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ZVEI Elektrobranche erwartet Umsatzrückgang von 14 Prozent

| Redakteur: Katharina Juschkat

Die Stimmung in der Elektrobranche ist schlecht – laut einer aktuellen Umfrage des ZVEI erwarten Mitgliedsunternehmen im Schnitt 14 Prozent Umsatzrückgang. Der ZVEI fordert einen europaweiten Plan zum Ende des Stillstands.

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Die Stimmung der Elektroindustrie verschlechtert sich rapide, so der ZVEI.
Die Stimmung der Elektroindustrie verschlechtert sich rapide, so der ZVEI.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Elektroindustrie spürt die Auswirkungen der Corona-Pandemie zunehmend, ergab eine aktuelle Umfrage des ZVEI unter seinen Mitgliedsunternehmen. Bei 55 Prozent der Unternehmen gehen weniger Aufträge ein als vor Beginn der Krise, 26 Prozent berichten von einem Einbruch bei den Bestellungen. Im Durchschnitt erwarten die Unternehmen einen Umsatzrückgang von durchschnittlich 14 Prozent. Diese Verluste binnen absehbarer Zeit komplett aufzuholen, halten nur drei Prozent für realistisch. Der Rest erwartet, nur die Hälfte oder noch weniger in absehbarer Zeit wieder reinholen zu können.

Lieferketten europaweit wieder aufbauen

„Wenn wir es nicht schaffen, schon bald den Stillstand von Wirtschaft und Gesellschaft stufenweise wieder aufzuheben, drohen erhebliche Konsequenzen für unsere Firmen“, kommentierte ZVEI-Präsident Michael Ziesemer die Umfrageergebnisse. „Rund 60 Prozent der Unternehmen fürchten eine dauerhafte Schädigung von Produktions- und Lieferketten und sogar rund 70 Prozent erwarten die Streichung von Investitionen, sollte der Exit zu spät eingeleitet werden.“

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Bereits heute hat ein Großteil der deutschen Elektrounternehmen Probleme mit der Liefer- und Logistikkette: Bei gut 70 Prozent ist sie leicht gestört, bei gut 10 Prozent sogar stark gestört oder gar gerissen. Der ZVEI fordert deshalb, den stufenweisen Wiederhochlauf der vernetzten Wirtschaft jetzt zu planen – und zwar über die Staatsgrenzen hinweg: „Die EU und ihre Mitgliedstaaten müssen jetzt gemeinsam vorangehen und sich für den Wiederhochlauf der Wirtschaft koordinieren“, fordert Ziesemer.

Februarzahlen noch ohne Auswirkung der Corona-Krise

Schaut man auf die aktuellen Zahlen des ZVEI, so zeigt sich im Monat Februar noch ein leichter Aufwärtstrend: 2,7 Prozent lagen die Auftragseingänge über denen im Vorjahr, aber Produktion und Umsatz schafften es allenfalls auf Vorjahresniveau. Doch diese Zahlen sind noch so gut wie unberührt von der aktuellen Corona-Pandemie. ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann erklärt: „Frühestens mit den Daten zum Berichtsmonat März, mitunter auch erst in den Werten für April, werden sich die Auswirkungen der Krise auch in den harten Fakten zeigen.“

Die rapide nachlassende Stimmung zeigt sich bereits darin, dass die Produktionspläne für die ersten März-Wochen stark nach unten revidiert wurden: Der Saldo aus Firmen, die in den nächsten drei Monaten mehr respektive weniger herstellen wollten, fiel von plus neun auf minus zwölf Prozentpunkte.

Auch Beschäftigungspläne änderten sich: Der Anteil derjenigen Firmen, die Beschäftigung abbauen wollen, überstieg den Anteil der Unternehmen, die noch einen Aufbau planen, um mehr als elf Prozentpunkte. 28 Prozent der Elektrofirmen planten schon in der ersten März-Hälfte mit Kurzarbeit. Die Zahl der angezeigten Kurzarbeiter ist bereits von unter 5.000 im Februar auf knapp 18.000 Anfang März hochgeschnellt. „In nächster Zeit dürfte sich der Anstieg entschieden weiter beschleunigen“, so Gontermann. „Zur Erinnerung: In der Finanzkrise waren zeitweise mehr als 170.000 Branchenbeschäftigte in Kurzarbeit.“

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