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Modularisierte Sonderzylinder Individuelle Serienfertigung von Hydraulikzylindern ohne Over-Engineering

| Redakteur: M.A. Bernhard Richter

Systematisch modularisierte Zylinder sind das Rückgrat für eine effiziente Sonderfertigung – selbst wenn umfangreiche Aufgaben für Konstruktion und Entwicklung anfallen. Der scheinbare Gegensatz hat aber Methode.

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Ein umfangreiches Standardprogramm für Hydraulikzylinder ist die Grundlage – dennoch laufen etwa 70% der von Hänchen gefertigten Zylinder als Sonderzylinder.
Ein umfangreiches Standardprogramm für Hydraulikzylinder ist die Grundlage – dennoch laufen etwa 70% der von Hänchen gefertigten Zylinder als Sonderzylinder.
(Bild: Hänchen)

Qualität war dabei schon immer ein Schlüssel zum Erfolg, seit das Unternehmen 1925 gegründet und nach dem Krieg in Ostfildern bei Stuttgart in der Antriebstechnik für Industrieanwendungen einen Neuanfang machte. Gerade in den letzten Jahren haben der webbasierte Produktkonfigurator Hä-Ko und das dahinter stehende Know-how für Konstruktion und Fertigung den Kunden eine nahezu unbegrenzte Produktauswahl ermöglicht. Dahinter steht ein System von Konstruktions- und Fertigungsmodulen, mit dem Hänchen seine Expertise zusammenfasst und verfügbar macht. Entscheidend sind Kenntnisse unterschiedlichster Einsatzumgebungen, branchenüblicher Belastungen und Zyklen sowie ein umfassendes Wissen, worauf es bei linearen Antriebslösungen im industriellen Bereich ankommt. Wo Aufträge im Rahmen dieses äußerst umfangreichen Standardprogramms über den Hä-Ko erfolgen, ist keine Sonderkonstruktion notwendig.

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Sonderzylinder

Das in der dritten Generation familiengeführte Unternehmen hat aus der Vergangenheit auch den Ruf als Sonderspezialist. So kommt es, dass viele Sonderzylinder mit einer Losgröße von eins bis drei in die Produktion gehen, die dann Jahre oder Jahrzehnte später wieder abgefragt werden. Durch die Modularisierung der Konstruktionsmakros für den HäKo lässt sich dennoch das Prototypenrisiko minimieren. Die Produktion ist eine sogenannte Werkstattfertigung, welche die Einzelprodukte und Kleinserien prozessoptimiert und prozesssicher durchlaufen. „Der Kunde bekommt immer einen hochwertigen Zylinder, der reibungslos durch unsere standardisierten Fertigungsschritte läuft“, fasst Stefan Hänchen zusammen. Er ist Verkaufsleiter und zugleich einer der Geschäftsführer.

Es entsteht ein Zylinder, der überraschend preiswert sein kann, weil er exakt auf seine Anwendung ausgelegt ist. Kosten fallen nur dort an, wo eine Neukonstruktion einen Nutzen hat. Ansonsten stehen die Konstruktionsmakros zur Verfügung. Durch kalkulierbare Stückzahlen lassen sich zeit- oder kostenintensive Produktelemente günstiger vorfertigen.
Es entsteht ein Zylinder, der überraschend preiswert sein kann, weil er exakt auf seine Anwendung ausgelegt ist. Kosten fallen nur dort an, wo eine Neukonstruktion einen Nutzen hat. Ansonsten stehen die Konstruktionsmakros zur Verfügung. Durch kalkulierbare Stückzahlen lassen sich zeit- oder kostenintensive Produktelemente günstiger vorfertigen.
(Bild: Hänchen)

Serienzylinder

Serien im eigentlichen Sinn beginnen mit einer Stückzahl von dreißig und umfassen einen Kolbendurchmesser bis 140 mm sowie einen Hub bis 1000 mm. Auftraggeber sind häufig mittelständische Unternehmen mit industriellen Anwendungen. Bei Anfragen zu Serienzylindern geht Hänchen ganzheitlich vor, um einen Zylinder mit optimiertem Preis-Leistungszylinder anzubieten. „Entscheidend ist für uns, dass Vertrieb, Entwicklung und Fertigung gemeinsam an einem Tisch das Projekt gestalten und verantworten,“ so der Geschäftsführer. Dieses Team definiert Materialien, Dichtungen und sonstige Ausprägungen für den speziellen Anwendungsfall und die Kundenanforderung. Nicht benötigte standardisierte Module entfallen oder werden durch Sonderkonstruktionen ersetzt. Der Kunde kann seine Wünsche – aber auch Probleme und Schwierigkeiten – direkt einbringen und so definieren, was er braucht und was nicht. So lässt sich ein Over-engineering vermeiden.

So entsteht ein Zylinder, der überraschend preiswert sein kann, weil er exakt auf seine Anwendung ausgelegt ist. Deshalb entstehen Kosten nur dort, wo eine Neukonstruktion einen Nutzen hat. Ansonsten stehen die Konstruktionsmakros zur Verfügung. Durch kalkulierbare Stückzahlen lassen sich zeit- oder kostenintensive Produktelemente günstiger vorfertigen und die Logistik optimieren, was Preis und Lieferzeit positiv beeinflusst.

Systematische Optimierung

„Gute Qualität ist nicht zwangsläufig teuer“, unterstreicht Stefan Hänchen. „Wir arbeiten kontinuierlich daran, die vorhandenen Strukturen und Produktionsstätten zu optimieren.“ Optimierung darf aber auf keinen Fall auf Kosten der notwendigen Qualität gehen.Das Unternehmen produziert genauer als marktüblich und nutzt trotz des Mehraufwandes gehonte Laufflächen, um Langlebigkeit und minimale Reibung sicherzustellen. Dies gilt für Standard-, Sonder- und Serienzylinder. „Qualität ist allerdings nur bedingt vom Aufwand abhängig.“ Auch der Austausch von Zylindern aus der Eigenfertigung sei eine Möglichkeit. „Wichtigster Schlüssel ist und bleibt Qualität“, betont Hänchen abschließend.

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