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16.05.2013

Innovation für die Fahrzeugtechnik

Leicht - schnell - ohne Nabe Müssen die Felgen eines Rennwagens zentrale Naben haben? „Nein“, meinten die Studenten des Running Snail Racing Teams von der Hochschule Amberg-Weiden und verzichteten einfach auf schwere Bauteile und zentrale Radlager. Stattdessen setzen sie auf f...

Leicht - schnell - ohne Nabe

Müssen die Felgen eines Rennwagens zentrale Naben haben? „Nein“, meinten die Studenten des Running Snail Racing Teams von der Hochschule Amberg-Weiden und verzichteten einfach auf schwere Bauteile und zentrale Radlager. Stattdessen setzen sie auf filigrane Drahtwälzlager, um ihren Flitzer schnell und sicher über die Rennstrecken der Formula-Student-Tour zu jagen.

Die Formula Student ist ein internationaler Konstruktionswettbewerb, der 1981 in den US A das erste Mal ausgelotet wurde und mittlerweile in 49 verschiedenen Ländern ausgetragen wird. Bei den jährlichen Wettkämpfen in den US A sowie in Deutschland, England, Italien, Australien, Brasilien und Japan geht immer ein großes, internationales Teilnehmerfeld an den Start. Insgesamt haben sich rund 300 Rennteams gefunden,
80 davon allein in Deutschland.

Raum für Kreativität
Das Reglement der Formula Student lässt den teilnehmenden Studenten viele Freiheiten, um Innovationen zu ermöglichen. Einige wichtige Merkmale, die ein teilnehmendes Fahrzeug besitzen muss, gibt es aber
dennoch. Zum Beispiel: Viertaktmotor mit maximal 610 cm³, Monoposto (einsitziges Fahrzeug mit freistehenden Rädern), Radstand mindestens 1.525 mm. Ansonsten sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt, was die Studenten des Running Snail Racing Teams nutzen wollten, um das Gewicht ihres Boliden möglichst gering zu halten. Inzwischen starten die Teams in der neu geschaffenen Klasse Formula Student Electric (FSE )
mit elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Hier können künftig Drahtwälzlager mit integrierten Radnabenmotoren ihre konstruktiven Vorteile voll ausspielen.

Spürbar leichter
Ein spektakuläres Ergebnis der Überlegungen des Running Snail Racing Teams ist sicher die nabenlose Karbonfelge im Vorderrad. Durch die Verwendung leichtgewichtiger Materialien und den Verzicht auf die zentrale
Achse werden die ungefederten Massen deutlich reduziert. Die innenliegende Bremsscheibe wird besser gekühlt und kann ebenfalls schmaler dimensioniert werden, was das Rad als Ganzes spürbar leichter macht. „Das hat zur Folge, dass wir die Aufhängung und Stoßdämpfung filigraner und leichter gestalten konnten“, sagt Johannes Braun vom Teambereich Suspension/Steering und ergänzt: „Außerdem können durch die am Außendurchmesser angebrachten Anlenkpunkte die Querkräfte viel besser aufgenommen werden.“

Vorteil durch kompakte Größe
Auf der Suche nach einer geeigneten Lagerung wurden die Studenten auf Drahtwälzlager aufmerksam. Gemeinsam mit den Franke-Ingenieuren entstand ein filigranes Aluminiumgehäuse, das die Lageringe aufnimmt und Befestigungspunkte für die Bremsanlage und die Karbonfelge aufweist. Hier kommt den Entwicklern der äußerst kompakte Einbauraum der Franke Drahtwälzlager zugute. „Wir sind sehr zufrieden mit dieser Lösung“, sagt Johannes Braun und bedankt sich für die gute Zusammenarbeit mit dem Franke-Team.

Sponsor für Studenten
Die Franke-Entwicklungsabteilung hat das Projekt von Anfang an begleitet und zahlreiche Tests und Analysen durchgeführt. Sämtliche konstruktiven Ressourcen sowie die fertigen Lager selbst wurden dem Running Snail Racing Team kostenlos zur Verfügung gestellt. Franke reiht sich damit in die lange Liste hochkarätiger Sponsoren der Hochschul-Rennserie ein.

Technik mit Vorbildfunktion
Inzwischen wurden auch andere Teams auf die nabenlose Felge aufmerksam. Nicht nur das reduzierte Gewicht und die bessere Radführung sprechen für eine solche Lösung. Auch die direktere Ansprache von Lenkung und Federung sowie die geringeren Kräfte, die auf Aufhängung und Chassis einwirken, machen sich im Rennbetrieb positiv bemerkbar. Gut möglich, dass die nabenlose Felge mit integriertem Franke Drahtwälzlager in naher Zukunft zum Rennwagenstandard wird.

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