Konstruktions-Dienstleister Ingenieurbüro für Mechatronik, Konstruktion, Entwicklung, CAD, FEM Analysen

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Ullrich Höltkemeier / Karl-Ullrich Höltkemeier

Entwicklung und Konstruktion im Kundenauftrag: Dies sind die Schwerpunkte des Entwicklungsdienstleisters aus Augsburg und Berlin. Gegründet 1984, ist das Unternehmen vor allem im Bereich der Entwicklung von Produktionsmaschinen, wie Werkzeug- und Sondermaschinen, aber auch in der Produktentwicklung bis hin zu Kleingeräten der Mechatronik tätig. konstruktionspraxis hat vor Ort nachgefragt bei Sabine Roschiwal, kaufmännische Geschäftsführerin und Robert Merk, technischer Geschäftsführer.

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Wofür steht der Name Roschiwal+Partner?

Sabine Roschiwal: Für Entwicklung und Konstruktion im Kundenauftrag und zwar im hochtechnologischen Maschinenbau. Unsere Philosophie ist, dass der Kunde naturgemäß über eine enorme Wissenstiefe in seinem Fachbereich verfügt. Wir hingegen bringen aufgrund unserer breiten Erfahrungen aus sehr verschiedenen Bereichen eine enorme Wissensbreite mit. Wenn es gelingt, dies zu verbinden, entstehen in der Regel innovative und oft auch patentfähige oder kostenoptimale Lösungen.

Wie sieht Ihre konkrete Hilfe für den Konstrukteur des Kunden aus?

Robert Merk: Wir arbeiten in der Regel nicht vor Ort sondern bei uns im Haus und können hier auf einen Pool von langjährigen erfahrenen Mitarbeitern zurückgreifen. Entsprechend der Aufgabenstellung wählen wir die Mitarbeiter aus und setzen sie zusammen „an einen Tisch“. D.h. der Kunde erhält von uns nicht einfach nur Manpower wie z.B. bei Verleihfirmen, die vor Ort arbeiten sondern er erhält das Wissen der ganzen Firma und letztendlich eine Lösung für sein Problem. Und während des Projekts ist der Kunde über Arbeitstreffen oder auch über Bildschirmkonferenzen natürlich immer ganz eng eingebunden. Die Zeichnungen erhält er natürlich entsprechend seiner Werksnormen und werksüblichen Gepflogenheiten.

Ist das Thema Herstellungskosten für Sie ein Thema?

Robert Merk: Herstellkosten haben eine hohe Priorität. Bei unseren fortschrittlichen Kunden ist ein Pflichtenheft ohne Vorgabe der Zielkosten unvollständig. D.h. in jeder F+E-Phase erfolgt eine ständige Überprüfung durch eine mitlaufende Kalkulation. Besonders bei Produkten mit hohen Stückzahlen hat sich das, eventuell auch in Kombination mit vorbeugender Qualitätssicherung mittels einer FMEA bewährt.

Was verkaufen, bzw liefern Sie ihren Auftraggebern?

Sabine Roschiwal: Wir bieten unseren Kunden den kompletten Entwicklungsprozess an: Von ersten Ideen und Konzepten über die Erstellung sämtlicher Fertigungsunterlagen, Einzelteilzeichnungen, Zusammenstellungszeichnungen und konstruktionsbegleitender Berechnungen bis hin zur Lieferung von Prototypen, und das in der Regel zum Festpreis. Da unterscheiden wir uns deutlich von vielen anderen Ingenieurbüros, die nur als verlängerte Werkbank arbeiten.

Es sind aber natürlich auch alle Leistungen einzeln bestellbar, d.h. der Kunde muss nicht eine komplette Maschine entwickeln lassen sondern er wählt nur den Baustein Berechnung oder eine Studie zu einem neuen Maschinenkonzept mit unterschiedlichen Lösungsansätzen für sein Problem.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt momentan in der Überarbeitung von bereits bestehenden Maschinen unter Kostengesichtspunkten. Dabei ist die klassische Wertanalyse aufgrund der begrenzten Stückzahl und zunehmend kürzeren Innovationszeiten bei Investitionsgütern nur bedingt einsetzbar: Es wird eine große Anzahl von Mitarbeitern gebunden, sie dauert sehr lange und nach Abschluss der WA muss die eigentliche Konstruktion noch durchgeführt werden. Unser Kostensenkungsprogramm funktioniert daher etwas anders: Es ist eine methodische Vorgehensweise für die Kostenoptimierung speziell bei Investitionsgütern und nutzt die Vorteile der Wertanalyse, der ABC-Analyse sowie verschiedener Kreativitätstechniken.

Ohne Software kein Auftrag und dann muss es noch die Richtige sein. Sie arbeiten mit mehreren Software-Tools, eines davon ist Pro/E. Wo sehen sie die Vorteile dieser 3D-CAD-Software?

Robert Merk: Wir sind der Meinung, dass mittlerweile fast alle Programme einen ähnlichen Umfang an Modulen und Funktionen haben. Aber es gibt in Pro/E einige Funktionen, die einen tollen „Komfort“ bieten, z.B. ist der Skizzenmodus ist sehr komfortabel und beim Zusammenbau von Teilen wird man vom System gut unterstützt. Parameter werden durch die Verwendung von Datenbanken im Hintergrund immer umfangreicher und wichtiger. Hier kann man einfach im Baugruppen- Teilebaum ändern bzw. kontrollieren, ohne jedes Teil einzeln aufrufen zu müssen. Und nicht zu vergessen die vollparametrische Zeichnungsableitung. Bei geschickter Modellierung kann man sich die Maße automatisch in die Zeichnung einblenden lassen und im Zeichnungsmodus ändern. Damit kann man auch kein Maß in der Zeichnung vergessen. Bei aufwendigeren Teilen geht das natürlich nur bedingt; hier hilft es aber oft schon, wenn man einen Teil der Modellmaße nutzen kann.

Warum findet sich Pro/E in ihrem Angebot und wie sind Sie zu diesem Tool gekommen?

Sabine Roschiwal: Pro/E war das erste 3D-System, mit dem wir vor 14 Jahren angefangen haben. Die Entscheidung für dieses Tool ist auch hier durch unseren Kunden gefallen, der das System als Auftragsvoraussetzung vorgegeben hat. Aufgrund der heutigen großen Verbreitung im Maschinenbau arbeiten wir nach wie vor auch auf Pro/E.

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Was bedeutet „Kompatibel zu Ihrem System“? Wie kompatibel sind Sie zu Ihren Kunden und wie lösen Sie Schnittstellenprobleme?

Robert Merk: Die technische Zeichnung bzw. die Ableitung aus dem 3D-CAD-Modell ist die Sprache des Ingenieurs – beim Kunden und bei uns. Die Zeichnung bzw. Ableitung ist Schnittstelle zwischen Konstruktion und Fertigung und Informationsträger durch den ganzen Entwicklungsprozess. Voraussetzung ist aber, dass beide exakt die gleiche Sprache sprechen. Das heißt: nicht nur das CAD-System muss dasselbe sein, sondern auch das Update, die Version und die Einstellungen. Hier richten wir uns völlig nach unseren Kunden. Das bedeutet für uns, dass wir heute mit 10 verschiedenen CAD-Systemen arbeiten und dabei dann auch noch jeweils 3-4 verschiedene Releases im Einsatz haben. Damit vermeiden wir Schnittstellenprobleme. Häufig sind wir auch über VPN auf dem Kundenserver eingebunden und arbeiten direkt im Netz des Kunden. Dadurch entstehen dann Schnittstellenprobleme erst gar nicht.

Wer entscheidet welche Software wo und wann eingesetzt wird?

Sabine Roschiwal: In der Regel der Kunde. Der gibt uns genau vor, auf welchem System er die Zeichnungen erhalten will und auch mit welchem Release. Denn er will natürlich die Zeichnungen am Ende eines Auftrags mit möglichst wenig Aufwand bei sich einspielen. Es kommt sehr selten vor, dass wir in der Wahl des Systems frei sind. Dann entscheiden wir je nach Aufgabenstellung, welches System am sinnvollsten eingesetzt werden kann.

Wie hilft Ihnen der Software-Dienstleister Inneo Solution?

Robert Merk: Grundsätzlich pflegen wir mit unseren Systemlieferanten einen guten Kontakt. Und man kann sich ja durchaus auch gegenseitig zu helfen. So können sich potentielle Neukunden beispielsweise bei uns die Software vor Ort „im Einsatz“ ansehen, und im Gegensatz können wir uns auch über Inneo als Dienstleister im Bereich Pro/E präsentieren. Daneben nutzen wir natürlich auch die üblichen Dienstleistungen wie Schulungen und Versorgung mit Updates.

Wie sehen sie die Zukunft eines Ingenieurbüros für Mechatronik, Konstruktion, Entwicklung, CAD, FEM Analysen?

Sabine Roschiwal: Auch wenn die Zeiten im Moment nicht ganz einfach sind, denken wir doch, dass die Dienstleistungsbranche auch weiterhin ein Wachstumsmarkt ist. Kreative Ingenieurleistungen werden in Zukunft ihre Berechtigung behalten und ihre Bedeutung sogar noch steigern, weil die Innovationsgeschwindigkeit stetig zunimmt. Umfragen, die sich auch mit den Aussagen vieler unserer Kunden decken, belegen außerdem, dass Ingenieurkapazität auf Jahre hinaus in großem Umfang fehlt. (Entwicklungsingenieure sind innerhalb der Ingenieursparte noch dünner gesät.) Darüber hinaus sind bzw. werden Entfernungen zu Kunden und Partner-Gesellschaften durch weltumspannende Netze nahezu bedeutungslos. Alles in allem sehr gute Voraussetzungen für einen Ingenieurdienstleister.

Dipl.-Ing. Ullrich Höltkemeier, Chefredaktion konstruktionspraxis

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