Energieeffizienz

Ganzheitliche Vorgehensweise in der Antriebstechnik

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Energieersparnis für die Antriebsanwendung am Computer ermitteln

Die Möglichkeiten der Industrie, bei elektrischen Antrieben den Energieverbrauch zu verringern und damit Kosten zu senken, werden dennoch zu wenig genutzt. Wie schnell sich eine Investition in einen Energiesparmotor EFF1 oder einen Frequenzumrichter amortisiert, zeigt das Software-Tool Sinasave von Siemens. Auf Basis der individuellen Anlagenkennwerte ermittelt das Programm die Energieersparnis im spezifischen Anwendungsfall. Aus der monatlichen Gesamtersparnis und den Anschaffungskosten für Motor oder Frequenzumrichter ergibt sich dessen Amortisationszeit. Und die beträgt oft nur wenige Monate.

Ein Beispiel: In einer Abwasserreinigungsanlage wird Luft über drei Radialkompressoren mit einer Leistung von 55 kW in das Belebungsbecken geblasen, das vorgeklärtes Wasser von organischen Schmutzstoffen und Ammonium befreit. Das Energiesparprogramm Sinasave ermittelte die Ersparnis durch eine Drehzahlregelung der Gebläse mithilfe von Frequenzumrichtern im Vergleich zum bisherigen ungeregelten Betrieb. Das Resultat: Ersparnis Energiekosten: 82 Prozent; Amortisationszeit: zwei Monate.

Mit Energieeffizienz-Beratung und Energieanalyse einsteigen

Wie geht man als Anwender von Antrieben und Maschinen an das Thema Effizienz heran? Am Anfang steht immer das Erfassen des Ist-Zustandes im installierten Bestand. Der individuelle Stromverbrauch muss erfasst werden, um die Energieverschwender identifizieren zu können. Auf dieser Basis können dann energieeffiziente technische Lösungen erarbeitet werden. In vielen Betrieben fehlt Personal für Energieeffizienz-Bestandsaufnahmen. Die Bundesregierung hat deshalb ein Förderprogramm aufgelegt und finanziert über die KfW Energieeffizienzberatungen in kleinen und mittleren Unternehmen. Außerdem bietet die KfW Kreditvergünstigungen für entsprechende Modernisierungsmaßnahmen an. Zur Beratung gehören u.a. eine vertiefende Energieanalyse und ein konkreter Maßnahmenplan.

Fazit: Auch wenn schon der Eigennutz klar für Investitionen in die Energieproduktivität spricht, Unternehmen müssen sich zusätzlich auf vermehrte staatliche Vorgaben einstellen. Die EU-Richtlinie für ‚Energy using Products (EuP) ist nur ein Vorzeichen für künftige Effizienzregeln. Ähnlich wie bei den Abgasnormen für Verbrennungsmotoren werden in den kommenden Jahren Grenzwerte dafür sorgen, dass neue Komponenten und Maschinen effizienter mit der eingesetzten Energie umgehen.

* Dipl.-Ing.Hans-Jürgen Bittermann ist freier Mitarbeiter bei PROCESS.

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