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Simulation ESI Group übernimmt ITI GmbH

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Die ESI Group hat die ITI GmbH, weltweiter Marktführer für realistische Simulation mechatronischer und Multi-Domain-Systeme, übernommen. Damit bau die ESI Group ihre Position im Bereich der virtuellen Engineering Modellierung weiter strategisch aus.

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Dr. Andreas Uhlig, Geschäftsführer ITI GmbH.
Dr. Andreas Uhlig, Geschäftsführer ITI GmbH.
(Bild: ITI)

Alain de Rouvray, CEO der ESI Group erklärt: „Die Fusion vereint zwei Marktführer und zwei komplementäre Modellierungswelten: ESI verfügt über einzigartige Erfahrungen mit interdisziplinären Lösungen für virtuelle physikalische Prototypen für Komponenten und Baugruppen; ITI ist auf schnelle und genaue 0D/1D-Simulation von mechatronischen und Multi-Domain-Systemen spezialisiert. Diese beiden Simulationslösungen treffen und ergänzen sich beim Entwurf von integrierten, dynamischen und komplexen Produkte, wie zum Beispiel von Fahrzeugen. Der Vorteil der Zusammenführung beider Welten kommt vor allem dann zum Tragen, wenn Innovationen das Zusammenspiel von Systemkomponenten beeinflussen, was heutzutage zunehmend der Fall ist. Mit der kollaborativen virtuellen Engineering-Plattform der ESI Group erhalten Ingenieure direkten Zugang zu den funktionellen spezifischen Eigenschaften des Produktes und können damit deutlich früher und zuverlässiger Entscheidungen auf Systemebene treffen. Durch diese Übernahme kann ESI ihre Marktposition im Bereich des virtuellen Engineering von Industrieprodukten weiter ausbauen. Wir haben vollstes Vertrauen in das einzigartige revolutionäre Potenzial dieser Fusion, das noch gestärkt wird durch die umfangreichen, kurzfristig wirksamen unternehmerischen wie technologischen Synergien. Die Fusion steht vollständig im Einklang mit ESIs strategischen Zielen für Wachstum und Rentabilität."

Anerkanntes Unternehmen mit einer starken und breit diversifizierten Kundenbasis

ITI, deren kommerzieller und technologischer Erfolg auf ihrem Kernprodukt, der Simulationssoftware SimulationX, beruht, ist mit einem Portfolio von 700 Kunden aus allen Industriebereichen in 27 Ländern der Welt etabliert. 2014 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 5,4 Mio. €, davon 60 % ausserhalb Deutschlands, mit einem Wachstum von 25%.

Chancenreiche Zusammenführung zweier Modellierungswelten

ITIs Technologieplattform zeichnet sich durch ihre flexible, einfach zu benutzende und offene Architektur aus und unterstützt die Open-Source-Modellierungssprache Modelica. Nicht zuletzt dank der umfassenden, in die Software integrierten Bibliotheken von 0D-1D-Modellen hat sich ITI als unumgängliche Referenz in den unterschiedlichsten Industriebereichen durchgesetzt, in denen sich verschiedene physikalische Bereiche (Mechanik, Elektronik, Control) zunehmend überschneiden, z. B. bei elektrischen oder hybriden Antriebssystemen.

Mit der Übernahme kann die ESI Gruppe die Anwendungsbereiche ihrer virtuellen Engineering-Lösung ausweiten und künftig in Echtzeit eine gekoppelte Simulation von zwei grundlegenden, bislang voneinander getrennten Etappen der Produktentwicklungszyklen anbieten: die Konzeptentwicklung anhand der realistischen Modellierung von 0D-1D-Systemen und das domänenübergreifende virtuelle Prototyping in einer immersiven 3D-4D-Umgebung.

Andreas Uhlig, Geschäftsführer der ITI GmbH, erläutert: „Wir sind fest davon überzeugt, dass sich unsere Simulationstechnologie für die funktionelle Absicherung und das Virtual Engineering in 3D-4D wesentlich ergänzen und sind begeistert davon, zum Team der ESI Group zu gehören. Die Verbindung der Technologien beider Unternehmen wird in ein neues, durchschlagendes Lösungsangebot münden, das unserer Meinung nach die Verbreitung des virtuellen Engineerings enorm beschleunigen wird".

Business-Synergien kurzfristig erreichbar

Dieses neue, auf ausgereiften Technologien basierende Leistungsversprechen eröffnet ein großes wirtschaftliches Potenzial, auch weil sich die Kundenportfolios geographisch und in Bezug auf die Branchen ergänzen. Die Qualität von ITIs Kundenbasis, zu der erstrangige Akteure verschiedenster Industrien gehören, wie z. B. Ford, Liebherr, Nikon, Siemens und Total, wird die Verbreitung der virtuellen Engineering-Plattform der ESI Group weiter voranbringen.

Nach der Übernahme hält ESI 96 % des Kapitals ihres Partners und die Option, den noch ausstehenden Anteil innerhalb von 3 Jahren zu erwerben. Die gesamte Belegschaft wird unverzüglich in die globale Organisation von ESI übernommen. Die Übernahme wird ausschließlich durch Bankkredite und im Rahmen des im November 2015 unterzeichneten Konsortialkredits finanziert. Sie wirkt sich umgehend positiv auf die Gewinne aus und steht im Einklang mit den Zielen für die Rentabilitätsverbesserung der Gruppe. (jup)

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