CAE-Software Im Automotive-Sektor wird das Elektro- und Fluidengineering neu definiert - GM setzt dabei auf die CAE-Software EPLAN Electric P8

Autor / Redakteur: Birgit Hagelschuer / Karl-Ullrich Höltkemeier

Der weltweit größte Automobilhersteller General Motors geht im Engineering neue Wege. Mit der Entscheidung zum Rollout von EPLAN Electric P8 hat der Konzern die unterschiedlichen CAE-Tools in Europa, Asien und USA auf weltweit einheitlichen Standard gebracht. Going Common & Global ist die Devise des Fahrzeug-Giganten, der mit dem neuen CAE-System die EPLAN-Vorgängersysteme ersetzte. Weltweite Normunterstützung, durchgängiges Collaborative-Engineering und die zugleich objekt- und zeichnungsorientierte Arbeitsweise von EPLAN Electric P8 gaben den Ausschlag.

Anbieter zum Thema

Im globalen Engineering haben Großunternehmen bei der Vereinheitlichung der elektrotechnischen Dokumentation einige Klippen zu umschiffen. Gelten doch für europäische Länder ganz andere Normen als beispielsweise in den USA oder Asien. Häufig müssen globale Projekte demnach auf neue Sprachen, Ausgabeformate und Normen aktualisiert werden – eine zeitraubende Aufgabe für die Konstrukteure. Hinzu kommt: Im europäischen Automotive-Sektor wurde früher EPLAN 5 zumeist als Standard vorgeschrieben – in den USA galten andere Gesetze mit EPLAN 21.

Vorteile beider Systeme zusammen gebracht

Seit 2002 nutzte General Motors EPLAN 21 als objektorientiertes System. Seine Tochterfirmen Opel, Saab oder Vauxhall und deren Zulieferer hingegen setzten bereits seit den 90er Jahren auf EPLAN 5, das grafikorientierte CAE-Tool. Mit der Entwicklung von Electric P8 hat das Unternehmen EPLAN beide Technologien in einem System vereint, Grafik- wie Objektorientierung. So können Projekte und Altdaten sowohl aus EPLAN 5 wie aus EPLAN 21 übernommen werden. Damit ist erst der Schritt zur Vereinheitlichung beider Engineering-Philosophien möglich geworden – Electric P8 unterstützt beide Arbeitsweisen gleichberechtigt.

Ein objektorientierter Ansatz ist dann sinnvoll, wenn sich Änderungen auf sämtliche Darstellungen eines Bauteils auswirken sollen. Die grafische Arbeitsweise hingegen gilt für einen Projektstart als sinnvoll. „Zwischen beiden Ansätzen abwägen muss man nun nicht mehr“, betont Thomas Michels, Produktmanager EPLAN. Das Programm führt dem Konstrukteur intuitiv die Hand, auch das jeweils optimale Bedienkonzept anzuwenden. Wer grafikorientiert anfängt, der kann zu einem späteren Zeitpunkt einfach und problemlos wechseln.

Software passt sich dem Anwender an

Als Basis dient eine feingranulare Speicherung der Einzelelemente, die auf dieser Basis „lose“ an die Objekte gebunden sind. Auf dieser Basis lassen sich auf der einen Seite Funktionen an den grafischen Darstellungen der Bauelemente ausführen, die eben nicht zwangsweise immer gleich die gesamten Geräte verändern und so Flexibilität im Workflow bieten. Auf der anderen Seite gibt es wie bei jedem objektorientierten System auch gerätespezifische Klassen und Methoden, die das objektorientierte Arbeiten realisieren. Damit stärken sich die Vorteile beider Systeme gegenseitig.

Die Vorgehensweise des Users wird nicht von der Datentechnik vorgeschrieben. Das Programm passt sich dem Anwender an und nicht umgekehrt. Für General Motors war dies die Gelegenheit, sein Engineering über Ländergrenzen hinweg zu vereinheitlichen. Durch die Standardisierung der gesamten Dokumentation wird der Konstruktionsprozess nicht nur entscheidend beschleunigt – auch die Qualität steigt entsprechend.

GM´s Fahrzeug-Plattform Epsilon II

„Going Common & Global“ - das erklärte Ziel von General Motors wird seit 2004 konsequent umgesetzt. Eine globale Fahrzeug-Plattform wurde entwickelt – Epsilon II – die Mitte letzten Jahres mit dem Design der Produktionsanlagen ins Rennen ging. Vorab wurden Musterprojekte, Automatisierungsroutinen, Vorlagen und die GCCL (Global Common Component List) in und für EPLAN Electric P8 erstellt.

Auf dieser einheitlichen Plattform planen Länder wie Korea, Indien, China, Mexico, Deutschland, Schweden und USA gemeinschaftlich ihr Engineering. Alle können am gleichen Projekt arbeiten – in der jeweiligen Landessprache und - mit automatischer Konvertierung in die landestypische Symboldarstellung.

Automatischer Normentransfer

Wer glaubt, Elektro-Engineering sei weltweit genormt liegt richtig – der Knackpunkt ist jedoch, dass diese Normen in den verschiedenen Ländern unterschiedlich sind. Um also das Engineering global aufzusetzen, müssen pro Land die jeweils gültigen Normen abgebildet werden. Bei weltweiter Produktion im Falle von GM keine leichte Aufgabe – erneut kommt die Offenheit und Stärke von P8 ins Spiel. Es unterstützt sämtliche internationale Normen wie IEC 61346, JIC, NFPA oder die russische GOST.

Doch damit nicht genug – eine automatische Normenkonvertierung überführt erstellte Projekte in die jeweils benötigte Landesnorm. Dabei werden die Normvorlagen, die Auswertungsformulare und das Mapping der unterschiedlichen Symbolbibliotheken bestimmt. Das System überträgt selbst Alt-Projekte automatisch in die ausgewählte Norm. Ein Klick und via Email und PDF-Export sind Projekte blitzschnell versandt - für weltweiten Datenaustausch über Ländergrenzen hinweg.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

GM-Anforderungen in Software-Entwicklung berücksichtigt

General Motors war als Betatester bereits frühzeitig in die Entwicklung von EPLAN Electric P8 involviert. So sind viele GM-Anforderungen direkt in die Software-Entwicklung eingeflossen.

Globales Arbeiten am Projekt – dafür steht auch das Collaborative-Engineering mit EPLAN Electric P8. Beliebig viele Anwender arbeiten gleichzeitig an einem Projekt – und zwar netzwerkweit, standortübergreifend und über Ländergrenzen hinweg. Durch verteiltes Arbeiten werden Teilprozesse parallelisiert und zeitliche Engpässe kompensiert. Mit der durchgehenden Unicode-Fähigkeit von EPLAN Electric P8 können Schaltpläne in allen Sprachen geliefert werden.

Vom chinesischen Stromlaufplan bis zur schwedischen Stückliste wird alles online oder nach Abschluss der Arbeiten übersetzt. Der Anwender projektiert einfach in seiner Muttersprache und das System übersetzt wie gewünscht, egal ob ein- oder mehrsprachig.

EPLAN Fluid bei GM vorgegeben

Die direkte uneingeschränkte Kopplung von Electric P8 zur Fluidtechnik macht die Verbindung zwischen Hardwarekonstruktion und Fluid-Engineering perfekt. Die gleiche Datenbasis und die Objektorientierung sorgen für Online-Verweise zwischen den unterschiedlichen Dokumentenarten. Änderungen an einer Stelle sind unmittelbar für alle relevanten Funktionen verfügbar – unabhängig von der Disziplin Elektro- oder Fluidtechnik.

Die bei GM definierte Pneumatik wird einheitlich von SMC geliefert – nun galt die Herausforderung, auch die fluidtechnischen Komponenten ins Engineering einzubeziehen. Hier gelang ein gekonnter Brückenschlag: EPLAN Fluid gilt ebenfalls als Liefervorschrift bei GM – und das weltweit. Die entsprechenden SMC-Makros wurden erstellt und dem GM Engineering Team zur Verfügung gestellt.

Der Vorteil: EPLAN Fluid basiert auf der gleichen Datenbasis wie EPLAN Electric P8, da beide Systeme auf einheitlicher Entwicklungs-Plattform aufgesetzt sind – dies sorgt für konsistentes Datenmanagement und effizient gestaltete Prozesse. (hö)

Birgit Hagelschuer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei EPLAN Software & Service, Monheim am Rhein

(ID:210223)