Handlungsempfehlungen In fünf Schritten zum digitalen Produktpass

Von Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler 3 min Lesedauer

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Der digitale Produktpass kommt. Für alle Unternehmen, die sich fragen, ob und wie sie betroffen sind, bieten das Fraunhofer IEM und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie jetzt eine kompakte Checkliste für den erfolgreichen Einstieg.

(Maks Lab - stock.adobe.com)
(Maks Lab - stock.adobe.com)

Der digitale Produktpass (DPP) ist ein wesentlicher Baustein der nachhaltigkeits- und wirtschaftspolitischen Agenda der Europäischen Union. Er soll Produktinformationen über den gesamten Lebenszyklus bündeln und Unternehmen unterstützen, transparente, langlebige und zirkuläre Produkte zu schaffen. Der digitale Produktpass wird schrittweise und branchenspezifisch eingeführt. Erste Vorgaben werden bereits in den kommenden Jahren wirksam. Klar ist jedoch: Die meisten Unternehmen werden davon betroffen sein, entweder direkt oder über Anforderungen in ihrer Wertschöpfungskette. „Viele Unternehmen haben die relevanten Daten bereits. Sie sind aber verteilt über verschiedene Systeme und ohne klare Struktur“, sagt Christian Kürpick, Abteilungsleiter Digitale Transformation am Fraunhofer IEM. „Die Herausforderung besteht darin, diese Daten nutzbar zu machen und den digitalen Produktpass nicht nur als Pflicht zu sehen, sondern als Werkzeug für effizientere Prozesse und Wettbewerbsvorteile.“ 

Das Event für Konstruktions- und Entwicklungsleiter

Herausforderungen in der Produktentwicklung effizient lösen

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(Bild: Bild: VCG)

Der Schlüssel für den Erfolg eines Unternehmens liegt in Konstruktion und Entwicklung. Hier entstehen innovative Produkte, die die Wettbewerbsfähigkeit sichern. Das Konstruktionsleiter-Forum sensibilisiert für die Herausforderungen der Produktentwicklung des 21. Jahrhunderts, und zeigt praxisorientierte Lösungen auf. Dazu zählen Tools und Methoden, um innovative Ideen strukturiert zu entwickeln und den Produktentstehungsprozess schlank und effizient zu gestalten.

In fünf Schritten zum digitalen Produktpass

Aus der gemeinsamen Projektarbeit haben die Forschungspartner zentrale Erfolgsfaktoren abgeleitet, mit denen Anwender den digitalen Produktpass strukturiert umsetzen können:
 

  • Schritt 1: Daten frühzeitig strukturieren
    Ohne saubere Datenbasis wird die Umsetzung des digitalen Produktpasses schnell komplex. Verschaffen Sie sich einen Überblick, welche produktbezogenen Daten wo vorhanden sind (z. B. ERP, PLM)? Definieren Sie klare Zuständigkeiten, Standards und ein einheitliches Datenmodell.
  • Schritt 2: Fachübergreifend denken und handeln
    Der digitale Produktpass betrifft nicht nur die IT oder Nachhaltigkeit, sondern das gesamte Unternehmen. Binden Sie frühzeitig alle relevanten Bereiche wie Entwicklung, Einkauf und IT, aber auch Kunden und Lieferanten ein. Klären Sie, wie Daten gemeinsam genutzt werden können.
  • Schritt 3: Potenziale erkennen
    Richtig eingesetzt verschlankt der digitale Produktpass Prozesse und eröffnet neue Möglichkeiten für datenbasierte Produkte und Services. Definieren Sie konkrete Use Cases, in denen der digitale Produktpass Ihrem Unternehmen echte Mehrwerte schafft. So erkennen Sie strategische Chancen für Ihr Geschäft.
  • Schritt 4: Umsetzung planen 
    Externe Lösung oder Eigenentwicklung? Die technische Umsetzung entscheidet maßgeblich darüber, wie flexibel und skalierbar Ihr digitaler Produktpass ist. Treffen Sie eine bewusste Entscheidung: Eine externe Lösung bietet schnellen Einstieg und Zugriff auf Grundfunktionalitäten. Die Flexibilität kann jedoch geringer sein. Eine Eigenentwicklung ermöglicht Kontrolle, Integration und Differenzierung, erfordert jedoch regulatorisches und IT-technisches Spezialwissen. Ein Hybridansatz kombiniert beide Welten.
  • Schritt 5: Klein starten und schrittweise wachsen
    Ein digitaler Produktpass entsteht in Etappen. Piloten liefern dabei wertvolle Erkenntnisse für den weiteren Aufbau. Starten Sie mit einem überschaubaren Pilotprodukt. Sammeln Sie Erfahrungen, testen Sie Prozesse und skalieren Sie anschließend in Breite und Komplexität.

DPP-Readiness-Check: Starten statt warten

Aus Sicht der Forschungspartner ist klar: Entscheidend ist nicht die perfekte Lösung, sondern der erste Schritt. „Unsere Projekterfahrungen zeigen: Unternehmen, die früh starten, entwickeln in kurzer Zeit ein klares Verständnis für ihre Daten und Prozesse“, sagt Holger Berg, Stellv. Abteilungsleiter und Co-Leiter des Forschungsbereichs Digitale Transformation am Wuppertal Institut. „In einer strukturierten Projektphase lassen sich konkrete Roadmaps erarbeiten und erste Prototypen anstoßen. Das schafft Sicherheit und Dynamik für die weitere Umsetzung.“

Um Unternehmen genau dabei zu unterstützen, bieten das Fraunhofer IEM und das Wuppertal Institut gemeinsam einen Readiness-Check für den digitalen Produktpass an: In nur vier Wochen werden unternehmensspezifische Chancen und der Status Quo ersichtbar. Dank individueller Roadmap können Unternehmen mit konkreten Handlungsempfehlungen in die Umsetzung starten – und verschaffen sich dabei Transparenz über Daten, reduzieren Abstimmungsaufwände und legen die Grundlage für effiziente Prozesse sowie Chancen auf neue Geschäftsmodelle. 

Bei Interesse am Readiness Check können Sie sich an Christian Kürpick, Abteilungsleiter Digitale Transformation, Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM, wenden.

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