3D-Druck Heißer Feger aus dem 3D-Drucker

Redakteur: Jan Vollmuth

Den ersten Sport-Flitzer aus dem 3D-Drucker hat das US-amerikanische Unternehmen Divergent Microfactories vorgestellt: Der Sportwagen mit der Bezeichnung Blade basiert auf der unternehmenseigene Technologieplattform Node, bei der das Fahrzeugchassis aus gedruckten Aluminiumbauteilen und Rohren aus Kohlenstofffasern zusammengebaut wird.

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(Bild: Divergent Microfactories)

„Es geht nicht darum, das ganze Auto zu drucken, sondern einzelne, entscheidende Komponenten“, so Kevin Czinger, CEO von Divergent Microfactories. Diese Idee spiegelt Node wider: Mit einem 3D-Drucker werden lediglich die verschiedenen Eck- und Trägerteile des Chassis gedruckt. Diese werden wiederum durch leichtgewichtige Röhren aus Kohlenstofffasern miteinander verbunden – innerhalb weniger Minuten.

„Das Fahrzeuggestell wiegt lediglich 46 kg, ist aber genauso stabil wie eines aus Stahl“, sagt Brad Balzer, Produktionschef bei Divergent Microfactories. Damit sei es bis zu 90 % leichter als ein herkömmlich produziertes Fahrgestell. Neben dem Materialbedarf sinke mithilfe der Node-Technologie auch der Energieverbrauch bei der Fahrzeugproduktion deutlich, betont Kevin Czinger. Schließlich sei es ein Ziel seines Unternehmens, unter Einsatz von 3D-Druck einen neuen Ansatz für den Automobilbau zu finden, der „die Umweltverschmutzung, den Materialverbrauch und die Kosten, die mit dem Bau von Automobilen einhergehen, dramatisch reduzieren“ soll. Die Kosten für ein mit Node produziertes Chassis lägen unter 2000 US-Dollar. Außerdem wolle Czinger kleinen Unternehmen weltweit ermöglichen, Autos im großen Stil zu produzieren und so zur Demokratisierung des Fahrzeugbaus beitragen.

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Der Prototyp hat es in sich: Der zweisitzige Flitzer verfügt über einen Hybrid-Motor mit 700 PS Leistung, der entweder mit Gas oder Benzin betrieben wird. Er katapultiert den 635 kg leichten Blade in knapp über 2 s von 0 km/h auf 100 km/h.

Divergent Microfactories will Blade in einer limitierten Stückzahl produzieren. Außerdem soll die Node-Plattform weiteren Unternehmen zur Verfügung gestellt werden.(jv)

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