Kleben Klebstoffanwendungen im Maschinenbau

Redakteur: Brigitte Michel

Die Klebtechnik als alternatives Fügeverfahren hat sich längst gegenüber Schrauben, Nieten und Schweißen etabliert und durchgesetzt. Klebstoffe im Maschinen- und Anlagebau ermöglichen neue Konstruktionsmöglichkeiten, sorgen für Gewichts- und Energieeinsparungen und halten verschiedensten mechanischen Belastungen stand.

Firma zum Thema

Kleben von Geländerelementen für den Einsatz im Außen- und Innenbereich.
Kleben von Geländerelementen für den Einsatz im Außen- und Innenbereich.
(Bild: Delo)

Klebstoffe für den Maschinen- und Anlagebau ermöglichen neue Konstruktionsmöglichkeiten, sorgen für Gewichts- und damit Energieeinsparungen und halten verschiedensten mechanischen Belastungen stand. Sowohl ein- und zweikomponentige Epoxidharze als auch Methacrylate und Polyurethane kommen hier zum Einsatz. Der Einsatz reicht dabei vom Verkleben von Elektromotoren, Magnetverklebungen bis hin zum Verkleben von Geländerelementen und dem Abdichten von Kameragehäusen. Neben der Auswahl eines geeigneten Klebstoffs ist auch die Beschaffenheit der Fügeteiloberfläche für die Verbundfestigkeit und die Langzeitstabilität der Verklebung relevant.

Viele Oberflächen insbesondere verölte Metalloberflächen sind nur begrenzt für das Verkleben geeignet und müssen daher vorbehandelt werden.

Bildergalerie

Hier kommen Oberflächenbehandlungsmethoden wie das Reinigen mit Delothen oder das Strahlverfahren Delo-Saco zum Einsatz. Reiniger wie Delothen werden auf die Oberfläche gesprüht und entfernen Verschmutzungen der Oberfläche. Nach einer kurzen Ablüftung kann der Klebstoff dann direkt aufgetragen werden. Zudem gibt es das Strahlverfahren Delo-Saco (= gleichzeitiger Abtrag (SAndstrahlen) und Beschichten (COating) der Oberfläche), das vor allem zur Anwendung auf Metallen, Kunststoffen, Keramik und schwer verklebbaren Werkstoffen verwendet wird. Um eine optimale Verbindung zwischen Bauteil und Klebstoff herzustellen, wird die beschichtete Substratoberfläche mit dem Primer Delo-Saco SIL E behandelt. Der Haftvermittler wird durch Pinseln, Tauchen oder Sprühen auf die Bauteiloberfläche aufgetragen. Nach Ablüftung kann auch hier der Klebstoff ohne weiteres appliziert werden.

Klebstoffe für Elektromotoren

Die von Delo entwickelten Klebstoffe überzeugen durch ihre Eigenschaften für unterschiedlichste Anwendungen und Anforderungen im Maschinenbau. Hier kommen besonders die vier Produktfamilien Delo-ML, Delomonopox, Delo Duopox und Delo-Pur in Frage.

Zur Verklebung von Elektromotoren wird unter anderem ein spannungsausgleichender Klebstoff Delo-ML verwendet. Dieser ist besonders für Metall- und Metall-/Mischverklebungen geeignet. Zudem lässt er sich einfach verarbeiten und verfügt über hervorragende chemische Eigenschaften. Der Klebstoff kombiniert eine Reißdehnung von

30 % mit einem Temperatureinsatzbereich bis +180 °C. Außerdem weist er höhere Auspresskräfte auf und haftet sehr gut auf glatten Metalloberflächen, wodurch z.B. ein aufwendiger Fertigungsschritt zum Aufrauen der Fügefläche eingespart werden kann.

Der Elektromotorhersteller EBM-Papst setzt auf Delo-ML Klebstoffe wegen seiner besonderen Festigkeit bei den Drehmomentversuchen. Hier überzeugt das Produkt als sichere und dauerfeste Verbindung.

Zum Verkleben von Magneten in Statorgehäusen kommt das Epoxidharz Delomonopox zum Einsatz aufgrund der guten Festigkeit auf Magnet und verzinktem Stahl. Er verfügt über eine hohe Schlagzähigkeit sowie ein spannungsausgleichendes Verhalten und kann bei einer maximalen Einsatztemperatur bis +200 °C eingesetzt werden. Einkomponentige Epoxidharze, die durch Wärme aushärten, werden vor allem bei temperaturbeständigen Bauteilen eingesetzt. Durch das Aushärten selbst in hohen Schichtdicken sind sie sehr gut bei spaltüberbrückenden Einsätzen geeignet. Außerdem verfügt Delomonopox über gute chemische Beständigkeit gegenüber Öl, Benzin und Bremsflüssigkeit.

Delomonopox wird beispielsweise in den Linearmotoren der Katapultachterbahn im Europa-Park in Rust eingesetzt. Die Wagen der Achterbahn werden auf der 80 m langen Beschleunigungsstrecke innerhalb von 2,5 s von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Dabei werden Beschleunigungswerte eines modernen Formel 1-Wagens erreicht. Der Klebstoff muss demnach hohen Anforderungen standhalten und Sicherheit gewähren. Verklebt werden hier die Statoren und die GFK-Winkel im Außenbereich, die später am Untergrund festgeschraubt werden.

Zugleich Kleben und Abdichten

Auch bei einfacheren Verklebungen, wie dem Fügen von Geländerelementen für den Innen- und Außenbereich, werden Klebstoffe von Delo verwendet. Gerade im Geländerbau sind eine Vielzahl von verschiedenen Zuschnitten notwendig und oftmals keine Schweißnähte möglich. Als zeitsparende alterungsbeständige Alternative wird Delo Duopox eingesetzt. Dieser Klebstoff ermöglicht ein flexibles Bauskastensystem im Geländerbau. Dadurch entfallen Zusatzarbeiten, die beim Schweißen, beispielsweise durch Schleifen oder Polieren entstehen. Zu einer guten chemischen Beständigkeit und Alterungsbeständigkeit kommt hinzu, dass der Klebstoff spaltüberbrückend ist und sich deshalb sehr gut für kleine und große Klebfugen eignet.

Über eine abdichtende Funktion verfügt Delo-Pur. Das zweikomponentige Polyurethan ist in Doppelkartuschen abgefüllt und wird mit Hilfe des Delo-Automix-Systems einfach gemischt und appliziert. Zweikomponenten-Produkte härten nach dem Vermischen beider Komponenten bei Raumtemperatur aus. Erhöhte Temperaturen von bis +80 °C beschleunigen, Temperaturen unterhalb Raumtemperatur verlangsamen das Aushärten. Delo-Pur lässt sich vor allem beim Verkleben von Metallen, Kunststoffen und Elastomeren einsetzen. Dank sehr guter, zähelastischer und spannungsausgleichender Eigenschaften wird Delo-Pur zum Abdichten von Kamera- oder Elektronikgehäusen insbesondere im Automotive Bereich verwendet. (bm)

(ID:39645620)