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Prozessplanung sichert Qualität
Der Klebprozess hat – genauso wie die bisher genannten Punkte – eine hohe Bedeutung für die Qualität des resultierenden geklebten Produkts. Entsprechend stellt die DIN 2304-1 Anforderungen nicht nur an den direkten Vorgang des Klebens (Oberflächenvorbehandlung, Klebstoffauftrag, Fügen, Härtung) sondern bezieht auch die Infrastruktur (Beschaffung, Transport, Lagerung, Personal Fertigungsbereich) und die gesamten vor- und nachgelagerten Fertigungsschritte mit ein. Ziel ist es, durch das Qualitätsmanagementsystem mit einer Festlegung der Vorgehensweise in Arbeitsanweisungen und von qualitätssichernden Maßnahmen den Prozess so abzusichern, dass am Ende i.O.-Teile gefertigt werden.
Nachweis der Beanspruchbarkeit
Neben der sicherheitsbasierten Einstufung der Klebung und der spezifischen, an das klebtechnische Personal gestellten Anforderungen ist die Nachweisführung ein wesentlicher Bestandteil der DIN 2304-1: Die Klebverbindung ist so zu bemessen, dass ihre Beanspruchung stets kleiner ist als die Beanspruchbarkeit. Hierzu werden vier Möglichkeiten an- geboten:
- Nachweis, dass die Beanspruchbarkeit größer ist als die Beanspruchung: Hierzu werden zunächst anhand des Anforderungsprofils die Beanspruchungen ermittelt. Dies kann aufgrund von Versuchen, Berechnungen, Standards, Real- daten oder einer Kombination daraus erfolgen. Die Beanspruchbarkeit wird in Versuchen an Probekörpern, in Bauteilversuchen oder am Realteil unter Berücksichtigung der einwirkenden mechanischen, thermischen, medialen und sonstigen Beanspruchungen, deren zeitlich Verlauf und ggf. auftretender Wirkkombinationen ermittelt. Diese Versuche sind mit einer angemessenen Statistik durchzuführen und es ist sicherzustellen, dass Laborergebnisse den unter realen Fertigungsbedingungen erreichbaren Ergebnissen entsprechen.
- Bauteilprüfung: Die Bauteilprüfung, d.h. Prüfungen am Gesamt- oder einem Teilsystem erfolgt unter Realbedingungen oder unter Bedingungen, die der Realität nachempfunden sind. Die Prüfbedingungen müssen hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Klebverbindung nachweislich eine vergleichbare Wirkung wie auf das Gesamtsystem haben. Bei Prüfungen an Teilsystemen ist eine eventuelle gegenseitige Beeinflussung zwischen Teil- und Gesamtsystem zu berücksichtigen und sicherzustellen, dass diese das Ergebnis nicht signifikant beeinflussen. Für die Versuchsauswertung ist ein Versagenskriterium inklusive eines Sicherheitsfaktors festzulegen.
- Dokumentierte Erfahrungen: Grundsätzlich ist auch der Nachweis auf Grund von Erfahrungswerten möglich. Hat sich also eine Klebung nachweislich bewährt und ist eine Übertragung auf die vorliegende Situation in jeglicher Hinsicht gerechtfertigt, so kann die Lösung übernommen werden.
- Kombinationen der Punkte 1-3: Vielfach wird der Nachweis durch eine Kombination der oben beschriebenen Wege erfolgen. Hierbei ist zu beachten, dass alle Anforderungen in geeigneter Weise bewertet werden und die einzelnen Bestandteile des Nachweises zueinander kompatibel sind.
Kleben
Kleben fängt vor dem Kleben an (Teil I)
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