Steuerung

Formen, Füllen und Siegeln im Fünfertakt

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Alle Steuerungsaufgaben konnten umgesetzt werden

Umgesetzt werden die genannten Kernaufgaben durchwegs über (Getriebe-)Servomotoren des Typs 1FK7 an Umrichtern der modularen Baureihe Sinamics S120 von Siemens. Der Datenaustausch zwischen den beiden Sinamics Control Units CU320 2 und der Technologie-CPU erfolgt taktsynchron via Profibus. „Mit den Motion-Control-Funktionalitäten der 317T ließen sich alle Steuerungsaufgaben an unserer neuen Quinta-Maschine ohne Einschränkungen umsetzen“ betont Thomas Berger, Leiter TBE Software bei SN. „Als ein Vorteil haben sich einmal mehr die automatisch generierten Schnittstellen-Datenbausteine für die Kommunikation zwischen Technologie-CPU und den Sinamics Control Units erwiesen. Damit ist ohne viel Programmierarbeit ein lesender und schreibender Zugriff auf alle Parameter möglich, was sehr viel Zeit spart.“

Der SPS-Teil der Technologie-CPU übernimmt die Temperaturregelung der Siegeleinheiten, über den Standard-Funktionsbaustein PID Control (mit Selbstoptimierung) und PT100-Temperaturfühler.

Gemeinsam schneller zur Lösung

„Für eine durchgängige Lösung der Kernkomponenten aus einer Hand haben wir uns entschieden, als klar war, dass die Simatic T CPU auch in diesem Fall alle von uns gestellten Aufgaben erfüllen kann“, so Jürgen Beinghaus, Leiter Entwicklung & Neukonstruktion. Um dann rechtzeitig vor der Interpack eine lauffähige Lösung zu haben, hat man sich auf eine Aufgabenteilung mit dem Applikationssupport bei Siemens Köln verständigt. Nach einer detaillierten Absprache wurde in nur 10 Tagen das Maschinenprogramm erstellt, die erste FL515 Quinta in Betrieb genommen und optimiert. „Nur einen Ansprechpartner und keine weiteren Schnittstellen zu haben, ist immer von Vorteil“, so Jürgen Beinghaus weiter, „wenn dann die Technik und alle Beteiligten so zusammenspielen, wie bei diesem Projekt, ist das viel mehr Wert als es letztendlich kostet“.

Flexibler, produktiver, kosten- und energieeffizienter

An der Quinta-Maschine hat SN Maschinenbau erstmals einzelne, dezentrale Servoantriebe an den Kernkomponenten anstatt der üblichen zentralen Königswelle und mechanischer Kurvenscheiben realisiert. Das reduziert auch den Energieverbrauch der Gesamtmaschine spürbar. Außerdem können dadurch Komponenten flexibler als bisher angeordnet, die Maschinen modular aufgebaut und nahezu beliebig an unterschiedliche Kundenwünsche oder räumliche Gegebenheiten angepasst werden. Mit einem entsprechenden Dosier- und Füllsystem von SN können auch fünf unterschiedliche Komponenten parallel dosiert werden. Außerdem ist der Betrieb im Duplex-, Triplex- oder Quattro-Modus möglich.

Durch innovative Technologien in verschiedenen Maschinenteilen werden nun Ausstoßleistungen von bis zu 600 Beuteln pro Minute erreicht – bis zu 50 Prozent mehr als mit bisherigen Systemen. Nicht zuletzt durch die Servoantriebstechnik und deren hochpräzise Ansteuerung über die Simatic Technologie-CPU konnten die auf die verarbeiteten Materialien einwirkenden Kräfte wesentlich gesenkt werden. So können um bis zu 20 Prozent dünnere Folien verarbeitet werden, was die Folienkosten für jeden einzelnen Beutel um bis zu 20 Prozent senkt. Damit amortisiert sich eine Quinta-Maschine von SN in nur vier Jahren allein über die Kosteneinsparung bei der Folie, so der Hersteller. (jv)

* Dipl.-Ing.Andreas Diepgen und Hans-Peter Klos sind als Marketing Manager Automation Systems bei Siemens AG Industry Sector tätig.

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