Eine kompakte Coating-Anlage, über emissionsarme Klebebänder für die Automobilindustrie, bis hin zu einem UV-feuchtehärtenden Medizinklebstoff – die Neuheiten im Bereich Kleben.
Das Lohmann Multifunctional Tape Portfolio erfüllt vielfältige Anforderungen in der Elektromobilität, u.a. Dichten, Dämpfen, Isolieren, EMI-Abschirmung und thermisches Management.
(Bild: Lohmann)
Mit dem System ProtectoXC hat Rehm Thermal Systems eine kompakte Coating-Anlage im
(Bild: Rehm)
Portfolio, die mit niedrigeren Investitionskosten vor allem für die Elektronikproduzenten interessant ist, die geringen Durchsatz verarbeiten müssen. Die Systeme liefern sichere, automatisierte Prozesse und präzise Ergebnisse rund um das Auftragen verschiedenster Materialien. Die Protecto überzeugt mit einem soliden Maschinenbau und vielfältigen Applikationen in den Bereichen Dispensen und Klebetechnik. Die bis zu vier gleichzeitig verwendbaren Applikatoren ermöglichen den Anwendern vielfältige Optionen: Neben dem Dispensen ermöglicht die ProtectoX-Serie ein einfaches Applizieren frei definierbare Gehäuseformen in der dritten Dimension. Sofortiges Aushärten von UV-Lacken ist bei den ProtectoX-Systemen ebenso möglich wie das Vergießen oder Verkleben unterschiedlicher Materialien. Konzipiert ist die Protecto außerdem für eine zuverlässige Oberflächenaktivierung und -reinigung durch Plasma.
Jahrbuch Dichten.Kleben.Polymer informiert über aktuellen Stand der Technik
(Bild: Isgatec)
Der Wissensmanagement-Dienstleister Isgatec hat sein Jahrbuch Dichten.Kleben.Polymer 2023 herausgegeben. Auf 488 Seiten finden sich insgesamt 50 vertiefte Fachbeiträge aus Wissenschaft und Praxis. Die Autoren Karl-Friedrich Berger und Sandra Kiefer setzen hier die Tradition dieser jährlich seit 2004 erscheinenden Fachbuchreihe fort. Die Beiträge geben einen Überblick über den aktuellen Stand der Technik im Bereich Dichten. Kleben. Polymer. Die einzelnen Fachbeiträge geben dabei branchenübergreifend oder -bezogen Impulse und Lösungen für die tägliche Arbeit und über Entwicklungen. Das Jahrbuch Dichten. Kleben. Polymer. 2023 ist ab sofort als Softcover in gedruckter Form unter der ISBN 978-3-946260-08-0 und in digitaler Form unter der ISBN 978-3-946260-09-7 erhältlich. Die Jahrbuch-Reihe umfasst inzwischen 19 Ausgaben mit über 950 Fachbeiträgen und insgesamt ca. 8.500 Seiten im Bereich Dichten. Kleben. Polymer. quer durch alle Branchen.
Emissionsarme Klebebänder für die Automobilindustrie
(Bild: Lohmann)
Mit fortschreitender Digitalisierung und Automatisierung wird die Zukunft vermehrt elektrisch – eine Entwicklung, die auch an Klebelösungen steigende Anforderungen stellt, die über das bloße Verbinden hinausgehen. Für die vielfältigen Anwendungen rund um die Elektromobilität und EV-Batterien bietet Lohmann das Multifunctional Tape Portfolio. Duplocoll EC (Electrically Conductive) Lösungen werden für die EMI-Abschirmung, die Verbindung von leitfähigen Materialien oder elektrische Verbindungen im Schwachstrombereich genutzt. Die Schaum- und Folienklebebänder der Duplocoll IS (Electrically Insulating) Reihe bieten neben elektrisch isolierenden Eigenschaften auch eine Dämpfungs- und Dichtungsfunktion und damit Schutz während der Lebensdauer elektronischer Geräte. Für Sensoren, die unter anderem für autonomes Fahren benötigt werden, kommen die thermisch leitfähigen Klebebänder der Duplocoll TC (Thermally Conductive) Reihe zu Einsatz. Sie sorgen für ein optimales Wärmemanagement und effiziente Verbindungen bspw. zum Kühl- oder Heizelement der Batterie. Die doppelseitigen Haftklebebänder der Duplocoll LE (Low Emission) Reihe erfüllen die hohen Anforderungen der OEMs an niedrige VOC-, Fogging- und Geruchswerte und halten die definierten Grenzwerte für Substanzen nach VDA 278 ein. Dank emissionsarmer Klebstoffe beeinträchtigen auch großflächige Anwendungen die Luftqualität im Innenraum nicht.
Buchtipp
Klebtechnik stellt für viele Anwendungen eine zuverlässige Alternative zu anderen Fügeverfahren dar und bietet Potenzial für den Leichtbau. Das Buch "Klebtechnik" gibt Konstrukteuren und Klebstoffanwendern Hilfestellungen für die Konzeption, Konstruktion und Realisierung von Klebungen.
Mit Vitralit UD 8050 MV F hat Panacol ein Klebstoffsystem im Sortiment, das für Einsatzzwecke in der Medizinindustrie zertifiziert ist. Neben seiner primären Härtung – der UV-Vernetzung – bietet dieser Klebstoff eine sekundäre Feuchtenachvernetzung an. So können Bauteile in medizinischen Geräten prozesssicher und ohne thermische Beeinflussung ausgehärtet werden, auch wenn Schattenzonen in Bauteil-kavitäten vorhanden sind. Speziell beim Einsatz von Kunststoffverklebungen oder Klebstofflösungen auf PCBs und FPCBs in medizinischen Anwendungen tauchen zwei Herausforderungen auf: Nicht jeder Kunststoff ist transparent, wodurch das prozesssichere Aushärten von UV-Klebstoffen erschwert wird. Meist wird hier auf eine thermische Nachhärtung gesetzt. Genau das ist jedoch die zweite Einschränkung, da Elektronik und Kunst-stoff thermisch nur begrenzt belastet werden können. Die Warmhärtung fällt somit oftmals als Option aus. Die primäre Härtung von Vitralit UD 8050 MV F kann sekundenschnell mit UV- oder LED-UV-Licht durchgeführt werden. Die Sekundärhärtung des Klebstoffs in den Schattenbereichen, die nicht vom UV-Licht erreicht wurden, findet durch die Feuchtigkeitsnachvernetzung der Isocyanatgruppen nachgelagert statt.
Stetige Entwicklungen neuer Materialien führen auch im Bereich der Metallverarbeitung zu immer neuen und höheren Ansprüchen der Verbindungstechniken. Konstrukteure und Techniker greifen dabei verstärkt auf die Methode des Klebens zurück, um die Werkstoffe dauerhaft miteinander zu verbinden. Egal, ob geschweißte, gestanzte oder genietete Bauteile, durch zusätzliches Kleben lässt sich die Haltbarkeit der Verbindung erhöhen. Ruderer bietet mit einem speziellen Sortiment die passenden Metallklebstoffe. Höchste Festigkeiten erzielen 2-Komponenten-Reaktionsklebstoffe auf Basis Epoxidharz und Methylmethacrylat (MMA). Sie härten durch eine chemische Reaktion aus und sind zum Metallkleben bestens geeignet. Der Technicoll Metallkleber ist hitzebeständig, schlagfest, pastös, fugenfüllend und resistent gegen Chemikalien und Alterungsprozesse. Er eignet sich für vertikale Verklebungen. Für das großflächige Kleben von Metall eignen sich Kontaktklebstoffe. Vor allem Kontaktklebstoffe auf Basis Polychloropren (CR) zeigen hohe Haftwerte auf Metallen. Der Vorteil von Kontaktklebstoffen ist deren hohe Anfangsfestigkeit. Der 1-K Kontaktklebstoff Technicoll 9101 auf Basis Polychloropren (CR) hat eine Wärmebeständigkeit von bis zu +130 °C und eine lange Kontaktklebezeit. Er eignet sich für hybride Flächenklebungen von Metallplatten und -blechen mit Kunststoffplatten im Leichtbau, Gummi mit Metallen und Holzwerkstoffen.
Stand: 08.12.2025
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