Lasersintern EOS und 3D-Micromac gründen Mikro-Laser-Sinter-Unternehmen

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Die Chemnitzer 3D-Micromac AG, Anbieter von hocheffizienten Lasermikrobearbeitungssystemen, und die EOS GmbH, Anbieter von e-Manufacturing-Lösungen im Bereich der Additiven Fertigung, bringen ihr jeweiliges Technologie-Knowhow im Bereich der Mikro-Laser-Sinter-Technologie (MLS) in die neue Gesellschaft 3D Micro Print GmbH ein.

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Mikro-Laser-Sinter-Anlage
Mikro-Laser-Sinter-Anlage
(Bild: 3D Micro Print)

Die 3D Micro Print wurde mit dem Ziel gegründet, die Entwicklung und Vermarktung der neuen MLS-Technologie voranzutreiben und weitere Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Mikrotechnik zu identifizieren und zu etablieren. MLS bietet die Möglichkeit, Produkte mit komplexen 3D-Strukturen aufzubauen, bei denen die konventionelle Fertigung an Grenzen stößt. Werkstücke ab Stückzahl eins lassen sich zu angemessenen Stückkosten produzieren. Die Technologie bietet ein hohes Maß an Designfreiheit, Funktionsoptimierung und -integration. Eine Individualisierung von Produkten sogar in der Serienfertigung ist problemlos möglich. Einsatzmöglichkeiten liegen beispielsweise in der Herstellung von Düsen für die Automobilindustrie, in der Fertigung von Komponenten für die Medizingerätetechnik oder in der Individualisierung von Schmuckstücken. Zunehmender Bedarf für Mikroteile ist zudem im Formenbau und in der Raumfahrttechnik zu beobachten.

Seit 2006 entwickeln 3D-Micromac und EOS die Mikro-Laser-Sinter-Technologie gemeinsam. Die erste Anlage wurde in diesem Jahr bereits erfolgreich bei einem deutschen Forschungsinstitut in Betrieb genommen. Dr. Hans J. Langer, Gründer und CEO von EOS bemerkt: „Der Bedarf an sehr kleinen, konventionell schwer zu fertigenden Teilen steigt enorm an. Mit der Mikro-Laser-Sinter-Technologie werden drei wesentliche Trends bedient: die Individualisierung, Funktionsintegration und Miniaturisierung.“ Joachim Göbner, einer der Geschäftsführer der 3D Micro Print ergänzt: „Die von uns angebotene MLS-Technologie bietet nun neue Dimensionen an, denn Sie bewegt sich bei den Schichtdicken bei Werten von ≤ 5µm, beim Fokusdurchmesser von ≤ 30 µm und bei der Größe der Pulverpartikel ≤ 5 µm. Auch die Herstellung von beweglichen Baugruppen in einem Teil ist mit der MLS-Technologie möglich.“

Als Geschäftsführer der 3D Micro Print wurden Joachim Göbner, vorher Projektleiter MLS bei EOS und Leiter des Technical Centers Chemnitz und Tino Petsch, Vorstandsvorsitzender der 3D-Micromac berufen. Der Sitz des Unternehmens ist in Chemnitz. Die 3D Micro Print hat bereits neue Räume auf dem Chemnitzer Smart Systems Campus bezogen. Der neue Standort geht mit einer wesentlichen Erweiterung der Produktionsflächen einher. Zudem werden die Entwicklungs- und Servicekapazität ausgebaut. (qui)

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