Hydraulik Hydraulische Direktantriebe lösen Elektromechanik ab

Die Wopfinger Baustoffindustrie GmbH hat die elektromechanische Antriebstechnik von bestehenden Rollenpressen auf hydraulische Direktantriebe von Rexroth umgerüstet. Wie sich das auf die Verfügbarkeit der Anlagen ausgewirkt hat, lesen Sie hier.

Bei einer Geschwindigkeit von 20 U/min ist die Rollenpresse in der Lage, 280 t Material pro Stunde zu verarbeiten.
Bei einer Geschwindigkeit von 20 U/min ist die Rollenpresse in der Lage, 280 t Material pro Stunde zu verarbeiten.
(Bild: Bosch Rexroth)

Zement wird seit jeher vor allem aus Kalkstein, Mergel und Sand hergestellt. Mit der richtigen Mischung an Zuschlagstoffen drehen die Hersteller dann an wichtigen Stellschrauben, um den Zement für spezielle Einsatzgebiete zu qualifizieren. Das Grundprinzip der Zementherstellung ist über die Jahrzehnte hinweg unverändert geblieben: Mühlen zerkleinern das Rohstoffgemisch zu feinem Mehl, das dabei mit dem Einblasen heißer Luft gleichzeitig getrocknet wird. Die Hitze kommt aus der Abwärme des Drehofens, in dem das Mehl entsäuert (CO2 verliert) und zu so genanntem Klinker sintert. Diese durchlaufen nach dem Abkühlen erneut eine Mühle, an dessen Ende schließlich das in Säcke oder Silos abzufüllende Zementmehl steht. Was zunächst recht simpel klingt, benötigt im Hintergrund ausgefeilte Prozesstechnik– heute mehr denn je auch mit dem Ziel, Energieeffizienz, Lebensdauer und Produktivität zu steigern.

Wie man mehr Leistung auf gleichem Raum erhält

Im Zuge geplanter Leistungssteigerungen im Zementwerk der Wopfinger Baustoffindustrie GmbH in Niederösterreich erreichte die bis dato eingesetzte Produktionstechnik in einigen Bereichen ihre Grenze. Bei den Rollenpressen zog die gestiegene Ausbringungsleistung des Familienunternehmens Schäden am elektromechanischen Antrieb nach sich. Die Überlastung trat besonders durch Probleme bei den Motorlagern, an den Getrieben sowie Gelenkwellen zu Tage. Das Hauptziel der Umrüstung bestand folglich darin, die Verfügbarkeit der Rollenpresse so zu steigern, dass die Anlage nachhaltig mit einer „gesunden“ Auslastung produziert. Da die begrenzte Fläche für bisher eingesetzte elektromechanische Antriebstechnik größerer Leistung nicht ausreichte, kam die Frage auf, wie sich Antriebe mit einer höheren Leistungsdichte integrieren lassen.