Frequenzumrichter Frequenzumrichter steuern Rohrpostanlage für empfindliche Proben
Um für einen reibungslosen Krankenhaus-Betrieb viele Blutkonserven, Gewebe- und Blutproben über das gesamte Gelände verteilen zu können, griff die Innsbrucker Uni-Klinik auf eine althergebrachte Technik zurück: die Rohrpost. Sie erweiterte und modernisierte eine bestehende Anlage. Für den notwendigen Druck sorgen mehr als 100 frequenzgeregelte Gebläse – gesteuert von Frequenzumrichtern.
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Viele Fußwege und Fahrradfahrten entfallen im Innsbrucker Uni-Klinikum, zumindest, wenn Blutkonserven sowie Gewebe- und Blutproben zu transportieren sind. Im Vergleich zu elektronischen Daten, die in Sekundenschnelle von einem Ende des Geländes zum anderen gelangen können, verhielt es sich mit den empfindlichen Proben und Blutkonserven anders. Ein Transport mit der Rohrpostanlage war bis dato nicht möglich. So waren bis zu 70 Pflegehelfer tagtäglich damit beschäftigt, zu Fuß und mit dem Fahrrad die Proben und Blutkonserven über den Campus zu transportieren, um die Versorgung der Patienten zu sichern und eine schnelle Diagnostik während einer Operation oder einer Behandlung zu ermöglichen. Der alten Rohrpostanlage, die lange Zeit gute Dienste geleistet hatte, drohte das Aus.
Moderne Rohrpost: Mit Chips ausgestattete Rohrbomben
Da kam 2000 eine Neuentwicklung aus der Schweiz, die so sorgsam mit den Rohrpostsendungen umging, dass das System jetzt selbst die empfindlichen Blutproben transportieren konnte. So entschied die Klinikleitung, das alte Rohrpostsystem komplett zu modernisieren und zu erweitern. Inzwischen hat das gesamte Rohrleitungsnetz eine Länge von mehr als 30 Kilometern erreicht und die Rohrbomben absolvieren mehr als 3000 Fahrten pro Tag. Alle Behälter sind für die höchstmögliche Sicherheit mit kleinen Chips ausgestattet, der ihnen den Weg zurück zu ihrer Basisstation weißt. Und nach 7000 bis 8000 Fahrten steuern sie sich automatisch zur Überholung in die Servicestation. Dies ist auch notwendig, fahren die Kapseln doch je nach Anwendung zwischen zehn und 40 km/h. Damit legen sie die größte Entfernung innerhalb der Anlage in längstens sechs Minuten zurück – schneller als ein Leistungssportler diese Strecke schaffen könnte.
Möglich wird dies durch den Einsatz moderner Robotersysteme zur Verteilung der Behälter in den Knoten, die im Vergleich zu den vorher eingesetzten Weichen sehr viel zuverlässiger arbeiten.
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