Steuerung Formen, Füllen und Siegeln im Fünfertakt
Erstmals fünf Beutel pro Takt formt, füllt und siegelt eine neue horizontale Rundläufermaschine des Weltmarktführers. Maßgeblichen Anteil daran hat eine performante Technologie-CPU von Siemens mit integrierten Motion-Control-Funktionen für hochdynamisches und harmonisches Zusammenspiel aller Maschinenteile.
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Solutions in Packaging – innovative Lösungen für das Verpacken – sind die Domäne der SN Maschinenbau (SN) aus dem nordrhein-westfälischen Wipperfürth (siehe Kasten). Das mittelständische Unternehmen hat Ende 2010 die Laudenberg Verpackungsmaschinen übernommen und ist nun Weltmarktführer im Marktsegment der horizontalen Rundläufermaschinen.
SN hat mit der neuen FL515 Quinta eine kleine Revolution vorgestellt: Es ist die erste, gleichzeitig fünf Beutel je Takt verarbeitende horizontale Rundläufermaschine der Welt. Das ergibt bei 100 Takten bis zu 500 Beutel, im weiteren Ausbau gar bis zu 600 Beutel, eine Steigerung von 50 Prozent mehr als bisher – eine Weltpremiere.
Basis der bisher unerreicht hohen Ausbringung sind innovative Ideen von SN in Kombination mit einer hoch performanten Simatic Technologie-CPU 317T 2 DP von Siemens. Diese Technologie-CPU integriert in der klassischen Aufbautechnik einer Simatic S7 300 eine Reihe anspruchsvoller Motion-Control- und Technologiefunktionen in Form PLCopen-konformer Funktionsbausteine. Sie ermöglicht damit hoch dynamisches und präzises Zusammenspiel von bis zu 32 Servoachsen.
Die Technologiefunktionen werden über das Optionspaket S7 Technology in das Engineering-System Simatic Step7 integriert. Zur Auswahl stehen Funktionsbausteine für einfache Umsetzung anspruchsvoller Motion-Control-Aufgaben wie lagegeregeltes Positionieren, Getriebegleichlauf, Kurvengleichlauf, Druckmarkenkorrektur, Fahren auf Festanschlag sowie weg- oder zeitabhängiges Nockenschalten. Das Handling entspricht dem von Standard-Bausteinen der Simatic-S7-Welt, so dass der Nutzer nicht erst eine neue Motion-Control-Sprache erlernen muss.
Höchste Produktivität von der Rolle
Mit Hilfe dieser Funktionen hat der Maschinenbauer im Wesentlichen folgenden Produktionsablauf umgesetzt: Ausgangsmaterial ist Folie, die von der Rolle über einen Tänzer zugeführt und über einen Faltkeil einmal mittig zum oben offenen, U förmigen Band gefaltet wird. Eine einfache Bahnkantensteuerung sorgt dabei dafür, dass beide Schenkel (Vorder- und Rückseite des Beutels) exakt gleich lang sind.
Aus thermischen Gründen auf zwei separate Blöcke verteilt, folgen die Seitensiegeleinheiten, womit jeweils die Seitenkanten von drei bzw. zwei Beuteln verschweißt werden. Es folgen das Stanzen der Einreißkerbe und das Schneiden über einen Messerblock, letzteres unterstützt durch ein neues, zum Patent angemeldetes Folienführungssystem. Schon vor dem Schnitt nehmen mechanische Übergabegreifer die Beutel auf und übergeben diese danach an die Greifer des 10-Stationen-Rundtakttisches. Darauf werden jeweils fünf Beutel im Maschinentakt geöffnet, kontrolliert, befüllt, ausgestrichen und schließlich (kopf)versiegelt.
Eine neue konstruierte Austragezange legt schließlich die fertigen Beutel auf Transportbänder für die Übernahme durch ein (separates) Stapelsystem; Leerbeutel werden automatisch über eine Rutsche ausgeschleust.
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