Kreislaufwirtschaft Igus zeigt rostfreies Bike aus Kunststoffabfällen

Quelle: Pressemitteilung

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Mobilität von morgen aus dem Abfall von gestern, hieß das Motto, als Igus das weltweit erste Urban Bike namens Igus:bike aus recyceltem Kunststoff enthüllte.

Von wegen Abfall! Aus ausgedientem Kunststoff baut Igus dieses Urban Bike, dessen positive Eigenschaften kaum ein anderes Material oder ein Werkstoffmix ins Feld führen könnte. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz war erstaunt. Radeln wir den Kunststoffmüll doch einfach weg! Hier mehr dazu...
Von wegen Abfall! Aus ausgedientem Kunststoff baut Igus dieses Urban Bike, dessen positive Eigenschaften kaum ein anderes Material oder ein Werkstoffmix ins Feld führen könnte. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz war erstaunt. Radeln wir den Kunststoffmüll doch einfach weg! Hier mehr dazu...
(Bild: Igus )

Ein Fahrrad aus Kunststoff, das Generationen nutzen können, hat auf der Hannover Messe überrascht. Igus demonstrierte mit diesem korrosionsfreien Vehikel, wie es heißt, ein wegweisendes Konzept für ein Urban Bike, das wartungsfrei ist, ohne Schmiermittel auskommt und auch noch nachhaltig aus recyceltem Kunststoff gefertigt werden kann. Mit seiner Expertise in Kunststoffen für Bewegung macht das Unternehmen das Konzept und viele Bauteile auf der neuen Igus:bike-Plattform für alle Fahrradhersteller verfügbar. Das erste Modell soll Ende des Jahres lieferbar sein. Das robuste und langlebige Urban Bike bestehe vom Rahmen über die Lager bis hin zum Zahnriemen zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff, so Igus.

Idee kam beim Strandurlaub mit Beachbike

„Der Kunststoff auf den Müllhalden dieser Welt wird zu einer wertvollen Ressource“, prognistizierte Frank Blase, Geschäftsführer von Igus. Er war es auch, der im Urlaub am Atlantikstrand die Idee zum später Igus:bike getauften Fahrrad hatte. Denn im Gespräch mit Angestellten eines Fahrradverleihs am Strand erfuhr er von ihren großen Problemen mit den Beachbikes. Diese waren dauerhaft Sand, Wind und Salzwasser ausgesetzt und hielten manchmal nur drei Monate durch, bevor sie ausgetauscht werden mussten. Wartung und Tausch sind in dieser Branche oft teuer und zeitaufwändig.

Das Fahrrad rostet nicht, auch wenn`s rastet

Das Igus:bike sei pflegeleichter als jedes andere Fahrrad. Deshalb könne man das Single Speed Bike bedenkenlos bei Wind und Wetter im Freien stehen lassen und in Sekundenschnelle mit einem Gartenschlauch reinigen. Weil eben alle Bauteile, auch das Getriebe, aus Kunststoff bestehen, rostet nichts am Rad – dieses Kunststück macht den Polymeren plus ihr geringes spezifisches Gewicht, ihre Zähigkeit, ihre leichte Verarbeitung nebst der Recyclebarkeit so schnell keine Materialklasse nach. Leichte und absolut schmierfreie Hochleistungskunststoffe kommen überall am Fahrrad zum Einsatz. Dazu zählen 2-Komponenten-Wälzlager in den Radlagern und entsprechende Gleitlager in der Sattelstütze, nebst Bremshebeln und Pedalen.

All diese Bauteile verfügen über integrierte Festschmierstoffe, die einen reibungsarmen Trockenlauf garantieren – ohne einen einzigen Tropfen Schmieröl. Sand, Staub und Schmutz können sich deshalb erst gar nicht festsetzen. Diese sogenannten Tribo-Kunststoffe von Igus sind bereits lange erfolgreich im Einsatz, sie werden in über 70 Branchen eingesetzt, wozu der Automobilbereich zählt. Aber auch in Ackerschleppern oder Robotern sind sie zu finden. In Fahrrädern bewähren sich dort übrigens in Mountainbikes und E-Cargobikes seit Lange, merkt Igus an.

Fahrradhersteller profitieren von der Igus-Plattform

Igus macht Fahrradherstellern auf der ganzen Welt mit seiner neuen Igus:bike-Plattform das Angebot, diese Technologie gemeinsam voranzutreiben. Die Plattform zeige dabei stets den Stand und Fortschritt aller Komponenten und lade explizit auch Marktbegleiter zur Teilnahme ein. Die Fahrradindustrie soll so befähigt werden, Räder aus Kunststoff zu produzieren, erläutert Blase. Sie soll zu einer Anlaufstelle für Hersteller werden, die ein Kunststoff-Fahrrad bauen möchten und gleichzeitig für alle geeigneten Komponentenhersteller in Sachen Rahmen, Räder, Antriebe und Ritzel aus Kunststoff unterstützen.

Einer der Partner ist das niederländische Unternehmen MTRL – ein Start-up, das in seinem Heimatland erfolgreich 400 Fahrräder mit Rahmen und Laufrädern aus Kunststoff auf die Straßen gebracht hat. Das Fahrrad Start-up wird bis Ende dieses Jahres mit der Produktion und dem Verkauf eines Erwachsenenfahrrads für Städte und eines Kindermodells beginnen. In Deutschland startet die Markteinführung Anfang 2023. In Zukunft sind weitere Versionen, beispielsweise ein E-Bike, geplant. Das Vollkunststoff-Fahrrad soll künftig sowohl in einer Variante aus neuem Kunststoff wie auch in einer Version aus 100 Prozent recyceltem Material verfügbar sein. Erste Prototypen wurden erfolgreich produziert und getestet, die zum Beispiel aus alten Fischernetzen hergestellt wurden.

Nicht gerade billig, aber dafür nachhaltig

Das Adult Bike aus Kunststoffneuware soll 1.200 Euro kosten. Für die Variante mit Recyclingplastik kommt ein Aufschlag von 200 Euro hinzu. Nicht zuletzt soll damit auch das durchaus ungerechte, schlechte Image der Kunststoffe durch überzeugende Argumente ein Stück weit aus der Welt geschafft werden.

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