Brennstoffzelle Gut Im Rennen: Brennstoffzellenantrieb bei der Formula Student Competition

Autor / Redakteur: Jan Verhees* / Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

134 Teams aus Universitäten in 34 Ländern traten 2012 bei der Formula Student Competition in Silverstone mit selbst konstruierten Rennwagen gegeneinander an. Einer der innovativsten Renner am Start war der Forze V des Teams der Technischen Universität Delft in Holland: Der froschgrüne Flitzer wurde als einziges Fahrzeug von einer Brennstoffzelle angetrieben. Fast die komplette Technik rund um den Brennstoffzellenstack lieferte der Fluidtechnikspezialist Bürkert.

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Der Forze V auf der Rennstrecke.
Der Forze V auf der Rennstrecke.
(Bild: Bürkert)

Auf den ersten Blick wirken die Leistungsdaten des grünen Flitzers Forze V mit einer Brennstoffzellenleistung von 18 kW beziehungsweise kurzfristig maximal 60 kW aus Puffer-Kondensatoren und einer Geschwindigkeit von rund 120 km/h bescheiden – zumindest im Vergleich zu einem ausgewachsenen Formel-1-Boliden. Doch das täuscht gewaltig. Der 280 kg leichte und 3 m kurze Flitzer wurde bei der Formula Student Competition 2012 in Silverstone als einziges Fahrzeug von einer Brennstoffzelle angetrieben.

Blick unter die Motorhaube

Dass der Forze V sich nicht verstecken muss, belegt nicht zuletzt die Reaktion von Ross Brawn, Teamchef des Mercedes AMG Petronas Formel-1-Rennstalls. Brawn zeigte sich tief beeindruckt von der Ingenieurskunst der niederländischen Studenten und bezeichnete den Forze V als ein herausragendes Beispiel für echte Innovation.

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Wie so oft im Rennsport, liegt die Ursache der Begeisterung unter der Motorhaube: Im Gegensatz zur überwiegenden Mehrheit der in Silverstone gestarteten Rennwagen arbeitet dort nämlich kein Verbrennungsmotor, sondern ein Elektromotor. Und dieser wird, anders als bei allen anderen elektrisch angetriebenen Fahrzeugen des Rennens, nicht von einer Batterie, sondern von einer Brennstoffzelle elektrisch versorgt. Dass man mit Wasserstoff statt Benzin im Tank und völlig emissionsfrei auch im Rennsport mithalten kann, belegt die Platzierung im oberen Mittelfeld, die das Forze Hydrogen Racing Team der Universität Delft in Silverstone erreichte.

Stärker, schneller und leichter

Mit dem Forze IV, dem Vorgänger des aktuellen Rennwagens, war das Team der Universität Delft bereits 2011 im Wettbewerb vertreten. „Wir erreichten gute Bewertungen im technischen Design, konnten aber wegen technischer Probleme nicht an den eigentlichen Rennen teilnehmen“, erinnert sich Jan Jaap Treurniet, Team Manager des Forze Hydrogen Racing Teams. Das sollte sich mit dem Forze V im Jahr 2012 endlich ändern. Der neue Flitzer sollte stärker, schneller und vor allem leichter als sein Vorgänger werden. Im Forze IV wurden bereits Proportionalventile und Regler des Fluidtechnikspezialisten Bürkert verwendet, die neu gesteckten Ziele erforderten jedoch zugeschnittene Module.

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