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Energieführung Energieketten für die Pressenautomation

| Autor / Redakteur: Dirk Thomas / Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

In den Automatisierungslösungen für Presslinien von Strothmann sind überall, wo sich eine Achse bewegt, Energieführungsketten verbaut. Diese sollen eine schnelle Montage und hohe Zyklus- und Verfahrzeiten gewährleisten.

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Alle Maschinen, die in den Anlagen zur Pressenautomation von Strothmann zum Einsatz kommen, werden mit Energieführungsketten ausgestattet.
Alle Maschinen, die in den Anlagen zur Pressenautomation von Strothmann zum Einsatz kommen, werden mit Energieführungsketten ausgestattet.
(Bild: Tsubaki Kabelschlepp )

Pressenlinien sind komplexe Anlagen, auf denen beispielsweise Automobil-Bauteile umgeformt werden. Strothmann entwickelt und integriert komplette Automatisierungslösungen für solche Pressenlinien. Drei Anlagenbereiche sind relevant: Der Front of Line ist mit einem Platinenlader, Taktbandförderern und einer Zentrierstation (optisch oder mechanisch) ausgerüstet, zudem ist in dieser Komponente eine Wasch- und Beölmaschine integriert. Der zweite Anlagenabschnitt enthält die Pressenverkettung im Press Line in Abhängigkeit vom Pressentyp, z.B. mit Compact Transfer, Highspeed-Transfer oder Feederplus 6. Im End of Line, dem dritten Anlagenabschnitt folgt das Abstapeln: Shuttle, Robotersysteme und Auslaufbänder führen die fertigen Bauteile den Containern zu. „Wir statten die komplette Pressenlinie aus, vom Front of Line über die eigentliche Press Line bis hin zum End of Line“, erläutert Eduard Siegle, Projektleiter Entwicklungskonstruktion bei der Strothmann Machines & Handling GmbH. „Alle Maschinen, die in dieser Anlage zum Einsatz kommen, werden mit Energieführungsketten von Tsubaki Kabelschlepp ausgestattet.“

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Energiekette macht jede Bewegung mit

Dabei gilt: Überall wo sich eine Achse bewegt, wird auch eine Energieführungskette verbaut – nur so lassen sich die Produkte verschmierungsfrei verfahren. Bei jeder Bewegung müssen Energie- und Signalkabel, Pneumatikschläuche und Schmierleitungen geführt und geschützt werden. „Ein Beispiel dafür ist der Platinenlader im Front of Line“, sagt Eduard Siegle. „Hier sind auf allen drei Achsen Energieführungsketten verbaut.“ Auf der Horizontaltraverse gleitet die Energiekette über den gesamten Fahrweg hinweg. Auf der Vertikalachse und der traversierenden Achse muss eine lange freitragende Länge gewährleistet sein.

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In der Automobilindustrie sind schnelle Taktzeiten gefragt – entsprechend werden auch an die Energieführungssysteme hohe Anforderungen bezüglich Zykluszeiten und Verfahrzeiten gestellt. „Sie müssen zudem schnell zu montieren sein und dabei gleichzeitig eine hohe Zykluszeit bewahren“, betont Eduard Siegle. „Besonders wichtig ist jedoch eine robuste Konstruktion, denn wir haben es hier teilweise mit extremen Umgebungsbedingungen zu tun.“ Insbesondere gilt dies für Anlagen für die Warmumformung: Hier durchlaufen die Platinen vor der Bearbeitung einen Ofen und werden auf ca. 800° bis 950° erhitzt. Die Umgebung ist in diesem Fall extrem verschmutzt, denn der Zunder in der Luft setzt sich auf allen Maschinenteilen ab – auch auf der Energiekette, die diese Verschmutzung kompensieren muss. Eine zu hohe Abnutzung gilt es zu vermeiden, schließlich muss bei den Anlagen eine hohe Verfügbarkeit und lange Lebensdauer gewährleistet sein.

Hohe freitragende Längen im Obertrum

Die Wahl der jeweiligen Energieketten erfolgt bei Strothmann abhängig von der Anwendung und der verwendeten Technik. „Im Fall der beschriebenen Warmumformung greifen wir zumeist auf die besonders robusten Energieführungen der M-Serie zurück, konkret das Modell ME0950. Dieser Kettentyp gewährleistet höhere freitragende Längen im Obertrum“, erklärt Eduard Siegle. „Bei weniger anspruchsvollen Einsatzbedingungen kommt bei uns in der Regel die Uniflex Advanced 1665 zum Einsatz.“ Um schnelle Ersatzteillieferungen garantieren zu können, fällt die Wahl meist auf Standardmodelle – nur in sehr speziellen Einzelfällen beauftragt Strothmann Sonderlösungen. Das Unternehmen bezieht abgesehen von Energieführungsketten auch Traxline-Leitungen und Kabelkonfektionen für Servomotoren von Tsubaki Kabelschlepp.

Die M-Serie hat Tsubaki Kabelschlepp speziell für den Einsatz unter schwierigen Bedingungen entwickelt. Hierbei handelt es sich um multivariable Ketten mit Kunststoffkettenbändern und Stegvarianten aus Kunststoff oder Aluminium. Die Laschenkonstruktion ist sehr stabil mit gekapseltem Anschlagsystem. Durch Verriegelungsbolzen ist die Kette montagefreundlich und kann schnell verlängert oder verkürzt werden. Ein Austausch ist auch dann möglich, wenn das System bereits komplett bestückt und montiert ist.

Vollkunststoff-Energieführungen mit fixen Kettenbreiten

Die Serie Uniflex Advanced beinhaltet Vollkunststoff-Energieführungen mit fixen Kettenbreiten. Verstärkte Verschleißflächen an der Außenseite stellen eine lange Lebensdauer bei auf der Seite liegenden Anwendungen sicher. Aufgrund der Kugelgelenk-Mechanik der Bügel lässt sie sich besonders schnell öffnen, was eine schnelle Leitungsbelegung ermöglicht.

„Wir sind mit den eingesetzten Energieführungsketten durchweg sehr zufrieden“, sagt Eduard Siegle. „Sie erfüllen alle unsere Anforderungen, zum Beispiel bezüglich der einfachen und schnellen Montage. Wichtig ist auch, dass wir unseren Kunden dank der hohen Lebensdauer der Ketten x-tausend Zyklen garantieren können.“

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* Dirk Thomas ist im Technischen Außendienst bei der Tsubaki Kabelschlepp GmbH beschäftigt.

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