3D-Druckpulver Insektenkot als Ausgangsmaterial für den 3D-Druck

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Allgemein werden Termiten als Schädlinge betrachtet. Ihre Ausscheidungen könnten jedoch bald gefragt sein. Denn diesen natürlich vorprozessierten Rohstoff wollen Forschende an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) als Pulver für den 3D-Druck qualifizieren.

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Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) unterhält die weltweit größte Termitenzucht mit 25 der schädlichsten Arten aus der ganzen Welt. Hier sind Soldaten einer Trockenholztermitenart zu sehen.
Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) unterhält die weltweit größte Termitenzucht mit 25 der schädlichsten Arten aus der ganzen Welt. Hier sind Soldaten einer Trockenholztermitenart zu sehen.
(Bild: BAM)

Termiten ernähren sich bevorzugt von organischem Material wie Holz, Humus oder Gras. Laut BAM bestehen die untersuchten Ausscheidungen von Trockenholztermiten aus kleinen Partikeln mit einer Größenverteilung zwischen 0,6-1,0 mm. Das sind ein bis zwei Größenordnungen mehr als typischerweise verwendete Pulver aus keramischen, metallischen oder polymeren Werkstoffen. Dies muss nicht unbedingt nachteilig sein, da gröbere Pulver größere Schichtdicken und somit höhere Aufbauraten erreichen. Zudem sollen die rieselfähigen Partikel eine besonders hohe Dichte im Vergleich zu Holz besitzen. Das alles macht sie interessant als Ausgangsmaterial für den pulverbasierten 3D-Druck per Binder-Jetting. Um eine ausreichende Festigkeit des Bauteils zu erreichen, kann das gedruckte Bauteil mit einem Binder zusätzlich infiltriert werden. Derzeit laufen an der BAM Versuche, die 3D-gedruckten Strukturen mit Baumharzen zu infiltrieren.

Dieses Forschungsvorhaben hat die BAM in einer Publikation zur Kreislaufwirtschaft vorgestellt.

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