Berechnungssoftware Herstellerneutrales CAE-Tool zur elektrischen und mechanischen Auslegung von Antriebssystemen in der Automatisierungstechnik

Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Antriebskonfigurationen sind meist so ausgelegt, dass damit die einwandfreie technische Funktion gewährleistet ist. Ob das Antriebssystem zugleich aber auch die Anforderungen in der Wirtschaftlichkeit erfüllt, ist eine ganz andere Sache. Es zeigt sich in der Praxis, dass die meisten Servosysteme entweder unter- oder überdimensioniert sind. Eine Tatsache, die den kanadischen Softwarespezialisten ControlEng bewogen hat, mit ServoSoft ein hersteller-neutrales CAE-Tool in deutscher und englischer Version zu entwickeln, das - ausgehend von den Anforderungen - die jeweils technisch und wirtschaftlich günstigste Lösung in kürzester Zeit berechnet.

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Jedem mit der Auslegung von Antriebskonfigurationen befassten Techniker ist klar, dass ein zu schwaches Antriebssystem die vorgegebenen Leistungen nicht erfüllen kann. Es kommt zur Überhitzung von Komponenten und es treten Schäden auf. Da eine genaue Berechnung schwierig ist, wird bei der Auslegung daher meist überdimensioniert – es ist einfacher und garantiert eine hohe Sicherheit. Der Faktor Wirtschaftlichkeit bleibt bei dieser Auslegung jedoch auf der Strecke.

Das Ziel heißt: Mehr Leistung und höhere Verfügbarkeit bei geringeren Kosten. Um dieses Ziel bei Antriebssystemen zu erreichen, ist es nötig bei deren Auslegung eine Vielzahl von Faktoren zu berücksichtigen. Da geht es um die verschiedenen Kinematiken, um die Wahl des rotativen oder linearen Motors, um die geeigneten mechanischen Übertragungslemente. Eine gewichtige Rolle spielen auch die elektrischen Komponenten wie Versorgungsmodul, Servoachsverstärker, Bremswiderstände, Kondensatormodul. Nicht zu vergessen auch die verwendeten Kabel, die genau auf die Konstruktion abgestimmt sein müssen.

Exakte Rechenwerte statt Faustformeln

Alle diese Faktoren fließen bei Verwendung des CAE-Tools ServoSoft in die Berechnung mit ein. Der Leistungsfluss durch jeden einzelnen Teil des Servosystems wird auf diese Weise transparent und kann genau berechnet werden. Ein Mausklick auf die betreffende Komponente genügt - und das präzise Ergebnis wird sofort generiert und am Bildschirm dargestellt.

Exakte Rechenwerte statt Faustformeln! Veränderungen auf der Anforderungsseite führen unmittelbar zu den entsprechenden Änderungen in der Motor- und Antriebsauslegung. Der Konstrukteur sieht online, wie sich etwa einzelne Veränderungen in den Anforderungen auf die Auswahl der Antriebskomponenten auswirken.

Bei der Entwicklung von ServoSoft wurde auf hohen Bedienkomfort geachtet. So ist ein ‚EasySize‘-Assistent integriert, der den User schrittweise durch die Projekterstellung führt. Auch zwei nützliche Add-On´s stehen zur Verfügung. Der eine erlaubt die Umrechnung der Maße und Gewichte vom Metrischen auf das britische System, der andere ist ein spezieller Rechner für Trägheitsmoment und Masse.

Mit der optimalen Auslegung der Antriebskonfigurationen ergibt sich für die Automa-tisierungstechnik quer durch alle Branchen ein bisher kaum genutztes Einsparungspotential. Durch Reduzierung des Auslegungsprozesses für Servosysteme um bis zu 60 Prozent verringern sich zugleich die Auslegungszyklen aus dem Wochenbereich in den Bereich von Tagen und die Produkte sind schneller am Markt.

Vorteile werden durch Praxiserfahrungen bestätigt

IBH Automation ist ein Spezialist in Sachen CNC-Steuerungen in Kornwestheim bei Stuttgart. Als Systemlieferant bietet dieser zu den eigenen CNC Produkten auch die Antriebssysteme an. Mit dem Anspruch, die technisch und wirtschaftlich beste Lösung zu liefern, hat sich das Unternehmen die Latte hoch gelegt.

IBH hat früher mit verschiedenen Tools diverser Lieferanten gearbeitet, die jedoch ausschließlich die Eigenprodukte berücksichtigt hatten. ServoSoft arbeitet jedoch völlig herstellerneutral, was enorme Vorteile bringt. Außerdem wurde bei IBH der Re-Engineering-Prozess beim Retrofit von Werkzeug- und Sondermaschinen wesentlich vereinfacht und bei OEM-Projekten können nun auch Aspekte wie Energieeffizienz oder technische und wirtschaftliche Optimierungspotentiale berücksichtigt werden.

In Summe hilft das CAE-Tool, die Kosten der Antriebssystem-Entwicklung signifikant zu senken. Zusätzlicher Vorteil: Der Dialog mit den Antriebslieferanten basiert jetzt auf einer fundierten Auslegung, die zur Angebotsanfrage gleich mitgeliefert wird.

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