieb in einem Bolzen, der von den Entwicklern „Maulwurf“ genannt wird. Dieser Bolzen dringt eigenständig fünf Meter tief in den Boden vor, indem der Motor mit jeder Umdrehung eine Feder spannt, die sich dann mit großer Wucht entlädt und einen Schlag nach unten auslöst. Auf diese Weise arbeitet sich der „Maulwurf“ nach und nach in die Tiefe vor – während mehreren Wochen.

Er zieht dabei ein Kabel mit, das mit Sensoren ausgestattet ist und den Forschern unter anderem helfen soll, den thermischen Zustand des Marsinneren zu bestimmen und Rückschlüsse auf seine Entstehung zu ziehen. Da der Mars ein Felsplanet wie die Erde ist, können die wissenschaftlichen Resultate auch einen Erkenntnisgewinn für unseren eigenen Planeten liefern. Bis Insight das Messgerät mit seinem Roboterarm auf dem Marsboden platziert, dauert es allerdings noch zwei bis drei Monate.

Antrieb muss Kräfte von über 400 g aushalten

Schon mehr als hundert Antriebe von Maxon haben sich dem Unternehmen zufolge auf dem Roten Planeten behauptet. Bei der jetzigen Insight-Mission sind aber noch weitere Herausforderungen auf die Ingenieure hinzugekommen. Denn um den Bolzen effektiv in den Boden zu treiben, muss der DC-Motor Kräfte von über 400 g aushalten – und dies mehr als 100.000 Mal. Es hat einige Variationen und fehlgeschlagene Tests benötigt, bis die richtige Lösung zur Hand war: Ein Standard-Motor DCX 22, der stark modifiziert wurde durch zusätzliche Schweißringe, Verschweißungen bei den Lagern und speziell gekürzte Bürsten. Das eingesetzte Getriebe GP 22 HD wiederum hat einzig eine Mars-spezifische Schmierung erhalten.

DC-Motor fährt Solarpanels erfolgreich aus

Die Insight-Sonde wird während ihrer Missionsdauer durch zwei Solarpanels versorgt. JPL hat dafür Designs der erfolgreichen Phoenix-Mission verwendet, um Kosten zu sparen. Um die Solarpanels auszufahren, kommt deshalb ein DC-Motor von Maxon zum Einsatz, der schon vor einiger Zeit entwickelt worden ist: ein RE 25.

Diese DC-Motoren haben ihre Aufgaben offenbar bereits erfolgreich erledigt und die beiden Solarpanels der Sonde ausgefahren, die den Strom für die Mission liefern. Es handelt sich dabei um die gleichen Motorentypen, die bereits im NASA-Rover Opportunity eingesetzt werden, der seit mehr als 14 Jahren auf dem Mars aktiv ist.

Die ersten, von der Nasa-Sonde gesendeten Fotos sind im folgendem Video zu sehen:

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