Suchen

Kabel und Leitungen Hochseesegler vertrauen auf Steuerleitungen von Lapp

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Menschen und Material müssen bei einer Segelregatta sehr hohen Beanspruchungen standhalten. Der Hamburgische Verein Seefahrt stellt deshalb höchste Qualitätsanforderungen an die technischen Komponenten seiner beiden Hochseeyachten. Dazu zählen auch Steuerleitungen von Lapp.

Firmen zum Thema

Im Winter 2018/19 erneuerte das Team des Vereins Seefahrt die Antriebs- und Steuerungsleitungen der Segelyacht Haspa. Unter anderem kamen Steuerleitungen von Lapp zum Einsatz.
Im Winter 2018/19 erneuerte das Team des Vereins Seefahrt die Antriebs- und Steuerungsleitungen der Segelyacht Haspa. Unter anderem kamen Steuerleitungen von Lapp zum Einsatz.
(Bild: Rick Tomlinson/RORC)

Eine 7000 Kilometer lange Überfahrt übers offene Meer birgt nach wie vor große Gefahren. Auch wenn das Segeln heute erheblich sicherer ist, als vor mehr als 500 Jahren – als Christopher Columbus den Atlantik überquerte. Damals war das Vorhaben noch ein Abenteuer auf Leben und Tod. Heute bleibt es nach wie vor eine Herausforderung für Menschen und Material.

Abenteuer Atlantiküberquerung

Wibke Borrmann weiß das sehr genau. Die 46-Jährige hat das Abenteuer Atlantiküberquerung schon zweimal auf sich genommen – und gemeistert. Die gelernte Betriebswirtin, Mutter von zwei Kindern, arbeitet in einer Hamburger Werbeagentur. Und sie ist Skipperin, also Kapitänin beim Hamburgischen Verein Seefahrt HVS. Seit mehr als hundert Jahren hat sich der Verein dem Ziel verschrieben, junge Menschen zu Hochseeseglern auszubilden.

Auf ihren Atlantiküberquerungen, bei vielen Fahrten auf Nord- und Ostsee und in anderen Meeren der Welt macht Vereinsmitglied Wibke Borrmann Jugendliche und junge Erwachsene mit diesem Hochleistungssport vertraut. Sie müssen in der Enge einer nur 17 Meter langen Yacht bis zu drei Wochen lang Hand in Hand arbeiten. „Das ist zum einen körperlich anstrengend, und zum anderen müssen die Segler mit sich selbst und den anderen klarkommen. Das ist eine Schule fürs Leben“, erklärt sie Skipperin.

Nur die beste Elektrik kommt aufs Boot

Die körperliche und psychische Belastung an Bord ist also sehr hoch. Da sollte zumindest die Technik problemlos mitspielen. Dass dem so ist, dafür sorgen die Vereinsmitglieder in den Wintermonaten. Dann nämlich warten und pflegen sie ihre beiden Yachten, die 56 Fuß messende Broader View und die 52 Fuß lange Haspa. Beide Boote sind noch relativ jung, die Broader View lief 1999 vom Stapel, die Haspa 2009. Um ganz sicher zu gehen, dass ihre Technik auf See reibungslos funktioniert, tauschen die Segler allerdings wichtige Komponenten alle paar Jahre aus. „Unsere Yachten sind Hightech-Boote mit viel sicherheitskritischer Elektrik und Elektronik“, sagt Wibke Borrmann, „da können wir nur die besten Komponenten verwenden.“

Wissen ist Wettbewerbsvorteil Bleiben Sie auf dem Laufenden: Mit unserem Newsletter informiert Sie die Redaktion der konstruktionspraxis immer dienstags und freitags zu Themen, News und Trends aus der Branche.
Jetzt abonnieren!

Im Winter 2018/19 erneuerte das Vereinsteam die Antriebs- und Steuerungsleitungen der Haspa. Die neuen Verkabelungen hat Lapp geliefert, laut Martin Dorner ein glücklicher Zufall. Dorner ist Product Management & Development Head of Technology and Innovation Management bei Lapp. Seit mehr als zehn Jahren segelt er im HVS auf Regatten mit. „Als ich hörte, dass der Verein neue Leitungen braucht, habe ich sofort dem Kollegen in Stuttgart Bescheid gesagt.“

Ausfallsichere, hochwertige Steuerleitungen

Dieser Kollege war Andreas Bartsch, Anwendungsberater bei Lapp. Der Verein lieferte ihm eine Liste mit den technischen Anforderungen wie Anzahl der Adern, Querschnitte und Mengen. Weitere Fragen wie eventuell nötige Zulassungen klärte Bartsch direkt mit Marvin Schlesiger, dem Inspektor der Haspa beim HVS. Entscheidend, so Bartsch: „Die Leitungen sollten möglichst hochwertig und ausfallsicher sein.“

Drei Ölflex-Steuerleitungen verrichten jetzt ihren Dienst auf der Haspa:

Ölflex Heat 125 MC: Sie eignet sich für einen weiten Temperaturbereich von –55 °C bis 125 °C und ist vom Germanischen Lloyd für den Einsatz in der Schifffahrt zugelassen. Diese Zulassung ist für die Haspa allerdings nicht erforderlich.

Ölflex Heat 180 SIHF: Eine Leitung aus Silikon, die Temperaturen bis 180 °C standhält, wie sie etwa an heißen Motorteilen auftreten können.

Ölflex H07RN-F erweiterte Version: Diese Gummileitung eignet sich für Temperaturen von –40 °C bis 90 °C.

SEMINARTIPP Immer mehr Ingenieure aus Konstruktion, Entwicklung, dem Projektmanagement oder anderen technischen Bereichen wechseln in den technischen Vertrieb. Das Seminar „Vertriebsstrategien für Ingenieure“ hilft Einsteigern wie Fortgeschirttenen, in den neuen Aufgaben erfolgreich zu sein.
Weitere Informationen

Alle diese Leitungen sind hoch temperaturbeständig, denn unter Deck kann es mitunter sehr heiß werden, und auf Deck sind natürlich auch mal Minusgrade möglich. Dass alle Leitungen wasserbeständig sind, versteht sich von selbst. Dabei ist es unerheblich, ob die Leitungen mit Süßwasser oder Salzwasser in Berührung kommen.

Halogenfreie Leitungen für optimalen Brandschutz

Natürlich sind alle gelieferten Leitungen halogenfrei. Das kann Leben retten, falls an Bord Feuer ausbrechen sollte: Leitungen mit halogenhaltiger Ummantelung wie etwa PVC entwickeln beim Löschen mit Wasser ätzende Dämpfe. Das gilt es mitten auf dem Ozean absolut zu vermeiden, schließlich gibt es dort keine Möglichkeit zur Flucht.

Wenn die Haspa wieder auf große Fahrt geht, will Andreas Bartsch von Lapp den Kontakt weiterhin halten, „denn die Broader View braucht ja sicher auch irgendwann neue Leitungen.“ Und Wibke Borrmann betont: „Unsere Techniker sind sehr zufrieden mit den Leitungen, die Lapp geliefert hat.“

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45948629)