Push-in-Anschlusstechnik

Industriesteckverbinder schneller anschließen

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Thomas Wolting / Sandra Häuslein

Mit der Push-in-Technik lässt sich die Verdrahtung auch im schweren Steckverbinder mit festpoligen oder modularen Kontakteinsäten schnell und werkzeuglos erledigen.
Mit der Push-in-Technik lässt sich die Verdrahtung auch im schweren Steckverbinder mit festpoligen oder modularen Kontakteinsäten schnell und werkzeuglos erledigen. (Bild: Phoenix Contact)

Steckverbinder mit Anschlusstechniken, die eine schnelle und einfache Installation ermöglichen, reduzieren Aufwand und Kosten. Hier zeigt die Push-in-Anschlusstechnik ihre Vorteile - und das in allen Baugrößen und Bauformen der Steckverbinder-Serie Heavycon.

Da zeitgemäße Maschinen und Anlagen zunehmend aus Segmenten und Modulen entstehen, kommen auch immer mehr Schnittstellen zum Einsatz. Für den Anlagenplaner ist es von großem Vorteil, wenn alle benötigten Informationen und Daten dieser Schnittstellen in einem Online-Konfigurator zur Verfügung stehen – wie bei den Steckverbindern von Phoenix Contact. Die benötigten Informationen können dann als 3D-Daten heruntergeladen und auf einfache Weise in den Aufbauplan der Maschine oder Anlage eingebunden werden. Der Planer erhält eine Stückliste mit den ausgewählten Komponenten mit einer weltweit einmaligen Referenznummer, sodass er jederzeit und von überall auf die Daten der Komponenten zugreifen kann. Schon hier kann er auf intelligente Anschlusstechnik achten, damit der Anschluss später leicht von der Hand geht.

Push-in für schwere Steckverbinder

Bei Reihenklemmen ist der Push-in-Anschluss seit vielen Jahren im Einsatz, jetzt vereinfacht er auch die Arbeit mit schweren Steckverbindern. Das Funktionsprinzip ist das gleiche wie bei den Reihenklemmen, dennoch gibt es beim Einsatz direkt in der Maschine und Anlage doch einige Besonderheiten. Bei vielen Steckverbinder-Modulen – etwa bei den B24-Kontakteinsätzen der Baureihe Heavycon von Phoenix Contact – ist aufgrund der Kompaktheit der vorhandene Raum eingeschränkt. Außerdem muss stets die Steckkompatibilität zu anderen Anschlusstechniken gegeben sein. In der B-Serie der Heayvcon-Baureihe werden die Kontakte gestanzt oder gerollt und anschließend mit der Klemmfeder bestückt. Das „Markenzeichen“, der orangefarbene Aktivator, wird ebenfalls in einem Prozessschritt montiert. Durch das federnde Klemmelement ist der Anschluss vibrationssicher und kann in Industrieanwendungen auch im schwierigen Umfeld eingesetzt werden.

Einfach ist auch die Verarbeitung des Steckverbinders: Die Litze wird abisoliert und mit einer Aderendhülse versehen. Der Leiter wird ohne Werkzeug in die Kontaktkammer gesteckt. Die Vorteile der Push-in-Technik, wie die schnelle und einfache Kontaktierung, werten damit auch diese Komponenten auf.

Kompakte Anschlussklemme für 12-polige Module

Für die digitalisierte Produktion werden immer häufiger hochpolige Module benötigt. Signale werden zusammengeführt, Messergebnisse werden übertragen, Daten werden im Steckverbinder gesammelt. Mit der Einführung der Baureihe HC Modular sind diese Schritte klar definiert worden – die Anschlusstechnik ist auch für kleine Leiterquerschnitte verfügbar. Auch hier muss auf Steckkompatibilität geachtet werden, auch hier ist der verfügbare Raum definiert. Auf der einen Seite kann der Anschluss über Crimp-Kontakt hergestellt werden, während das Gegenstück mit einem Push-in-Anschluss versehen wird. Auf Grund der geforderten hohen Flexibilität sind die technischen Anforderungen auch hier klar definiert. Beide Module können – unabhängig von der Anschlusstechnik – für Spannungen bis zu 250 V eingesetzt werden.

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Inzwischen stehen zahlreiche Kontakteinsätze mit Push-in-Anschluss zur Verfügung. Mit den neuen PE-Anschlüssen, die ebenfalls über Push-in-Technik verfügen, wird die Installation einfacher. So können jetzt alle Isolierkörper schon vor der Verdrahtung an einen Schaltschrank montiert werden. Mit dem zuvor montierten PT-Adapter für den PE-Anschluss sind alle Anschlüsse im Schaltschrank erreichbar. Der Schaltschrank kann vollständig mit allen Schnittstellen versehen und montiert werden. Auch die Verdrahtung geht erheblich schneller von der Hand. Denn alles, was am Steckverbinder anzuschließen ist, wird von innen verdrahtet. Das aufwendige und nachträgliche Montieren der Steckverbinder entfällt. Der Steckverbinder verbleibt in seiner Position – im Schaltschrank können dann die flexiblen Litzen gut verlegt werden.

Einheitlicher Anschluss

Der Heavycon-Steckverbinder verfügt nun bei allen Gehäusebaugrößen über mindestens einen Kontakteinsatz mit Push-in-Anschluss. Die kleinen Kontakteinsätze der Baureihen HC-A03 und HC-A04 besitzen einen Push-in-Anschluss für Leistung und PE-Kontakte. Für die größeren Baureihen HC-D15 und HC-D25 stehen die Kontakteinsätze HC-A10 und HC-A16 zur Verfügung. Zusätzlich zu den Leistungskontakten gibt es einen PT-Adapter für den PE-Anschluss. Die am häufigsten genutzten Kontakteinsätze – die B-Serien – stehen für alle Polzahlen zur Verfügung: 6, 10, 16 und 24. Das Programm an Kontakteinsätzen kann in alle Gehäuse der zugehörigen Baugröße eingesetzt werden. Dabei kommen Gehäuse aus Kunststoff oder aus Aluminiumdruckguss sowie Gehäuse mit frei wählbarem Verschraubungsabgang zum Einsatz.

Ein Steckverbinder besteht unabhängig von der Anschlusstechnik aus vielen Einzelkomponenten. Mit der Gehäuseserie HC-Evo bietet Phoenix Contact ein Tüllengehäuse mit einer Verschraubung, die einen geraden oder seitlichen Kabelabgang zulässt. Die Verschraubung wird über den Bajonett-Anschluss in die gewünschte Abgangsrichtung gesetzt, was im eingebauten Zustand noch geändert werden kann. (sh)

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* Dipl.-Ing. Thomas Wolting ist im Produkt Marketing Industrial Field Connectivity bei Phoenix Contact beschäftigt.

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