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Werkstoffe Fünf Neuheiten im Bereich Werkstoffe

| Redakteur: Lilli Bähr

Vom 2K-Gummi-Kunststoff über optimierte PAEK-Materialien für EOS-Lasersinterplattformen bis hin zu einem neuen 3D-Druck-Tribo-Filament. Wir zeigen Ihnen fünf Neuheiten aus dem Bereich der Werkstoffe.

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Parker Hannifin bietet Verbundlösungen aus vielen verschiedenen Materialkombinationen, z.B. die langlebigen und kostengünstigen 2K-Gummi-Kunststoff-Direktverbundteile.
Parker Hannifin bietet Verbundlösungen aus vielen verschiedenen Materialkombinationen, z.B. die langlebigen und kostengünstigen 2K-Gummi-Kunststoff-Direktverbundteile.
(Bild: Parker Hannifin )

Verbundlösungen reduzieren Komponentenanzahl

Die Engineered Materials Group von Parker Hannifin bietet Verbundlösungen aus vielen verschiedenen Materialkombinationen. Besonderes Highlight dabei sind die langlebigen und kostengünstigen 2K-Gummi-Kunststoff-Direktverbundteile. Sie kommen ohne Haftvermittler und den daraus resultierenden Lösemittelemissionen aus. Durch das Entfallen der entsprechenden Prozessschritte ergeben sich Kostenvorteile für den Anwender. Zudem können 2K-Gummi-Kunststoff-Verbundteile in vielen Fällen auch die „klassischen“ Gummi-Metall-Lösungen ersetzen.

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Durch die Kombination der spezifischen Vorteile verschiedener Werkstoffe in einem Bauteil können neue Entwicklungspotenziale realisiert werden. Dank weitgehender Designfreiheit ist z. B. die kompakte, sprich bauraum- und gewichtssparende Darstellung komplexer Produktgeometrien oder Funktionsanforderungen möglich. Dadurch sollen sich zum Teil erhebliche Kostenvorteile ergeben, z. B. bei der Montage durch Formstabilisierung der Weichkomponente bzw. Dichtgeometrie. Durch Reduktion der Teilevielfalt mittels Verbundlösungen sollen Verwaltungs-, Lagerhaltungs- und Logistikkosten sinken.

Gleitlagerwerkstoff mit Schablonen offline ermitteln

Egal ob Serienfertigung im Spritzguss, Kleinserie oder Prototyp aus dem 3D-Druck oder dem Halbzeug: Um den richtigen Iglidur-Werkstoff für den entsprechenden Einsatz zu finden, hat Igus jetzt einen neuen kompakten Offline-Konfigurator für seine 39 Iglidur-Standard-Werkstoffe entwickelt. Mit Schablonen kann der Kunde so den passenden Werkstoff ermitteln. Benötigt er zum Beispiel ein Gleitlager mit einer hohen Temperaturbeständigkeit, legt er die entsprechende Schablone über die Buchsen, so dass sie die Werkstoffe filtert. In der neuen kompakteren Variante des Offline-Konzepts können Anwender jetzt direkt nachvollziehen, welche Werkstoffe auch zur freien Gestaltung als Halbzeug zur Verfügung stehen. Außerdem stellt das Unternehmen seinen 3D-Druckservice und sein 3D-Druckmaterial für die Fertigung von Prototypen und Kleinserien vor. Alternativ hilft das Online-Expertensystem bei der Auswahl und Berechnung der Lebensdauer.

Seminartipp

Das Seminar Systematische Werkstoffauswahl vermittelt die Beziehung zwischen Werkstoffherstellung, Werkstoffstruktur und den daraus resultierenden Materialeigenschaften. Ziel ist es, eine gesamtheitliche Darstellung des Werkstoffauswahlprozesses vorzustellen, ausgehend von der Erstellung eines Anforderungsprofils, der Vorauswahl bis hin zur Feinauswahl und Risikobetrachtung.

PAEK-Materialien für EOS-Lasersinterplattform optimiert

Die University of Exeter hat gemeinsam mit Victrex die Inbetriebnahme der neuen Lasersinterplattform EOS P 810 für Hochtemperaturpolymere abgeschlossen. Die strategische Zusammenarbeit zielt darauf ab, Victrex PAEK-Polymere und -Composite der nächsten Generation einzuführen und gleichzeitig die Leistung der zugrunde liegenden additiven Fertigungsprozesse zu verbessern. Es wird erwartet, dass die Investitionen in den Betrieb der neuen Anlage die Kommerzialisierung der 3D-Druck-Materialien für sehr leistungsstarke Bauteile beschleunigen wird.

Mit der neuen Anlage kann den Angaben zufolge Grundlagenforschung mit kommerziellen Herstellungsprozessen verknüpft werden. Dadurch können Materialien und deren Anwendung optimiert werden, indem neue thermische, optische und mechanische Verbesserungen berücksichtigt werden. In der Folge entsteht so mehr Wissen über die Dynamik des Lasersinterns.

Der EOS P 810 kann Materialien, die einen Schmelzpunkt um die 300 °C haben, im 3D-Druck-Verfahren nutzen. Er eignet sich besonders für die neuen PAEK-Polymere mit niedrigem Schmelzpunkt, die von Victrex für die additive Fertigung entwickelt und optimiert wurden.

Verbundstoff-Sitzlehne spart bis zu 50 % Gewicht im Konzeptauto ein

Covestro erarbeitet gemeinsam mit dem Forschungs- und Entwicklungszentrum des chinesischen Autoherstellers GAC ein neues Leichtbaukonzept für Sitzlehnen im elektrischen Konzeptfahrzeug ENO.146. Dabei setzt GAC auf leichte und nachhaltige Materialien. Dazu gehört auch Covestros endlosfaserverstärkter thermoplastischer Verbundwerkstoff Maezio, aus dem die Rückenlehnen der beiden Vordersitze bestehen. Im Vergleich zu typischen Metallkonstruktionen soll die Verbundstoff-Sitzlehne bis zu 50 % Gewicht einsparen können. Im Innenraum sind Sitze ein ideales Ziel für Gewichtseinsparungen, da sie dort zu den schwersten Teilen gehören.

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Verschleißteile für den Lebensmittelkontakt drucken mit neuem Filament

Hygienische Sonderlösungen sind in der Verpackungs- und Lebensmittelindustrie das A und O. Damit Anwender noch mehr Gestaltungsfreiheiten in der Konstruktion ihrer Maschine haben, hat Igus jetzt seinen temperaturbeständigen, langlebigen und bewährten Werkstoff Iglidur A350 auch als 3D-Druck-Tribo-Filament entwickelt.

Der schmier- und wartungsfreie Werkstoff ist speziell für den Einsatz in der Lebensmittel- und Verpackungstechnik ausgelegt. Der Hochleistungskunststoff überzeugt vor allem mit seiner hohen Langzeit-Temperaturbeständigkeit von bis zu 180 °C und ist problemlos auch mit Chemikalien zu reinigen, heißt es.

Der Werkstoff Iglidur A350 ist konform zur EU-Verordnung 10/2011 sowie der FDA und damit offiziell für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen. Durch seine blaue Farbe ist Iglidur A350 leichter zu entdecken und erhöht so die Sicherheit der Produktion. Vor allem in Schwenk- und Rotationsanwendungen und bei hohen und mittleren Belastungen auf Edelstahlwellen zeigt sich die Langlebigkeit des Werkstoffes. Das Filament ist sowohl zum Selbstdrucken auf einen Hochtemperatur-3D-Drucker sowie im 3D-Druck-Service von Igus verfügbar.

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