Hydraulikzylinder Hydrauliksystem stemmt 10 000 Tonnen in die Höhe
Für die Aufstellung von Offshore-Windkraftanlagen werden Spezialschiffe benötigt, die durch hydraulische Hubsysteme verankert werden.
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Seit 2001 ist das Unternehmen HOCHTIEF auf dem wachstumsstarken Offshore-Markt aktiv. Das Unternehmen hat unter anderem mit der Installation von Offshore-Fundamenten die Grundsteine für die Errichtung moderner Windparks weit vor den Küsten gelegt und dabei wesentliche Erfahrungen im Bau auf hoher See gesammelt.
Eine sichere Plattform für das Arbeiten im Wasser
Um in Wassertiefen von mehr als 30 Metern Tiefe sicher und effizient arbeiten zu können und um die steigenden Ansprüche für den Bau von Offshore-Windparks zu erfüllen, müssen Hubinseln immer größer und leistungsfähiger ausfallen. Nach dem Bau der Hubinsel „Odin“, die ein Offshore-Umspannwerk für den ersten deutschen Offshore-Windpark 45 Kilometer nördlich von Borkum verankerte, plante und baute HOCHTIEF eine weitere Hubinsel – die Plattform „Thor“.
Mit ihrer enormen Zuladung von 3.300 Tonnen, 1.850 Quadratmetern freier Decksfläche und einer Deckslast von 15 Tonnen pro Quadratmeter sorgt die zirka 6.400 Tonnen schwere „Thor“ für bestmögliche Effizienz im Einsatz. Der fest installierte Schwerlastkran der „Thor“ hat eine Kapazität von 500 Tonnen und kann auf einer Arbeitshöhe von über hundert Metern die Turbinen der Offshore-Windenergieanlagen montieren.
Hydraulik zum Abheben
Besonders beeindruckend ist das hydraulische Hubsystem der Hubplattform „Thor“, welches ein sicheres Arbeiten auf hoher See ermöglicht. Mit einer Hubgeschwindigkeit von 1,2 Metern pro Minute werden die mehr als 80 Meter langen Stützen der Hubplattform bis zum Meeresboden abgesenkt und geben dem 70 mal 40 Meter messenden Ponton einen sicheren Stand in bis zu 50 Meter tiefem Wasser. Die Anforderungen an die Konstruktion der Stützen als auch an die Zuverlässigkeit des gesamten Hubsystems, einschließlich der Hydraulikzylinder, mit deren Lieferung Montanhydraulik beauftragt wurde, sind gewaltig.
Als Hydraulikhersteller, dessen Lösungen seit mehreren Jahrzehnten insbesondere im Mobil-, Hafenkran- und Stahlwasserbau Anwendung finden, ist Montanhydraulik seit einigen Jahren auch im Offshore-Markt als Systemlieferant erfolgreich unterwegs. Für Hubplattformen und Konstruktionsschiffe liefert es hydraulische Systeme, dank derer es möglich ist, einen sicheren Stand in bis zu 50 Metern Wassertiefe zu gewährleisten.
Für die Hubplattform „Thor“ fertigte Montanhydraulik insgesamt 50 Zugzylinder. Das dazugehörige hydraulische Antriebs- und Steuerungssystem lieferte das Unternehmen Muns Techniek, an dem Montanhydraulik seit März 2011 unternehmerisch beteiligt ist. Die Systemtechnologie des niederländischen Partners bildet mit den für den Offshore-Einsatz angepassten Spezialzylindern von Montanhydraulik eine auf Schwerstbelastung ausgerichtete Einheit. 13,5 Tonnen wiegt jeder der 50 Zylinder, die einen Kolbendurchmesser von 600 Millimetern, einen Kolbenstangendurchmesser von 320 Millimetern und einen Hub von 4.200 Millimetern aufweisen. Sie verfügen über eine maximale Zugkraft von 7.081 Kilonewton und eine maximale Druckkraft von 2.010 Kilonewton. Als Korrosionsschutz für die Kolbenstangen dient eine Nickel-Hartchrom-Beschichtung. Die Zylinder wurden mit einer Dreischichtlackierung versehen. Zur exakten Steuerung sind einige Zylinder mit einem magnetorestriktiven Wegmesssystem und zwei induktiven Endlagenschaltern ausgestattet.
Der hydraulische Antrieb ist an den vier Ecken der Hubinsel in den sogenannten „Jack-Häusern“ untergebracht. Sie umschließt die gigantischen Beine, jedes mit einem Durchmesser von 3,7 Metern. Je zwei große Brillen fassen um die jeweils 550 Tonnen schweren Stahlsäulen. Alle vier oberen Brillen (je ca. 35 Tonnen schwer) sind durch sechs Hydraulikzylinder beweglich gelagert. Die untere Brille ist starr mit der Konstruktion verbunden. Das Herzstück der Anlage bilden zehn Hydraulikaggregate mit einer Leistung von je 370 Kilowatt, welche zentral auf der Hubplattform positioniert wurden.
Zwei Hydrauliköltanks mit je 25.000 l Volumen sichern den ständigen Zu- und Abfluss des notwendigen Hydrauliköls. Gekühlt wird die gesamte Hydraulikanlage mittels vier am Heck der Hubinsel platzierter Luftkühler.
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