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Kiloweise abgespeckt
Nachdem die platz- und gewichtssparende Lösung für die Wasserstoffzufuhr gefunden war, wuchs die Unzufriedenheit des Delfter Racing Teams mit der vorhandenen Lösung für die Luftzufuhr. Die Funktion war einwandfrei, aber die Größe und das Gewicht waren alles andere als renntauglich. Bei einem Besuch des Bürkert-Teams an der TU Delft wurde das Thema angesprochen. „Zunächst mussten wir passen“, berichtet Gunnesch. „Unsere Standardkomponenten zur Durchflussmessung von Gasen sind ebenso groß und schwer wie die verwendeten Komponenten.“
„Eine Standardkomponente kam daher von vorne herein nicht in Frage“, betont Gunnesch. „Was wir beispielweise für die Luftmessung brauchten, war ein ultraleichtes Unikat.“ Als Basis dienten ein Durchflussmesser für Gase, der auf das Wesentliche reduziert wurde, und modernste Sensorentechnik, die es so bisher noch gar nicht in Serie gibt. Daraus entstand eine ultrakompakte Lösung für die Luftmengenmessung, bei der Material und damit Gewicht gleich kiloweise eingespart wurde. Für eine zusätzliche Bestätigung der Genauigkeit sorgte auch das Aerospace und Engineering Institut von Delft, welches dem getesteten Luftmassenmesser hervorragende Eigenschaften bescheinigte.
Leistung der Brennstoffzelle verdoppelt
Mit Ausnahme des Stacks, des Befeuchters, der Rezirkulationspumpe und des Kompressors stammt damit ein Großteil der peripheren Technik rund um die Brennstoffzelle des Forze V von Bürkert. „Dank der Lösungen von Bürkert konnten wir beim Forze V die Leistung der Brennstoffzelle im Vergleich zum Forze IV verdoppeln. Das Gewicht des Fahrzeugs reduzierte sich gleichzeitig um ca. 10 % von vorher 312 auf jetzt 280 kg,“ erklärt Forze-Teamleader Jan Jaap Treurniet. „Im Motorsport, bei dem es um Sekundenbruchteile geht, ist das ein gigantischer Schritt nach vorne.“ Genau das erkannte auch Ross Brawn, als er das Team in Silverstone besuchte. In einem Interview zum Rennen hat der Mercedes-Teamchef die Formula Student neben der Formel 1 als innovativste Rennklasse überhaupt bezeichnet. Alle anderen Klassen seien so stark reglementiert, das es für echte Innovationen kaum noch Raum gebe.
Feuertaufe bestanden
Der Forze V hat seine Feuertaufe in der Formula Student bestanden und sich im Rennen bewährt. „Der Rennwagen des Delfter Teams zeigt, was hochmotivierte Studenten in nur einem Jahr auf die Räder stellen können“, lobt Gunnesch. Der im wahrsten Sinne des Wortes „grüne“ Rennwagen sprintet von 0 auf 100 km/h in unter fünf Sekunden und fährt mit 600 g flüssigem Wasserstoff rund eine Stunde Vollgas. Das sind in diesem Fall 28 l bei 350 bar. Alles, was er der Umwelt dabei hinterlässt, sind ungefähr 5 l Liter Wasser. „Die Arbeit an dem Projekt hat uns allen großen Spaß gemacht. Die Begeisterung der Studenten für ihren Rennwagen hat uns alle angesteckt. Wir freuen uns, dass wir als innovatives Unternehmen eine Zukunftstechnologie wie den Brennstoffzellenantrieb auf diese Weise mit voranbringen können.“ (mz)
* *Jan Verhees arbeitet als Sales & System Engineer bei Bürkert Niederlande.
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