Virtuelle Realität

Holo-Stylus – Präzisere Eingaben im virtuellen Raum

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Durch sein unvergleichbar präzises Tracking ermöglicht der Holo-Stylus, millimetergenaue Arbeiten und Bewegungen in einer MR/AR-Umgebung auszuführen.
Durch sein unvergleichbar präzises Tracking ermöglicht der Holo-Stylus, millimetergenaue Arbeiten und Bewegungen in einer MR/AR-Umgebung auszuführen. (Bild: Holo-Light)

Mit Gesten, Sprache und Kopfbewegungen sind Eingaben im virtuellen Raum bislang eher unpräzise. Das Start-Up-Unternehmen Holo-Light hat mit Holo-Stylus einen Stift entwickelt, der genaues Interagieren und Zeichnen ermöglicht. Im Interview mit konstruktionspraxis erklärt Philipp Landgraf, leitender Holo-Stylus-Entwickler, was den Stift so einzigartig macht.

konstruktionspraxis: Wie kam es zur Entwicklung des Holo-Stylus?

Philipp Landgraf: Wir haben bei verschiedenen Projekten mit Industriekunden aus unterschiedlichsten Branchen die Erfahrung gemacht, dass ein generelles Kundenbedürfnis besteht, wenn es um eine einheitliche und vor allem präzisere Interaktionsmethode mit virtuellem Content geht. Vor allem durch die unterschiedlichen Hardwarehersteller ist hier bislang noch kein Standard geschaffen worden, um die Interaktion überall zu vereinheitlichen. Wir sind auch oft gefragt worden, ob es nicht etwas einfacheres und genaueres als z.B. die Airtap-Geste bei der Holo-Lens gibt. Dieses Problem haben wir mit dem Holo-Stylus bei der Wurzel gepackt und mit der Hochschule Management Center Innsbruck den idealen Partner gefunden. Die Hochschule hat uns bei der Erstellung der Hardware von Anfang an mit Begeisterung und Überzeugung unterstützt.

konstruktionspraxis: Wie genauer arbeitet denn der Holo-Stylus im Vergleich zur Airtap-Geste?

Landgraf: Der Holo-Stylus versteht sich als umfassendes Eingabegerät, das mit jeder Art von Datenbrille koppelbar ist und sowohl Interaktionen als auch die Kreation von digitalem Content ermöglicht. Dabei weist er zum einen die intuitive Form eines Stiftes auf, um dem Nutzer eine altbewährte, vertraute Methode für den neuen Umgang mit virtuellen Inhalten mitzugeben. Zum anderen zeichnet sich der Holo-Stylus durch sein bislang unvergleichbares Präzisionslevel aus. Das Tracking geht bis in den Submillimeterbereich, wodurch viel genauere Ausführungen möglich sind. Vergleichbar mit der Präzision eines Operationsbestecks.

konstruktionspraxis: Für welche Anwendergruppen hat Ihr Unternehmen den Holo-Stylus entwickelt?

Landgraf: Der Holo-Stylus wurde speziell für die Optimierung von auf Augmented Reality oder Virtual Reality basierenden Arbeitsprozessen konstruiert und ist ein hilfreiches Tool für jeden, der eine intuitive und präzise Interaktions- und Kreationsmöglichkeit virtueller Inhalte benötigen könnte, von Konstrukteuren über Designer, Architekten, Chirurgen, usw. Der Stylus soll so selbstverständlich und unterstützend für dieses neue Computingzeitalter eingesetzt werden wie die Maus für den Computer.

konstruktionspraxis: Mit welchen Plattformen ist der Holo-Stylus kompatibel?

Landgraf: Grundsätzlich ist er mit jedem Gerät kompatibel, welches eine Bluetooth-Verbindung aufweist. Wir haben ihn so konstruiert, dass er mit jedem Head-Mounted-Display koppelbar sein wird. Aktuell haben wir eine Tracking-Unit mit dazugehöriger Mount zum Montieren auf die Microsoft Holo-Lens erstellt, welche die Bewegungen des Stiftes erfasst. Für andere Datenbrillen müsste diese im besten Fall noch geringfügig in ihrer Machart korrigiert werden, um sie optimal zu befestigen.

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konstruktionspraxis: Welche Ausrüstung ist für die Verwendung des Holo-Stylus nötig?

Landgraf: Der User braucht auf jeden Fall eine Datenbrille. Der Rest wird bei Bestellen des Holo-Stylus mitgeliefert. In einer solchen Bestellung sind aktuell neben dem Stylus selbst noch die vorhin erwähnte Tracking Unit, die Mount zur Befestigung, sowie das Software-Development-Kit für Entwickler enthalten. 2019 soll es dann serienreif im Handel verfügbar sein.

konstruktionspraxis: Wie verändert der Holo-Stylus die Arbeit eines Konstrukteurs in Zukunft?

Landgraf: Ein Konstrukteur kann bei der Arbeit mit dem Stift unter anderem kleinste Teile bewegen und neue Komponenten präziser und genauer erstellen. Darüber hinaus erhält er einen drei-dimensionalen und ausgesprochen detaillierten Überblick über sein erstelltes Objekt auf eine maximal intuitive Art und Weise.

konstruktionspraxis: Vielen Dank Herr Landgraf.

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