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Antriebstechnik

„Es passiert viel unter der Haube“

| Autor: Ute Drescher

Frequenzumrichter werden zunehmend kommunikativer und liefern jede Menge Daten. Ob das der einzige Trend bei den Drives ist, wollte konstruktionspraxis von Niels Wessel wissen, Product Manager Process Drives bei Schneider Electric.

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Niels Wessel, Product Manager Process Drives bei Schneider Electric
Niels Wessel, Product Manager Process Drives bei Schneider Electric
(Bild: U. Drescher/konstruktionspraxis)

konstruktionspraxis: Herr Wessel, was halten Sie für die aktuell wichtigste Entwicklung bei Frequenzumrichtern?

Niels Wessel: Bei Frequenzumrichtern tut sich – neben neuen Hardware-Features – sehr viel ‚unter der Haube‘, vor allem bei der Datenerfassung für das Energiemanagement. Im Rahmen der Ecostruxture-Plattform von Schneider Electric gehören unsere Frequenzumrichter zu den connected products, also zu den im Feld installierten Geräten. Als solche sammeln sie Daten und geben diese an die Steuerungs- oder auch an die Apps- und Analytics-Ebene weiter. Scheiterte die Erfassung bisher oft schon an geeigneten Feldbusprotokollen, kann der Anwender heute aufgrund der durchgängigen Ethernet-Strukturen direkt von der App-Ebene in die Feldebene schauen. Heute ist es also möglich, die entsprechenden Daten auszuwählen und Rückschlüsse zu ziehen.

konstruktionspraxis: Welche Rolle spielt das Thema Energieeffizienz?

Wessel: Viele Kunden setzen inzwischen auf Frequenzumrichter, um Energie zu sparen. Auf der Apps- und Analytics-Ebene lassen sich zunächst die Energiedaten aus dem Frequenzumrichter erfassen. Sie zeigen den Energieverbrauch des Motors an. Der Frequenzumrichter kann aber auch ein Feedback geben, d.h., er rechnet einen sog. Energie-Performance-Index aus, das ist das Verhältnis vom Energieverbrauch zur Fördermenge einer Pumpe. Daran kann der Anwender sofort erkennen, ob die Pumpe effizient arbeitet oder ob sie möglicherweise untypisch viel Energie verbraucht.

konstruktionspraxis: Welche weiteren Trends erleichtern den Einsatz aus Sicht der Konstruktion?

Wessel: Dazu gehört sicher die Möglichkeit, nicht nur einen Frequenzumrichter, sondern komplette Lösungen einzusetzen, die auch die Steuerung und allen weiteren Zubehörteilen umfassen. Der Vorteil ist, dass die einzelnen Komponenten miteinander kommunizieren können und sich über ein einziges Tool programmieren lassen. Betrachtet man nur die Umrichter, stellt man schnell fest, dass sie extrem robust sind. Alle notwendigen Komponenten für den Betrieb, z.B. DC-Drosseln, sind integriert. Das vereinfacht die Auslegung stark. Auch die Kommunikation ist mit an Bord, ein Feature, das heute sehr gefragt ist.

konstruktionspraxis: Vielen Dank Herr Wessel.

Hannover Messe 2019: Halle 11, Stand C58

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Über den Autor

Ute Drescher

Ute Drescher

Chefredakteurin, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht