Sensorik Internetfähige Sensoren auf Asphalt melden freie Parkplätze

Redakteur: Jan Vollmuth

Die Parkplatzsuche ist heute oft mühsam. In Zukunft erkennen und melden vernetzte Sensoren von Bosch auf dem Straßenbelag und in vorbeifahrenden Autos freie Plätze automatisch. Mit Hilfe einer Echtzeit-Parkplatzkarte via Internet können Autofahrer dann bequem und entspannt einen freien Parkplatz finden.

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Bausteine für die vernetzte Welt: Das Bild eines Rasterelektronenmikroskops (REM) zeigt die feinen geätzten Silizium-Strukturen eines Beschleunigungssensors von Bosch. Zum Größenvergleich liegt ein menschliches Haar auf der Struktur. Die Silizium-Strukturen in der Mitte des Chips messen die Beschleunigung oder Neigung in allen drei Raumrichtungen. Die einzelnen „Balken“ sind rund 2 µm breit und 20 µm hoch. Das Haar ist im Vergleich rund 90 µm dick.
Bausteine für die vernetzte Welt: Das Bild eines Rasterelektronenmikroskops (REM) zeigt die feinen geätzten Silizium-Strukturen eines Beschleunigungssensors von Bosch. Zum Größenvergleich liegt ein menschliches Haar auf der Struktur. Die Silizium-Strukturen in der Mitte des Chips messen die Beschleunigung oder Neigung in allen drei Raumrichtungen. Die einzelnen „Balken“ sind rund 2 µm breit und 20 µm hoch. Das Haar ist im Vergleich rund 90 µm dick.
(Bild: Robert Bosch GmbH)

Die Suche nach einem freien Parkplatz in Innenstädten oder Parkhäusern kostet Autofahrer täglich Nerven und Zeit. Das könnte bald vorbei sein. Bosch hat Lösungen entwickelt, bei denen mit Hilfe von Sensoren Echtzeit-Karten entstehen, die freie Parkplätze anzeigen. Eine Informationsquelle für die Karten sind am Boden installierte Funksensoren. Diese erkennen, ob auf einem Parkplatz ein Auto steht oder nicht. Sie leiten diese Information via Internet weiter. Die freien Parkplätze werden in einer Echtzeit-Karte angezeigt.

Auch an Parklücken vorbeifahrende Fahrzeuge können künftig freie Plätze melden. Die in vielen modernen Autos für die Einparkhilfe verbauten Ultraschallsensoren erfassen Lücken im Straßenrand. Da viele Fahrzeuge mittlerweile online sind, können auch diese Informationen über das Internet übertragen und in einer Echtzeit-Karte angezeigt werden. Übertragen aufs Smartphone eines Nutzers oder direkt ins Navigationssystem seines Autos helfen die Echtzeitinformationen dem Fahrer, die oft nervenaufreibende Parkplatzsuche deutlich zu verkürzen.

Mehr Komfort und Zeitgewinn

„Mit diesen Lösungen zeigt Bosch, wie Sensoren und die Vernetzung über das Internet den Alltag vieler Menschen erheblich vereinfachen können, auch beim Parken. Unsere Lösung bietet dem Fahrer mehr Komfort und einen Zeitgewinn“, sagt Bosch-Geschäftsführer Dr. Dirk Hoheisel, der im Technologie- und Dienstleistungsunternehmen die Automobil-Elektronik verantwortet. Die auf Bosch-Sensoren und Bosch-Software basierende Lösung wurden erstmals auf der Bosch ConnectedWorld in Berlin vorgestellt.

Jede Parkplatzsuche dauert in Deutschland durchschnittlich fast zehn Minuten. Das hat eine Umfrage unter Autofahrern im Auftrag des europäischen Marktführers für das Management von Parkräumen ergeben. Pro Suche werden demnach 4,5 km zurückgelegt, mit Fahrzeugkosten von jeweils 1,35 €. Kurz: Je schneller der Parkplatz gefunden wird, umso besser ist das für Nerven, Geldbörse und Umwelt.

Die von Bosch entwickelte Lösung wird dazu wesentlich beitragen können. Die am Boden installierten Funksensoren sind in stabilen, halbrunden Kunststoffgehäusen verbaut. Diese ähneln jenen, die oft zur Markierung von Fahrspuren auf Straßen geklebt werden. Der Funksensor erkennt, ob ein Auto über ihm steht oder nicht. Eine sehr kleine und energiesparende Funkeinheit im Sensor meldet diese Information an einen Empfänger (in etwa vergleichbar mit einem Wireless-Router zuhause), der die Signale von hunderten Sensoren erfassen kann. „Die Zustandsinformationen werden dann über das Internet an eine Datenbank übertragen. Eine Software entwirft daraus nahezu in Echtzeit eine Parkplatzkarte des jeweiligen Gebietes“, sagt Dr. Rolf Nicodemus, Leiter des Projektes Connected Parking bei Bosch. „Das kann je nach Anwendung ein Parkdeck sein, ein Straßenzug oder auch eine ganze Innenstadt.“

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