Schwingungsdämpfung Hydraulische Dämpfermodule mit magnetostiktiven Positionssensoren

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Kabinenfederungen steigern bei mobilen Arbeitsmaschinen fühlbar den Fahrkomfort. Massey Ferguson wartet nun mit einem semi-aktiven, preisgekrönten Federungssystem auf, das den Traktorfahrer deutlich entlastet. Magnetostriktive Positionssensoren von MTS halten in dieser Marktneuheit die Kabine stets schwebend in der Waage.

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Immer längere Betriebszeiten, stärkere Motorenleistungen und schnellere Bearbeitungsgeschwindigkeiten erhöhen die Produktivität bei der Feldbearbeitung. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Mensch und mobile Arbeitsmaschine. Der Fahrer ist einer höheren mechanischen Belastung ausgesetzt, die seine Gesundheit negativ beeinträchtigt. Laut der EU-Richtlinie 2002/44/EC gelten Ganzkörper-Schwingungen ab 0,5 m/s2 in einem Zeitraum von acht Stunden als überwachungsbedürftig, der Grenzwert von 1,15 m/s2 darf nicht überschritten werden.

Um diese Werte einzuhalten und das Arbeiten im rauen Gelände möglichst komfortabel zu gestalten, ist eine leistungsstarke Kabinenfederung bei Traktoren von großer Bedeutung. Ohne Federung der Kabine würden die mechanischen Bewegungen des Traktors bei plötzlichem Abbremsen, harter Beschleunigung oder Kurvenfahrt ungemildert auf den Menschen übertragen. Zudem verlängert eine entsprechende Dämpfung die Lebensdauer der Kabinenkomponenten.

Neue Federungssysteme für Traktoren entwickelt

Massey Ferguson hat für die 4-Pfosten Kabine der Traktorenbaureihe MF 8600 die hydraulische Kabinenfederung OptiRide und die neue, dynamischen Kabinenfederung OptiRide Plus entwickelt. Die passive Kabinenfederung OptiRide nutzt in Form eines Vierpunkt-Federungssystems vier hydraulische Dämpfermodule mit Druckspeicher an der Kabinenaußenkante, die die Kabine in der Waage halten. Zwei Sensoren erfassen kontinuierlich die Lage der Kabine zur Berechnung ihres Neigungsgrades. Sie befinden sich diagonal gegenüberliegend an zwei Ecken der Kabine. Neu ist hier insbesondere die Art der Sensorinstallation, denn zum ersten Mal bei einer Kabinenfederung sind die Sensoren direkt in die Hydraulikzylinder integriert. Diese Montage bietet entscheidende Vorteile gegenüber externen Wegmesssystemen.

Basierend auf der Sensorrückmeldung gibt die zentrale Steuereinheit ein Signal an den Druckspeicher des jeweiligen Dämpfermoduls, um den Hydraulikdruck zu verstellen und den Zylinderkolben ein- oder auszufahren. An der Kabinenrückseite steuert ein Torsionsstab zwischen den beiden hinteren Aufhängungspunkten die Bewegung. So wird die Kabine in Kurven, bei Steigungen oder auf unebenem Untergrund stabilisiert und wieder in die Waage gebracht. Ein Zurückfedern, Wanken und Nicken der Kabine ist ausgeschlossen. Der Fahrer kann wesentlich konzentrierter und produktiver arbeiten und sein Leistungspotential bestmöglich nutzen.

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