Produktentstehung „Immer mehr Use Cases machen das Potenzial von KI im Engineering transparent“

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Mit dem KI-Marktplatz entsteht ein Ökosystem, welches KI-Experten, Anbieter und Anwender zusammenbringen will, um das Potenzial der künstlichen Intelligenz in der Produktentstehung auszuschöpfen. Wie das funktioniert und wie der aktuelle Stand ist, verrät Projektkoordinator Leon Özcan im Interview.

Auf dem digitalen Marktplatz für Künstliche Intelligenz in der Produktentstehung können sich Anwender, Anbieter und Experten austauschen, Produkte platzieren und Lösungen erhalten.
Auf dem digitalen Marktplatz für Künstliche Intelligenz in der Produktentstehung können sich Anwender, Anbieter und Experten austauschen, Produkte platzieren und Lösungen erhalten.
(Bild: Adobe-Stock/Montage: KI-Marktplatz)

Herr Özcan, Sie sind Projektkoordinator des BMWK-Projekts „KI-Marktplatz“. Ganz kurz: Was steckt hinter dem KI-Marktplatz?

Der KI-Marktplatz ist eine Plattform, in der neben einem Matching von KI-Dienstleistern und -Industrieunternehmen ein Raum für sicheren Datenaustausch und Datensouveränität geboten wird. In Umsetzung ist ein App-Store für KI-Lösungen sowie ein Angebot an umfassenden KI-Lösungen mittels eines Baukastenprinzips. So sollen kleine und mittelständische Unternehmen KI-Anwendungen selbst zusammenstellen und in ihre Prozesse integrieren können, ohne dass sie dafür einen Dienstleister beauftragen müssen.

Leon Özcan koordiniert das Projekt KI-Marktplatz und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn.
Leon Özcan koordiniert das Projekt KI-Marktplatz und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn.
(Bild: Heinz Nixdorf Institut)

Welche Potenziale liegen Ihrer Meinung nach in Konstruktion und Entwicklung brach, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz gehoben werden könnten?

Im KI-Marktplatz untersuchen wir, wie mit dem Einsatz von KI die Arbeit von Ingenieuren verbessert werden kann. Wir fokussieren in unserem Projekt die sogenannte Produktentstehung, die alle Prozesse und Aktivitäten umfasst, die der Produktion vorgelagert sind. Hierzu zählen auch die Konstruktion und Entwicklung von neuen Produkten. Hier gibt es eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten, mit denen Effizienzsteigerungen realisierbar sind.

Im Fokus stehen nicht nur KI-Anwendungen für Routinetätigkeiten, sondern auch solche Anwendungen, die bei der Ausübung von wissensintensiven Tätigkeiten unterstützen. Exemplarische Anwendungen sind der intelligente Vergleich von verschiedenen Anforderungsdokumenten oder ein KI-gestütztes Gleichteilemanagement.

Können Sie ein Beispiel nennen, bei dem KI in Konstruktion und Entwicklung schon erfolgreich eingesetzt wird?

Greifen wir das Potenzial KI-gestütztes Gleichteilemanagement auf. Dieses realisieren wir gemeinsam mit unserem Pilotpartner CLAAS. Das KI-gestützte Tool wird in die Konstruktionsumgebung der Ingenieure integriert. Herausforderung ist, dass die Suche nach Gleich- und Ähnlichteilen bei steigender Produktkomplexität und -variantenzahl immer herausfordernder wird. Mit dem entwickelten KI-Tool werden mehr Bauteile wiederverwendet wodurch Herstell-, Entwicklungs- und Lagerkosten eingespart werden und mittelfristig wird die Teileanzahl in der Bestandsdatenbank reduziert.

Wie ist aus Ihrer Sicht die Akzeptanz hinsichtlich KI im deutschen Maschinen- und Anlagenbau?

Noch gering, die Akzeptanz hat über die vergangenen Jahre jedoch stetig zugenommen. Es gibt immer mehr Use Cases, die das Potenzial von KI im Engineering transparent machen. Das hilft bei der weiteren Adaption im Maschinen- und Anlagenbau und immer mehr Unternehmen wissen, mit KI-Anwendungen im Engineering können Entwicklungskapazitäten erhöht und Entwicklungszeiten reduziert werden.

Welche Hürden sehen Sie aktuell noch?

Häufig ist der wahrgenommene Nutzen von KI im Engineering noch sehr abstrakt und die konkreten Potenziale von KI im eigenen Unternehmen nicht bekannt. Es sind niederschwellige Einstiegsformate gefragt, die Unternehmen einen Zugang zu dem Thema ermöglichen. Mit der KI-Potenzialanalyse zeigen wir im KI-Marktplatz, mit welchen konkreten Use Cases KI-gestützt Entwicklungszeiten reduziert werden können.

Wie ist der aktuelle Stand des KI-Marktplatzes?

Wir sind im letzten Projektjahr und bewegen uns auf die Zielgerade zu. Die von uns entwickelten Anwendungen gehen in die finale Entwicklungsphase und demonstrieren ihren Nutzen unter Realbedingungen. Und auch der Marktplatz – unsere zentrale Anlaufstelle für das Thema KI im Engineering macht große Fortschritte. Hier sind wir zuversichtlich, in der verbleibenden Projektlaufzeit eine Grundlage zu schaffen, sodass auch nach Projektende unsere Ergebnisse für Dritte zugänglich bleiben.

Konstruktionsleiterforum

Produktentwicklung neu denken

Der Schlüssel für den Erfolg eines Unternehmens liegt in Konstruktion und Entwicklung. Hier entstehen innovative Produkte, die die Wettbewerbsfähigkeit sichern. Doch kennen Sie die Herausforderungen der Produktentwicklung im 21. Jahrhundert?

Das Konstruktionsleiterforum will Konstruktions- und Entwicklungsleiter für Hürden sensibilisieren, sowie Tools und Methoden aufzeigen, um innovative Ideen strukturiert zu entwickeln und den Produktentstehungsprozess so schlank und effizient wie möglich zu gestalten.

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