E-Mobilität Intelligente Fahrzeugbeschichtung könnte 50 % Verkabelung einsparen

Redakteur: Katharina Juschkat

Eine neu entwickelte Beschichtung könnte durch die Integration von elektrischen Funktionen bis zu 50 Prozent der Verkabelung in Fahrzeugen einsparen. Vor allem für die Elektromobilität ist das interessant.

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Eine neuartige Fahrzeugbeschichtung könnte viel Gewicht einsparen. In dieser Tür wurden die Kabel durch die intelligente Verkleidung ersetzt.
Eine neuartige Fahrzeugbeschichtung könnte viel Gewicht einsparen. In dieser Tür wurden die Kabel durch die intelligente Verkleidung ersetzt.
(Bild: Segula Technologies)

Das Projekt „E-Tric Tracks“ forscht seit fünf Jahren daran, elektrische Kabel in Fahrzeugen durch die Integration elektrischer Funktionen direkt in das Fahrzeugblech zu ersetzen. Das 2016 gestartete Projekt ist inzwischen Gegenstand einer gemeinsamen internationalen Patentanmeldung. Die neuartige Beschichtung senkt das Gesamtgewicht der in Fahrzeugen eingesetzten Verkabelung und damit auch den Energieverbrauch.

Das Video zeigt eine Autotür, bei der ein Teil der Türverkleidung durch die neue Lösung ersetzt und mit dem Audio, dem elektrischen Fensterhebermotor und dem Rückspiegel verbunden wurde:

Der Startschuss des Projekts „E-Tric Tracks“ des Engineering-Konzerns Segula Technologies fiel bereits im Jahr 2016 in Zusammenarbeit mit Arcelor Mittal. Die initiale Projektidee basierte damals auf der Beobachtung, dass die steigende Anzahl elektrischer Geräte in Fahrzeugen immer mehr elektrische Kabelbäume erforderte, die schnell ein zusätzliches Gewicht von an die 40 bis 50 kg ausmachen.

Wie die Beschichtung aufgebaut ist

Die von Segula Technologies entwickelte intelligente Beschichtungstechnologie und das damit verbundene Verfahren bestehen aus einer sehr dünnen Schicht leitfähiger Tinte (Dicke < 100 µm, Breite < 20 mm), die zwischen Schutzschichten eingearbeitet wird. Auf einem verformbaren Metallsubstrat aufgedruckt, hält diese intelligente Mehrschichtbeschichtung den elektrischen Strom über die gesamte Länge der Leiterbahnen aufrecht. Sie widersteht zudem hohen Zündspannungen und erfüllt normale Betriebstemperaturanforderungen. Dadurch ist diese Technologie auch mit dem Kataphorese-Bad kompatibel.

Durch das Verfahren lassen sich verschiedene elektrische Systeme in einem Fahrzeug mit Strom versorgen, darunter zum Beispiel die Beleuchtung eines Autos (Deckenleuchte, LED-Rückspiegel usw.).

Anwendungen für die E-Mobilität

Die „E-Tric Tracks“-Innovation richtet sich vor allem an Akteure im Bereich der E-Mobilität, einschließlich der Automobil-, Eisenbahn-, Marine- und Luftfahrtindustrie. Die neue Technologie ist aber auch für alle Anwendungen interessant, bei denen Niederspannung zum Einsatz kommt, wie zum Beispiel bei Haushaltsgeräten.

Die Leiterplatte in der Fahrzeugtür: Die Beschichtung könnte 40 bis 50 kg Kabel einsparen.
Die Leiterplatte in der Fahrzeugtür: Die Beschichtung könnte 40 bis 50 kg Kabel einsparen.
(Bild: Segula Technologies)

Hersteller erhalten dabei auch aus ökologischer Sicht einen Mehrwert für ihre industrielle Leistung, da tatsächlich 50 % der Kabelbündel durch diese neue Technologie mit spürbaren Vorteilen ersetzt werden könnten:

  • 20 % Gewichtseinsparung bei Kabelbündeln bei gleichzeitiger Erhöhung des Nutzvolumens (d. h. weniger Kraftstoffverbrauch und weniger CO2-Emissionen)
  • Reduzierter Bedarf an Komponenten, insbesondere bei Kupfer, und damit geringerer Verbrauch
  • Einfachere und schnellere Montage
  • Senkung des Selbstkostenpreises durch die Reduzierung von Lager- und Montageflächen

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