Suchen

Humanoider Roboter Googles geduldiger Roboter – Atlas lässt sich rumschubsen

| Autor: M.A. Bernhard Richter

Boston Dynamics hat die neueste Generation ihres bipedalen autonomen Roboters Atlas vorgestellt. Die aktuelle Version scheint so menschlich, dass man sich beinahe wünscht, der Konstrukteur sollte aufhören ihn in Grenzsituationen zu bringen.

Firma zum Thema

Mit dieser Version von Atlas trat Boston Dynamics bei der Darpa Robotics Challenge an – die neue Version kann mehr. So ist Atlas jetzt kleiner, leichter und unabhängiger von Energiequellen.
Mit dieser Version von Atlas trat Boston Dynamics bei der Darpa Robotics Challenge an – die neue Version kann mehr. So ist Atlas jetzt kleiner, leichter und unabhängiger von Energiequellen.
(Bild: Boston Dynamics)

Ruhig und gelassen stapft Atlas, der Roboter von Googles Tochterunternehmen Boston Dynamics, durch die winterliche Landschaft. Ab und an kommt der bipedale Koloss ins Straucheln, fängt sich aber aus eigener Kraft. Seine Bewegungen sind so natürlich, dass es beinahe unheimlich wirkt.

Richtig gruselig wird es, als Atlas in einer Testsituation einen Karton aufhebt: Immer und immer wieder schlägt ihm ein Konstrukteur das Päckchen aus den Robotergreifarmen. Und immer und immer wieder hebt Atlas das Paket auf. Wer genug Terminator-Filme gesehen hat, ahnt, dass das nicht lange gut gehen kann. Glücklicherweise sind wir aber nicht in Hollywood: Atlas bleibt gelassen und emotionslos. Aber Bilder sprechen mehr als Worte – das von Boston Dynamics veröffentlichte Video zeigt eindrucksvoll, was der Roboter kann:

Atlas ist gegenüber seinem Vorjahresmodell, das bei der Darpa Robotics Challenge antrat, geschrumpft und nun nur noch 175 cm hoch. Auch an Gewicht hat der Android verloren, das aktuelle Modell wiegt 81 kg. Damit ist er rund 50% leichter als sein Vorgänger. Seine Umwelt nimmt er durch LIDAR und Stereo-Kameras wahr und Sensoren im Körper und Beinen helfen ihm, das Gleichgewicht zu halten.

Arme und Beine des autonomen Automaten werden hydraulisch bewegt. Den Strom liefert ein im Oberkörper eingebauter Akku.

Google hat laut Wikipedia seit Ende 2013 außer Boston Dynamics noch sechs weitere Robotertechnik-Unternehmen aufgekauft. Ein Jahr später hat der Internetkonzern mehrere Firmen akquiriert, die sich auf künstliche Intelligenz spezialisiert haben. Sollten Roboter also jemals ein Bewusstsein entwickeln, können wir nur hoffen, dass sie sich nicht an die Schläge mit dem Eishockeyschläger erinnern. (br)

(ID:43892179)

Über den Autor

M.A. Bernhard Richter

M.A. Bernhard Richter

Redakteur Online/Print/Video, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht