Hydrostatische Fahrantriebe Höherer Druckbereich von hydrostatischen Fahrantrieben ermöglicht höhere Leistungsdichte

Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Die Verstellpumpen und –motoren der Baureihe 02 von Linde Hydraulics sind die Kernkomponenten vieler hydrostatischer Fahrantriebe z.B. von Baumaschinen, Landmaschinen und Flurförderzeugen.

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Die Erhöhung des Nutzdruckbereichs der Linde Hydrostaten von 420 auf 500 bar bringt mehr Flexibilität in der Maschinenauslegung und erweitert die Leistungsgrenzen. Mehr Geschwindigkeit, höhere Zugkraft oder weniger Einbauraum durch Downsizing sind die entscheidenden Vorteile. Bild: Linde Material Handling GmbH, Linde Hydraulics
Die Erhöhung des Nutzdruckbereichs der Linde Hydrostaten von 420 auf 500 bar bringt mehr Flexibilität in der Maschinenauslegung und erweitert die Leistungsgrenzen. Mehr Geschwindigkeit, höhere Zugkraft oder weniger Einbauraum durch Downsizing sind die entscheidenden Vorteile. Bild: Linde Material Handling GmbH, Linde Hydraulics
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit einem Nenndruck von 420 bar erlauben diese Pumpen und Motoren den Aufbau von sehr kompakten, leistungsstarken und flexiblen Antriebssystemen. Jetzt wird die Leistungsdichte dieser Antriebe nochmals gesteigert. Denn Linde Hydraulics hat auf der Basis von umfassenden Tests und der Auswertung von Felderfahrungen den zulässigen Druckbereich der Einheiten erhöht. Wenn definierte Einsatzbedingungen eingehalten werden, können die Motoren und Pumpen der Baureihe 02 mit einem Nutzdruckbereich von 500 bar betrieben werden – ohne Einschränkung bei Sicherheit und Verfügbarkeit sowie mit zuverlässiger Lebensdauer.

Das erhöhte Moment, das die Hydraulik bereitstellt, kann der Hersteller von mobilen Maschinen mit hydrostatischem Fahrantrieb auf verschiedene Weise nutzen. Erstens kann er bei gleichen Nenngrößen und identischem Bauraum die Leistungsgrenze seiner Maschine erweitern und dem Nutzer mehr Zugkraft – das heißt: erhöhte Steigfähigkeit und zusätzliche Kraftreserven – anbieten.

Der Maschinenhersteller kann zweitens den zusätzlichen Druck in höhere Fahrgeschwindigkeit umsetzen, indem er eine längere Getriebeübersetzung vorsieht. Wenn aber – und das ist die dritte Option – Leistung und Geschwindigkeit der Maschine bereits ausreichen, kann er von den Vorteilen des Downsizing profitieren und ohne Einschränkungen bei den Fahrleistungen Einheiten mit kleinerem Einbauraum einsetzen und auf diese Weise den Bauraum reduzieren und die Effizienz erhöhen.

Die Möglichkeit des Downsizing gilt sowohl für die Pumpen als auch für die Motoren. Die Wahl einer kleineren Pumpe mit höherem Druck bei gleichzeitiger Anpassung der Getriebeübersetzung führt zu einem niedrigeren Kraftstoffverbrauch dank höherem Wirkungsgrad bei geringerer Hydromotor-Drehzahl. Der Einsatz eines kleineren Motors erlaubt die Konstruktion eines kompakteren Antriebs bei identischen Fahrleistungen und erhöhtem Wirkungsgrad, weil der Motor bei gleicher Drehzahl weniger Planschverluste aufweist.

Diese Vorteile passen exakt in das LinDrive-Konzept, das den Herstellern und Anwendern hydrostatische Antriebe zur Verfügung stellt, die sich durch hohe Dynamik und Präzision sowie durch große Energieeffizienz und hohe Zuverlässigkeit auszeichnen. Damit setzt Linde Hydraulics auch die Strategie fort, den OEM-Kunden Low-Speed-Antriebe mit optimaler Anpassbarkeit und Regelbarkeit anzubieten.

Der Konstrukteur hat die Wahl, wie er den höheren Druck zum Nutzen des Maschinen-Anwenders anwendet, und er kann ein „Facelift“ seiner Maschine mit höherer Leistung und verbessertem Wirkungsgrad realisieren. Jeder dieser Vorteile lässt sich ohne zusätzliche Komponenten in die Praxis umsetzen. Die Anwendungsingenieure von Linde Hydraulics müssen nur prüfen, ob im individuellen Fall die Voraussetzungen für die Nutzung des höheren Druckbe-reichs vorliegen.

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