Safety

Integrierte Sicherheitslösung hält Schritt mit Rundläufer-Applikator

| Autor / Redakteur: Ruben Maas* / Jan Vollmuth

Das Schutztürsystem Psenmlock (rechts) stellt in Kombination mit der sicheren Kleinsteuerung Pnozmulti 2 von Pilz eine universelle Sicherheitslösung für Verpackungsmaschinen dar.
Das Schutztürsystem Psenmlock (rechts) stellt in Kombination mit der sicheren Kleinsteuerung Pnozmulti 2 von Pilz eine universelle Sicherheitslösung für Verpackungsmaschinen dar. (Bild: Pilz GmbH & Co. KG)

Ein Rundläufer-Applikator positioniert bis zu 30.000 Objekte wie Trinkhalme, Löffel oder Gabeln pro Stunde stets auf den Punkt genau. Trotz sehr hoher Prozessgeschwindigkeiten bleibt dabei dank einer einer universell einsetzbaren Sicherheitslösung die Maschinensicherheit gewährleistet.

Genauigkeit ist Trumpf: Die flexibel integrier- und dynamisch fahrbaren Applikatoren des Kölner Unternehmens Geyssel Sondermaschinen kommen in der Regel am Ende von Abfülllinien zum Einsatz, wo Hersteller von Convenience-Produkten ihren Dosen-, Becher-, Flaschen- oder Kartonverpackungen noch Trinkhalme, Gabeln, Löffel, Gadgets oder Spielzeuge beifügen möchten. Produzenten wie auch der Gesetzgeber geben vor, wo diese Zugaben sitzen dürfen. Die Rundläufer-Applikationsanlagen müssen also sicherstellen, dass alles selbst bei hohen Prozessgeschwindigkeiten immer an der vorab definierten Stelle landet.

Rundläufer mit 16 Stationen

Beim Sondermaschinenbauer Geyssel war maßgeblich, dass Pilz nicht nur qualitativ hochwertige Produkte, sondern faktische Unterstützung in allen Fragen rund um Automation und Sicherheit bietet.
Beim Sondermaschinenbauer Geyssel war maßgeblich, dass Pilz nicht nur qualitativ hochwertige Produkte, sondern faktische Unterstützung in allen Fragen rund um Automation und Sicherheit bietet. (Bild: Pilz GmbH & Co. KG/Geyssel Sondermaschinen GmbH)

Ein- oder mehrbahnige Transportbänder führen dem Rundläufer-Applikator fertig befüllte Behälter zu, Sensoren erfassen die befüllten Produkte berührungslos. Zentrales Element der Anlage ist ein Rundläufer mit 16 Stationen, die um die vertikale Antriebsachse gruppiert sind. Im Eingangsbereich sorgt eine Eingangsschnecke für gleichmäßige Abstände, ein Einlaufstern befördert das Packgut auf die Plätze rund um die Hauptwelle. Optische Sensoren detektieren die aufgebrachten Druckmarken. Servomotoren an jeder der 16 Aufnahmestationen drehen Dose, Becher oder Flasche in die korrekte Ausrichtposition. Eine Düse versieht die Gefäßwand mit Leimpunkten, ein Appliziergetriebe bringt die aufzubringenden Objekte auf. Das packfertige Convenience-Produkt wird vor der Auswurfstation noch in die gewünschte Position gedreht und läuft über ein Ablaufband zur finalen Packstation.

Im Zuge der Neukonzeption des Applikators stand auch die Frage nach einem geeigneten Sicherheitskonzept an: „Beim Vorgängermodell hatten wir noch klassische Relaistechnik im Einsatz, bei der neuen Maschine sollten diese durch eine leistungsfähige Kleinsteuerung ersetzt werden“, sagt Steffen Bienert, Elektrokonstrukteur bei Geyssel.

Sichere Verriegelung gefordert

Gefahren gehen insbesondere von der zentralen Antriebswelle und den schnell rotierenden 16 Stationen aus. Vier Türen und eine zuführende Klappe müssen so gesichert werden, dass Bediener und Personen im Umfeld nicht gefährdet werden. Dies erfordert eine sichere Verriegelung mit sicherer Zuhaltung, um jedes mutwillige oder versehentliche Öffnen von Klappen oder Schutztüren im laufenden Betrieb unmöglich zu machen.

Entscheidend für Geyssel war, dass das robuste und kompakte Schutztürsystem PSENmlock von Pilz das einzige seiner Art mit mechanischem Fehlerausschluss ist. Das kompakte Schutztürsystem PSENmlock setzt Geyssel standardmäßig ein.
Entscheidend für Geyssel war, dass das robuste und kompakte Schutztürsystem PSENmlock von Pilz das einzige seiner Art mit mechanischem Fehlerausschluss ist. Das kompakte Schutztürsystem PSENmlock setzt Geyssel standardmäßig ein. (Bild: Pilz GmbH & Co. KG)

Hier kam das sichere Schutztürsystem Psenmlock von Pilz ins Spiel. Es eignet sich besonders für Maschinen mit gefährlichem Nachlauf und rotierenden Gegenständen, die eine sichere Zuhaltung verlangen. Will der Bediener etwa wegen einer Fehlfunktion oder einer nicht korrekt ausgerichteten Dose eingreifen, gibt das System keine Türe oder Klappe zum Öffnen frei – erst wenn die Anlage per Not-Halt-Funktion in den sicheren Stillstand gefahren wurde.

Verriegelung und sichere Zuhaltung in einem Gerät

Entscheidend für Geyssel: „Wir haben uns unter anderem für Psenmlock entschieden, weil es Verriegelung und sichere Zuhaltung in einem Gerät bietet. Ein zusätzliches Plus sind die komfortablen Einbau- und Diagnosefeatures, die das Gerät vielseitig verwendbar machen“, ergänzt Steffen Bienert. Schließlich will Geyssel Psenmlock auch bei anderen Applikations-, Verpackungs-, Prüf- und Sondermaschinen einsetzen. Bei Psenmlock sind die LEDs an drei Gehäuse-Seiten angebracht und damit für Diagnosezwecke unabhängig von der Einbausituation gut ablesbar. Ein flexibel gelagerter Betätiger sorgt zudem für hohen Toleranzausgleich – falls eine Tür um ein paar Millimeter absacken sollte. Realisiert wird die sichere Zuhaltung über eine zweikanalige Ansteuerung.

Die für ihre Zwecke geeignete Kleinsteuerung fand Geyssel in der konfigurierbaren sicheren Kleinsteuerung Pnozmulti 2 von Pilz: Das 45 mm schmale Basisgerät Pnoz m B0 stellt 20 sichere Eingänge und 4 sichere Halbleiterausgänge zur Verfügung und ist flexibel erweiterbar. (jv)

*Ruben Maas ist Vertriebsingenieur bei der Pilz GmbH & Co. KG
*Ruben Maas ist Vertriebsingenieur bei der Pilz GmbH & Co. KG (Bild: Pilz GmbH & Co KG)

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