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Automatisierung Erweitertes Sinumerik-Portfolio zielt auf erhöhte Produktivität

Redakteur: Jan Vollmuth

Siemens präsentiert auf der EMO Hannover 2017 neue Hard- und Software für sein Sinumerik-Portfolio. Mit dem integrierten Angebotsspektrum aus Industriesoftware und Automatisierungstechnik können sich die Unternehmen der Werkzeugmaschinenindustrie das volle Produktivitätspotenzial der digitalen Fabrik erschließen, so der Konzern.

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Mit der steuerungsintegrierten Software Safety Integrated plus präsentiert Siemens eine neue Version der bewährten Funktion Safety Integrated (SI) für die Sinumerik 840D sI. Damit können Maschinenhersteller die Anlagenprojektierung um 50 Prozent und die Inbetriebnahme um rund 20 Prozent beschleunigen.
Mit der steuerungsintegrierten Software Safety Integrated plus präsentiert Siemens eine neue Version der bewährten Funktion Safety Integrated (SI) für die Sinumerik 840D sI. Damit können Maschinenhersteller die Anlagenprojektierung um 50 Prozent und die Inbetriebnahme um rund 20 Prozent beschleunigen.
(Bild: www.siemens.com/press)

Mit dem Softwarestand 4.8 der CNC Sinumerik stellt Siemens neue Funktionen bereit, die Geschwindigkeit, Präzision und Sicherheit der Werkzeugmaschine signifikant verbessern sollen. Der neue Softwarestand ermögliche es etwa laut Siemens, ungewollte Nickbewegungen der Achsen zu kompensieren und vor Kollisionen von Maschine, Werkzeug und Werkstück zu schützen.

Ausgleich dynamischer Positionsabweichungen

Die Nickkompensation (NoCo) dient zum Ausgleich von dynamischen Positionsabweichungen in einer oder mehreren linearen Maschinenachsen, die durch Beschleunigungsvorgänge verursacht werden. Die Positionsabweichungen werden durch eine mechanische Nachgiebigkeit innerhalb der Maschine verursacht. NoCo gleicht die dominante Positionsabweichung mit einer Korrekturbewegung in der jeweiligen Maschinenachse aus. Somit soll eine bessere Bearbeitungsqualität bei gleichzeitig höheren Ruck- und Beschleunigungswerten erreicht werden.

Die Nickkompensation ist technologieunabhängig einsetzbar, etwa beim Fräsen, für Multitasking, Tapping, Laserbearbeitung oder Wasserstrahlbearbeitung. NoCo ist in zwei Varianten verfügbar: Eco und Advanced. Die Eco-Variante ist ausgelegt für dominante Beschleunigungseffekte, bei denen die Kompensationsachse mit einer Einflussgröße kombiniert wird. Gibt es mehrere Einflussgrößen, die mehrere Kompensationsachsen erfordern, sei die Advanced-Variante die passende Option, erklärt Siemens.

Weiterentwickelter Kollisionsschutz

Mit dem neuen Softwarestand 4.8 bietet die Sinumerik darüber hinaus einen weiterentwickelten Kollisionsschutz: Collision Avoidance Eco und Collision Avoidance Advanced. Die Eco-Variante ermöglicht einen einfachen, zuverlässigen Maschinenschutz und verhindert dabei Eigenkollisionen der Maschinenkörper im Arbeitsraum. Um diesen Effekt in Echtzeit zu erreichen, sind die zu schützenden Baugruppen als einfache geometrische Körper gerechnet. Diese Kollisionsüberwachung steht in allen Betriebsarten, also etwa JOG, MDA und Automatik zur Verfügung; die Schutzbereiche sollen sich einfach und effizient projektieren lassen und als 3D-Darstellung an der Steuerungsoberfläche visualisieren. Die Advanced-Variante umfasst einen vollumfänglichen Maschinen-, Werkzeug- und Werkstück-Schutz.

Die Software des Sinumerik Produkt-Partners ModuleWorks läuft über eine Schnittstelle integriert auf einem externen Rechner. Sie soll so in Zusammenarbeit mit der Sinumerik in Echtzeit dafür sorgen, dass Maschine, Werkzeug und Werkstück während des Materialabtrags permanent einsehbar und dynamisch geschützt sind. Die erforderlichen Werkstück- und Werkzeugdaten werden dem System beim Rüsten komfortabel zur Verfügung gestellt. Collision Avoidance bietet kontinuierlich ein hohes Maß an Sicherheit im Maschinenbetrieb.

Intuitives Bedienkonzept

Mit dem weiter entwickelten Bedienkonzept für Sinumerik Operate können Werkzeugmaschinen noch übersichtlicher und intuitiver bedient werden. Der Maschinenhersteller hat dabei die Möglichkeit, das jeweils gewünschte Design Corporate Identity-gerecht aufzubauen und somit der Werkzeugmaschine ein modernes und individuelles Erscheinungsbild zu verleihen.

Die technische Basis für die Neuerungen bildet die durchgängige Linie von Wide-Screen-Bildschirmen Sinumerik Blackline plus im Format 16:9. Bei den Bildschirmen wurde auf separate Tasten verzichtet. Sie werden durch einen berührungssensiblen Bildschirm mit ein-und ausblendbarem Side-Screen ersetzt. Funktionen, die ehemals auf separaten Tasten zu finden waren, können bei Bedarf auf den Bildschirm gelegt werden. Auf dem neuen Side-Screen lassen sich Achslast, Alarm- oder Werkzeuginformationen anzeigen. Zusätzlich können Maschinenhersteller den Side-Screen mit eigenen Inhalten erweitern. Die neuen Panels gibt es in den Größen 15, 19, 22 und 24 Zoll.

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